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  • 17jähriger stirbt nach Sturz im Klettersteig

    aktualisiert 13 Jahre, 10 Monat aktiv. 18 Mitglieder · 32 Beiträge
  • Erik

    Mitglied
    5. August 2012 at 20:22

    Wieder ein tötlicher Unfall am Berg.

    Fakten: Keinerlei Erfahrungen, ausgeliehenes KS Set, im schweren Steig.

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    Warum nach dem Sturz auch das KS Set riss kann noch nicht gesagt werden, klingt für mich aber sehr ungewöhnlich. Kann mir nur denken, dass die ausgeliehenen nicht im besten Zustand waren.

    Traurig.

    PS: Hab mir gerade mal den KS angeschaut im Internet, der wird mit D/E bewertet…

    Warum müssen da Anfänger rein? Den Abzweig zu den anderen beiden KS nicht gefunden?

  • KarlM

    Mitglied
    5. August 2012 at 20:36

    Hallo

    mein vollstes Beileid an die Angehörigen,

    aber als Erwachsener hat man Verantwortung und nimmt Jugendliche nicht in einen D/E-Steig ohne vorherige Erfahrung…………..

    Im Bericht steht, beide Schlauchbänder gerissen, da vermute ich kein Materialfehler, sondern 1 Karabiner im Seil und der andere im Gurt,

    dann wird die Naht, wo beide Stränge zusammenkommen, beim Sturz voll auf Zug belastet (und wird logischerweise reißen),

    Also vermutlich ein Bedienfehler, oder wiederum anders ausgedrückt, der Erwachsene war nicht für den Partnercheck befähigt oder in der Lage dazu.

    Wenn sich das so bewahrheitet, (ich will keinen Ermittlungen vorgreifen) ist das für mich fahrlässiges Verhalten mit Todesfolge des Erwachsenen Begleiters.

    Grüße

    Karl

  • UD

    Mitglied
    5. August 2012 at 20:42
    Erik wrote:
    Den Abzweig zu den anderen beiden KS nicht gefunden?

    Eigentlich sind die Klettersteige an der Ottenalm deutlich voneinander getrennt und haben verschiedene Zustiege.

    Das kann doch nur bedeuten, dass die beiden das genau so wollten – aber bleibt alles Spekulation.

    Und wieder mal ein Hinweis, dass man nur dem eigenen Material trauen kann / sollte.

    Traurig so was!

  • Erik

    Mitglied
    5. August 2012 at 20:46
    UD wrote:
    Und wieder mal ein Hinweis, dass man nur dem eigenen Material trauen kann / sollte.

    Meine Meinung!

  • carbonicim

    Mitglied
    5. August 2012 at 22:46

    in unserer regionallen Zeitschrift stand ein Artikel über die Bergunfälle und Rettungseinsätze. Die meisten Unfälle passieren eben in den KS so der Bericht.

    Weil die KS sehr in Mode gekommen sind und Leute ohne jegliche Erfahrung da reingehen

    und es werden immer mehr, immer schwerere oder lange KS gebaut.

  • Nobby

    Mitglied
    6. August 2012 at 10:55
    KarlM wrote:
    Hallo

    mein vollstes Beileid an die Angehörigen,

    aber als Erwachsener hat man Verantwortung und nimmt Jugendliche nicht in einen D/E-Steig ohne vorherige Erfahrung…………..

    Im Bericht steht, beide Schlauchbänder gerissen, da vermute ich kein Materialfehler, sondern 1 Karabiner im Seil und der andere im Gurt,

    dann wird die Naht, wo beide Stränge zusammenkommen, beim Sturz voll auf Zug belastet (und wird logischerweise reißen),

    Also vermutlich ein Bedienfehler, oder wiederum anders ausgedrückt, der Erwachsene war nicht für den Partnercheck befähigt oder in der Lage dazu.

    Wenn sich das so bewahrheitet, (ich will keinen Ermittlungen vorgreifen) ist das für mich fahrlässiges Verhalten mit Todesfolge des Erwachsenen Begleiters.

    Grüße

    Karl

    Hi Karl,

    stimmt, wenn nur ein Karabiner im Seil eingeklingt ist können bei dieser Sturzbelastung die Nähte reisen. Was ist wenn er sich am Seilfixierungspunkt umhängen wollte, d.h. den einen Karabiner bereits geöffnet und in der Hand hatte, dann jedoch schaffte er es nicht mehr ihn oberhalb der Fixierung einzuhängen und ist sozusagen nur mit einem Karabiner ins Seil gestürzt und bis zur nächsten Seilfixierung durchgerauscht. Dann wäre es daselbe Bild wie bei deiner geschilderten falschen Bedienung. Dies wäre aber in dem von mir geschilderten Fall nicht falsch bedient sondern Pech. Diese Überlegung nun, bereitet mir jetzt etwas Kopfschmerzen, denn jeder von uns kann mal in eine solche Situation kommen und während des Umhängevorgangs ins Set stürzen. Halten dann die Sets dieses alle nicht aus? Darf man da wirklich nicht stürzen? Wenn das so ist, oder wäre, dann ist auf die momentanen KS-Sets in diesem Punkt (Fehlerfall oder Unfallvorgang) kein Verlass, sondern eine Nachbesserung ==> Neuentwicklung unbedingt notwendig.

