Nördlich des Cristallo-Massivs wurde die Ferrata René de Pol (in älterer Literatur auch als Renato de Pol bezeichnet) 1974 erschlossen und führt über kleinere, überwiegend leichte Klettersteigpassagen und abschüssige Geröllterassen vorbei an alten Kriegsstellungen auf die Punta Ovest del Forame auf 2384m. Die Kavernen wurden direkt nach Kriegsbeginn von der österreichischen Armee angelegt um die Cristallo-Front zu behaupten. Der Steig wurde zu Ehren eines jungen Cortineser Bergsteigers benannt.
Wir starten unsere Tour am Parkplatz Ospitale auf 1747m. Uns war bewusst das unsere Tour im Abstieg ein paar Kilometer weiter nördlich enden wird, weshalb wir ein zweites Auto beim Endpunkt geparkt haben,
Nach kurzer Zeit zweigt der Wanderweg nach rechts ab. Auf den Wegweisern wird der Abstiegsweg als gesperrt ausgewiesen (später dazu mehr!) Es geht steil durch den Wald ca. 300hm geradeaus bergauf. Nach ca. einer Stunde haben wir die Baumgrenze erreicht und folgen dem Weg nach links zu den Tre Fori (die ersten Höhlen).
Nach dem wir das Klettersteigset angelegt haben folgen wir dem Weg weiter bis zu den ersten leichten seilversicherten Passagen und einer kurzen Leiter, danach gehen wir wieder im geröllartigen Gehgelände bis auf 2000hm. Man bekommt zunehmend einen Eindruck davon, wie beschwerlich sich der ganzjährige Aufenthalt mit militärischer Ausrüstung in den schattigen und kalten Stellungen angefühlt haben muss.
Schließlich erreichen wir eine steile Rinne die ebenfalls gut mit Stiften und Drahtseil versichert wurde. Hier muss man kurz kräftig zupacken (B/C). Nach einer weiteren Rinne (B) gelangt man über Gehgelände zur Punta Ovest del Forame. Hier genießt man einen traumhaften Panoramablick blick auf bspw.die Drei Zinnen, den Toblacher Knoten oder die Col Rosa, die wir am Tag zuvor über die Ferrata Ettore Bovero bestiegen haben. Generell war die Tour durchgehend landschaftlich überragend. Außer zwei einheimischen Pärchen hatten wir den Steig für uns alleine.
Nach einer ausgiebigen Rast führt uns ein Gegenanstieg über Geröll auf einen Sattel zur Punta Est auf 2412m. Hier sollte man über ein gewisses Maß an Trittsicherheit verfügen.
Anschließend folgten wir an der Forcella Gialla den Einheimischen auf steilen Serpentinen bergab was sich im Nachhinein als schlechte Entscheidung darstellte, da wir uns irgendwann in einer weglosen Geröllhalde wieder gefunden haben und dadurch deutlich mehr Zeit im Abstieg verbracht haben. Hier wäre es empfehlenswert gewesen, dem Weg ein kurzes Stück weiter zu folgen und dann abzubiegen (siehe Karte).
Der weitere Abstieg führt erst über weitere Serpentinen und später linksseitig eines zuvor durchquertem, ausgetrocknetem Flussbetts ins Tal.
- Stefan Lambach reviewed vor 35 Minuten
- last edited vor 28 Minuten
Maximale Höhe: 2398 m
Minimale Höhe: 1481 m
Gesamtanstieg: 975 m
Gesamtabstieg: -917 m

