Klettersteig Tour Rotwand Sexten – Schöne Überschreitung eines aussichtsreichen Berges auf zwei Klettersteigen, im Aufstieg Via Ferrata Zandonella Süd (C/D) aus dem Vallon Popera, im Abstieg Rotwandsteig (B) zu den Rotwandköpfen. Zahlreiche Kriegsstellungen.
Vom Kreuzbergpass auf Steig 124 nach Süden in Richtung Rifugio Berti (1950 m), bis man nach Westen ins Vallon Popera queren kann. Dieses hinauf bis kurz vor der Sentinella-Scharte (2717 m) ein Steig bei Höhe 2550 m gegen die Südabstürze der Rotwand abzweigt. Über zahlreiche Felsstufen und Bänder, gut gesichert durch Drahtseile und Leitern und vorbei an alten italienischen Stellungen, erreicht man das Gipfelkreuz der Sextener Rotwand (2936 m), das aber nicht auf dem höchsten Punkt steht. Während des Aufstiegs schöner Blick auf Elferkofel, Zsigmondy-Grat und Hochbrunnerschneide. Der Abstieg nach Norden über den leichteren Rotwandsteig führt über die Anderterscharte (2698 m) und die Rotwandköpfe. Kurz vor den Rotwandwiesen trifft man auf Steig 15A, der auf der Nordostseite der Rotwand zum Kreuzbergpass zurück führt. Auf der Tour sind viele italienische und österreichische Stellungen aus dem Dolomitenkrieg zu sehen.
Bilder und Text: Reinhard Drescher
- Reinhard1 reviewed vor 17 Jahren
- last edited vor 8 Jahren
- murks reviewed vor 8 Monaten
Mein Review bezieht sich auf die Komplettrunde vom Kreuzbergpass über das ehem. Rif. Sala, die Variante Zandonella Süd mit anschließendem Abstieg über den Rotwandklettersteig zurück zum Kreuzbergpass.
Das Parken am Kreuzbergpass kostet Stand 09/2025 inzwischen 18 Euro pro PKW für einen Tag. Man sollte (nicht nur deswegen) überlegen, stattdessen die exzellente Busverbindung ab Sexten zu nutzen.
Zunächst nimmt man den Weg Nr. 124 vom Kreuzbergpass, teils versichert und über schmale Bänder, bis zum ehemaligen Rifugio Sala (darauf achten, dass man die Abzweigung nach der Forc. Pian della Biscia nicht verpasst – nicht den Weg Nr. 124b nehmen, dieser führt zur Ferrata Arzalpenturm (C/D)!) und durchquert dann das recht grüne Vallon della Popera. Die V.F. Zandonella ist bereits dort unten vereinzelt ausgeschildert. Es geht dann recht zäh über ein Schuttkar immer weiter nach oben, in Richtung der bereits von unten gut sichtbaren Sentinella-Scharte. Nach einigem Zickzack – oft ist die Wegführung unklar, auf Markierungen achten! – zweigt der Weg plötzlich Steil nach rechts oben ab (kurze Stahlseilpassage) und man kann ein Schild in der Ferne oben an der Felswand erkennen. Dieses weist den Weg nach rechts zum nur wenige Meter entfernten Einstieg der Variante Süd. Die Variante Süd-Ost war nicht erkennbar ausgeschildert, wir haben sie bei dem doch recht anstrengenden Zustieg (rund 4,5 Stunden ab Kreuzbergpass inkl. Pausen und normalem Tempo) auch nicht gesehen – ggfs. ist hier ein besseres Auge oder ein GPS gefordert.
Die Variante Süd ist in weiten Teilen eine “alpine Aufstiegshilfe”, bietet jedoch in den C-Passagen überraschend schönen Klettergenuss – besonders gut hat uns die Steilrinne unterhalb der Bunker gefallen. Eine Steilstufe, die früher offenbar Anlass zur Bewertung C/D war, wurde durch Tritthilfen entschärft. Die Bänderpassagen oben sind teilweise nicht versichert, so dass man hier vorsichtig sein sollte. Bei Kaiserwetter und Ferienzeit sind wir im Steig selbst nur zwei Personen begegnet, die uns überholt hatten. Der Durchstieg dauert bei sehr gemütlichem Tempo rund 1,5 Stunden. Der Zustand der Sicherungen war gut bis sehr gut.
Das Gipfelpanorama ist grandios – nicht nur die Drei Zinnen und die Drei-Schuster-Spitze lassen grüßen! Dort war aufgrund der vergleichsweise einfachen Erreichbarkeit über den Rotwand-Klettersteig etwas mehr los, es war jedoch für alle Platz.
Als Abstieg wählten wir den Rotwand-Klettersteig (A/B) bis hinunter zum Burgstall gewählt, wo zuletzt kurze versicherte Passagen anzutreffen waren und wir das Klettersteigset endgültig abgelegt haben. Zur Variante Zandonella Süd-Ost kann ich daher leider nichts sagen.