    Grüße vom Nobby

  • Reinhard1

    Mitglied
    6. August 2012 at 11:16

    Hallo Nobby,

    Wenn im Falle eines Sturzes nur ein Karabiner im Seil eingehängt ist und die Bremse ansprechen kann, dürfte eigentlich nichts reißen oder brechen. Gefährlich wird es, wenn die Bremse durch Bedienfehler wie hier beschrieben blockiert wird:

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  • wolf

    Mitglied
    6. August 2012 at 11:36
    Reinhard wrote:
    Hallo Nobby,

    Wenn im Falle eines Sturzes nur ein Karabiner im Seil eingehängt ist und die Bremse ansprechen kann, dürfte eigentlich nichts reißen oder brechen. Gefährlich wird es, wenn die Bremse durch Bedienfehler wie hier beschrieben blockiert wird:

    ** you do not have permission to see this link **

    moin.

    das war auch genau meine ueberlegung. wenn beide straenge reissen (und definitiv keine vorschaedigung aufwiesen) duerfte eines der gennaten beispiele die ursache gewesen sein. tendenziell hat aber der ks'ler an nem schweren steig wie dem beschriebenen nur selten bis gar nicht den zweiten karabiner irgendwo anders verstaut als am drahtseil. aber auch das ist nur spekulation.

    ich sehe leider auch immer wieder leute im ks die den zweiten karabiner mangels besserem wissen an der materialschlaufe tragen wenn sie ihn grad nicht brauchen. auch das bremsseil von aelteren set's wird hauefig mit nem massiven karabiner am gurt befestigt. warum wohl ist an diesen sets kein massiver karabiner dran aber meist ein kleiner plastik-clip am ende des seils? genau, damit der abreissen KANN.

    usern von solchen ks-sets empfehle ich das bremseil in schlaufen zu legen und mit einem klettband an der materialschlaufe zu befestigen. die geht garantiert auf.

    ich bin sehr auf den unfallbericht gespannt und traurig darueber dass schon wieder ein junger mensch in den bergen verunfallt ist. <img class=” title=”Crying or Very sad” />

  • Stroty

    Mitglied
    6. August 2012 at 11:45

    hallo wolf,

    genauso amche ich es auch mit meinem “historischen” klettersteigset. das bremsseil in schlaufen wickeln, ein gummiband drum und das ende mit klettverschluss an der materialschlaufe. weil nervig wird es, wenn das nicht “aufgerollte” bremsseil einem dauernd vor den knien rumbaumelt. aber die meisten hier benutzen wahrscheinlich ohnehin die moderneren sets.

  • KarlM

    Mitglied
    6. August 2012 at 12:05

    Hi Nobby

    In deinem geschilderten Fall ist das nicht so, die Gefahr besteht nicht, weil:

    wenn einer draussen ist, wird die Naht nicht belastet, sondern alles ist ganz normal.

    Beide Stränge sind im Sturz nie gleich belastet, in natura wird immer erst der eine und dann der andere voll gestreckt sein.

    Und jeder einzelne muss, auch laut Norm, alles halten.

    Ich habe extra erwähnt, wenn ein Strang im Seil ist und einer am Gurt eingehägt ist, dann ist das fatal tödlich, weil dann im Sturzfall die Naht unweigerlich aufgerissen wird.

    Dann fällt der K.-Steigler runter mit dem eingehängten Strang am Gurt, der andere Strang bleibt oben im Stahlseil zurück.

    Wenn nur einer eingehängt ist, pssiert das nicht (zu 99,99%).

    Hier zu Link von Reinhard, da ist alles aufgezeichnet, genau diese Situation habe ich gemeint. danke Reinhard <img class=” title=”Laughing” />

    Auch ich hänge mich bei einfachen Passagen manchmal nur mit einem Strang ein, weiss dann aber, was ich tue und hänge niemals den anderen Strang am Gurt fest,

    den lasse ich dann baumeln. Sonst ist hier beim saloppen Einhängen am Gurt (bei Verwendung eines Y-Set) absolute Todesgefahr gegeben. (Bei den alten V-Set keine Gefahr)

    Mit “Einhängen am Gurt” ist eine Stelle gemeint, die nicht nachgibt. wird nur an einer locker befestigten Materialschleife eingehängt, dann reißt diese vor der NAht und nichts passiert.

