Die Via Ferrata Piramide (auch bekannt unter Via ferrata degli Alpini) auf den Col dei Bos ist ein neuerer Klettersteig in den Dolomiten direkt am Falzaregopass.
Vom Parkplatz beim Gasthaus „da Strobel“ (2050m) auf schönem Wanderweg hinauf zur Militärstrasse (2160m). Auf der Schotterpiste nach rechts in wenigen Minuten zu den Resten des Kriegslazarettes.. Hier folgt man einer schwachen Spur leicht nach links empor zu den Felsen und zum Einstieg der Via Ferrata Piramide (2180m). Dieser Teil ist noch nicht markiert und man sollte nicht den deutlichen Spuren unterhalb der Felsen folgen. Diese leiten nur zu den Kletterrouten.
Die ersten Meter der Via Ferrata Piramide sind schon sehr steil. Diesen folgt eine 15m hohe, senkrechte Verschneidung mit sehr guten Griffen. Danach eine Querung auf einem Band nach links hinauf. Dieser folgt wieder eine 5m senkrechte Wandstufe mit 2 Eisenbügel. Weiter über sehr leichtes und teilweise gesichertes Gelände. Hier kann man auf Spuren nach links hinüber zum Abstiegsweg queren. Nach der leichter Passage folgt wieder eine 20m hohe sehr steile Felsstufe mit einem sehr schönen und ausgesetzten Quergang nach rechts. Der Fels bietet auch hier aber sehr gute Griffe. Danach wieder 30Hm Gehgelände. Schnell steigt man über, nur mäßig schwierige, Felsstufen höher. Dann wird eine Felswand nach links hinauf gequert und 5m steil aber gut griffig aufgestiegen. Auf einem gesicherten Band nach rechts queren und über eine letzte Felsstufe hinauf auf den unscheinbaren Gipfel (2410m). Dahinter kurz hinunter in eine enge Scharte, wieder einige Meter hinauf und weiter zu einer sandigen Rinne.
Vom alten Abstieg geradeaus weiter (Steinmännchen) und 20 Hm hinauf zu den Felsen. Bestens gesichert queren wir eine 30 Meter hohe, kurz sogar senkrechte Felsstufe zuerst nach links und dann nach rechts hinauf (K3). Diese Wandstufe bietet aber hervorragende Griffe und kann problemlos überklettert werden. Weiter gesichert über gestufte Felsen und eine 10m glatten Felsstufe zum Ausstieg auf einer grasigen Vorkuppe des Col dei Bos (70Hm ab altem Ausstieg). Auf Spuren die letzten 50 Hm hinauf zum Gipfel mit Resten von Kriegsstellungen.
Abstieg: Entweder vom Gipfel auf Trittspuren direkt hinunter in die Scharte oder auf den Spuren zurück zur Vorkuppe und auf schönem Steig auf einem Band eben hinüber in die Scharte. Von dort auf dem Kriegssteig hinunter zum Lazarett.
Titelbild: Manfred Kostner
- gast reviewed vor 18 Jahren
- last edited vor 3 Monaten
- TeHa reviewed vor 3 Stunden
Col dei Bos, auch oft “Via Ferrata degli Alpini” genannt, ist ein recht langer Klettersteig auf den gleichnamigen Berg. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit mit nur ca. 15 Minuten Zustieg ab der Bar Strobel, ist der Steig vor allem bei organisierten Touren sehr beliebt. Der Bus parkt, 50 Touris steigen aus und sind nach 4 Stunden mehr oder weniger derangiert wieder da. Mit anderen Worten: Hier kann es schon einmal ziemlich kuschelig werden, zum Teil auf Pisciadu-Niveau.
Vorteil: Man kann schon an der Einstiegswand Schimpfworte in den buntesten Farben und exotischen Sprachen lernen, denn die ist wirklich nicht einfach und mit C ein wenig unterbewertet. Die bald darauf folgende “Schlüsselstelle” hat zwei Bügel und lässt sich so mit ein wenig Schwarzbrot in den Armen gut überwinden. Weiter oben wird der Steig nicht mehr richtig schwer, aber schlaucht einfach durch die schiere Länge. Eine B/C-Stelle, die weiter unten noch kein Problem darstellt, ist 300 HM später halt nicht mehr ganz so easy.
Oben geht es dann über einen Grasrücken in Richtung der Scharte und von dort an alten Stellungen vorbei durch ein Schuttfeld wieder zurück zu der Lazarett-Ruine und weiter zur Bar Strobel oder auf einfachem Trail bis zum Falzarego-Pass.
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- murks reviewed vor 9 Monaten
Aus unserer Sicht ist die Ferrata mit nur C bis kurz C/D unterbewertet – die Einstiegswand bis nach der C/D-Stelle ist teilweise sehr speckig, die Trittmöglichkeiten sind eher klein (oft kleine Taschen), häufig mussten wir recht umständlich steigen oder die Metallstifte der Seilverankerungen nutzen. Hier und da finden sich kleine aus dem Fels stehende, alt wirkende Ösen, an die man mit einem Fuß antreten kann – die C/D-Stelle ist ein kurzer abdrängender Bauch, der ein bis zwei mutige Züge bis zum nächsten sicheren Tritt erfordert. Wer jedoch den Einstieg bis nach der C/D-Stelle gemeistert hat, wird mit einer Stunde ziemlich homogenem und deutlich leichterem Steiggenuss belohnt.
Das Gipfelpanorama ist sehr schön, man hat einen Rundumblick im Schatten der Tofana di Rozes über die Nuvolau-Gruppe, das Rif. Lagazuoi bis hin zu den Fanisspitzen. Im Abstieg, an der Weggabelung Forcella dei Bos, kann man noch einen Blick in das Travenanzes-Tal erhaschen. Der Abstieg erfordert Konzentration, da es über teils ausgewaschene Passagen steil und bröselig nach unten geht – kein Hexenwerk, aber Augen auf!
An einem Wochenende bei Kaiserwetter war der Steig ziemlich gut begangen, es gab jedoch wenig Stau. Überholmöglichkeiten gibt es vereinzelt. Davon abgesehen, dass einzelne Elemente eher rostig wirkten, war das Seil neuwertig und rostfrei.
Mein Fazit: Für eine Halbtagestour ein Wiederholer, aufgrund der recht schwierigen Einstiegswand für Einsteiger eher nicht geeignet. Wer als Einsteiger den Steig unbedingt gehen möchte, nimmt am besten einen entsprechend erfahrenen Vorsteiger mit, der ggfs. Unterstützung von oben mit einem Stück Seil bieten kann.
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- EllenH reviewed vor 8 Jahren
330hm, gesamt 550hm, 4,2km Rundweg steigt man über die Scharte direkt ab.
Eine schöne Kletterei mit immer besser werdender Aussicht und „interessantem“ Abstieg. Manchmal muss man das Weglein quasi suchen 😉
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