    Und ich glaube/vermute, das ein Unerfahrener (wie es wohl bei diesem Unfall war) das nicht wissen kann………….

    beste grüße

    Karl

  • Nobby

    Mitglied
    6. August 2012 at 15:58

    Hi Karl,

    das bedeutet also, dass lediglich die sogenannte „Sicherheit durch Redundanz“ nicht gegeben ist, d.h. ein Karabinerbruch oder das Reißen des einen Bandes hätte den finalen Abgang zur Folge. Gut dann habe ich das wohl fehlinterpretiert und bin nun wieder etwas ruhiger. Denn so einen Abgang mit nur einem Karabiner am Seil halte ich für durchaus nicht so unwahrscheinlich., denn das könnte jedem mal passieren

    Gruß

    Nobby

  • KarlM

    Mitglied
    6. August 2012 at 16:13

    Hallo Nobby

    völlig richtig

    wenn nur einer drin ist, ist die Redundanz nicht gegeben, aber passieren wird wohl nichts. das ist ja bei jedem Umhängen so.

    Allerdings hängt man ja wohl nur dann um, wenn man “sicher” steht.

    Nur einen Strang hänge ich manchmal bei sehr leichten Querungen / Felsbänder ohne eine offensichtliche Absturzgefahr ein.

    Stürzt man da, fällt man max. 80 cm, bis der eine Strang gespannt ist. Das hält der allemal aus. (wenn nicht da “Uraltset” ist.

    Allerdings habe ich da den freien Strang in der Hand, und erst wenn der eingehängt ist, wird der andere in die Hand genommen.

    Und wie gesagt, den freien Strang nie (!) irgendwo am Gurt einhängen, wenn er denn mal baumelt. (siehe Link Reinhard)

    Aber da muss letztendlich jeder selbst wissen, was er tut. Ich war schon auf dem Pelmo, da geht man 40 min auf einem ungesicherten Band,

    wo in der Brenta auf jeden Fall ein durchgehendes Stahlseil wäre.

    Grüße

    Karl

  • powderjunkie

    Mitglied
    6. August 2012 at 16:37

    Hallo an alle,

    ich habe mich hier soeben angemeldet als ich über den Bericht des gestrigen Unfalls und die Forenbeiträge gestolpert bin.

    Wir waren gestern ebenfalls dort unterwegs und haben mit den beiden eine Stunde vorher auf der Hütte noch gesprochen.

    Zuerst auch mein allertiefstes Beileid an die Familie.

    Meine Wahrnehmung: Der Verunglückte hat einen unerfahrenen Eindruck hinterlassen, sein Partner hatte offensichtlich mehr Erfahrung. Ob das so ist kann ich nicht sagen. Jedenfalls sagte dieser, dass beide gestern den Bergkammeraden-KS gemacht haben und dieser o.k. ist. Beide sind so eine halbe Stunde vor uns in die Diretissima eingestiegen, was als D/E beschrieben wird. Die Nacht hatte es heftig geregnet, also wird der Fels auch feucht gewesen sein. Wir haben nach einer Stunde dann nur die Helfer gesehen und vermutet, dass einem der Beiden etwas passiert sein muss. Erst am Gipfel haben wir dann von der Tragödie erfahren. Entgegen alls Vermutungen, die hier diskutiert werden wraen angeblich beide Karabiner eingehängt und noch am Stahlseil!

    Ich habe jedenfalls in meiner Ausbildung gelernt, im Alpinen bereich nicht zu stürzen und die Routen entsprechend zu wählen. Alles andere hat nur im Sportkletterbereich was zu suchen. Ich denke, bei diesem Unfall kommen mehrere Faktoren zusammen: Überforderung, schlecht Kondition vom Vortag, keine Klettererfahrung und Technik, keine Erfarung im alpinen Bereich, keine Kenntnisse in Selbstsicherung und auch keine Ausrüstug dabei, die dies ermöglicht hätte, geliehenes Material.

    Ich werde jedenfalls die Ursache des Unfalls weiter verfolgen.

    Gruß an alle,

    Mario

  • KarlM

    Mitglied
    6. August 2012 at 16:46

    Hallo Mario,

    wen noch beide Stränge im Stahlseil hängen, dann muss der Verleiher schon gute Argumente zusammen kratzen….

    und in einem hast Du sicher recht,

    der schlimmstmögliche Unfall im KS ist der Sturz (im Gegensatz zur Halle)

    Selbst wenn ich dann mit meiner Vermutung falsch liege, hat die Diskussion immerhin mal wieder auf einen Fehler,

    den auch “Erfahrene” im KS machen können, hingewiesen.

    Grüße Karl

  • UD

    Mitglied
    6. August 2012 at 18:00
    KarlM wrote:
    wen noch beide Stränge im Stahlseil hängen, dann muss der Verleiher schon gute Argumente zusammen kratzen….

    Das sehe ich ganz genau so!

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