Alles in allem haben wir rund 10,75 Stunden inkl. Pausen benötigt.
Zeitbedarfe (inkl. Pausen):
Kreuzbergpass – ex. Rif. Sala – Einstieg: 4,5 Stunden
Durchstieg (Var. Süd) – Gipfel: 1,5 Stunden
Gipfel – Rotwand-KS – Burgstall – Kreuzbergpass: 3,75 Stunden
Mein Fazit: Eine sehr lange Tour mit grandiosem Ausblick – der sich aber erarbeitet werden muss! Die Tour richtet sich eher an Alpinisten, konditionsstarke Klettersteigneulinge kann man hier durchaus mitnehmen. Man sollte beachten, dass es keine Einkehrmöglichkeiten gibt. Die letzte ist das Rif. Berti (verbunden mit zusätzlichem Zeitbedarf bei einer ohnehin langen Tour!) im Zustieg bzw. die erste wieder die Rotwandwiesenhütte im Abstieg. Wem diese Runde zu lang ist, kann sich eine Variante erarbeiten (bspw. Übernachtung auf dem Rif. Berti oder Auffahrt mit der Seilbahn zur Rotwandwiesenhütte, von dort in rund 3,5 Stunden über die Sentinella-Scharte zur V.F. Zandonella – Achtung: auf der Ostseite der Sentinella-Scharte sind inzwischen größere Teile eines Weges weggespült, dort steile Seilversicherung oder nach Umgehungsmöglichkeit suchen!).
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- Carolin reviewed vor 7 Jahren
Begangen am 18 Aug 2019: Der Steig wurde komplett NEU RENOVIERT und auch mit einigen Trittbügeln entschärft. Überall stramm sitzendes Stahlseil und brandneue Versicherungen sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg. Ich würde den Steig mit C bewerten – eine Stelle, an der geg. vorher C/D war, wurde mit zwei Trittbügeln verienfacht. Sehr lohnender Steig – sowohl von der Routenführung als auch von der beeindruckenden Aussicht her. Nur der Abstieg im Schotter zurück zur Berti Hütte ist etwas nervig.
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- Felix reviewed vor 10 Jahren
Der Süd-Teil ist sehr sportlich und schön homogen aber auch abwechslungsreich bis zum Gipfel. Der Südost-Steig ist oben nach wie vor per Schild am Seil vom CAI als „gesperrt“ gekennzeichnet. Seilsicherungsstellen fehlen teilweise.
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- via-ferrata.de reviewed vor 10 Jahren
Nun ist auch der Klettersteig von den Rotwandwiesen zur Rotwandspitze (2.936 m) begehbar. Man findet noch einige kleine Schneepassagen, welche aber für trittsichere und geübte Klettersteiggeher gut zu bewältigen sind
(Info vom Bergführerbüro in Sexten)
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- AndréTT reviewed vor 10 Jahren
- last edited vor 10 Jahren
Nach dem Schneeschauer des Balkan-Tiefs von gestern heute angenehm wolkenarm am Vormittag. Nach der Tour kam dann wieder der Regen. Der Südost-Steig ist oben und unten von italienischer Seite auf einem Papierschild am Seil ab 15. Juli 2015 „gesperrt“ worden, da 4 Sicherungsstellen kaputt sind. Zum Klettern u. Selbstsichern benötigt man diese jedoch nicht zwingend, wer sich im Fels sicher fühlt. Verbleichende rote Markierungen zeugen aus der Zeit, als es noch kein Stahlseil in der Art gab. Leider befinden sich keine Hinweise über die Sperrung an den Hütten Berti und Lunelli.
http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/75616/Klettersteig/Sextener_Rotwand
Schöne Panoramablicke vom Gipfel auf die Drei Zinnen, über die östlichen Dolomiten und zu den Zillertaler Alpen im Norden. Tiefblick nach Sexten und Pàdola, sowie auf den Kreuzbergpass und riesigen Caravan-Stellpatz links daneben. Im Westen sieht man auf die Holzleiternreste und verfallenen Stellungen der Österreicher am Vinatzer Turm.
Abstieg über den Südsteig:
http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/75512/Klettersteig/Sextener_Rotwand
Die Klettersteige sind vom Bürgermeister italienischer Kommune ab 15.7.2015 gesperrt worden, damit diese nicht weiter die Verantwortung dafür ausübt. Am Südsteig-Seil sind 3 Anker herausgerissen. Das Seil hat an 2 Stellen Aufschlagstellen. Ansonsten ist alles andere intakt. Der Steig ist auf dem Fels gut kletterbar. Man ist nicht unbedingt auf das Seil angewiesen
- Begangen am 18 Aug 2019: Der Steig wurde komplett NEU RENOVIERT und auch mit einigen Trittbügeln entschärft. Überall stramm sitzendes Stahlseil und brandneue Versicherungen sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg. Ich würde den Steig mit C bewerten – eine Stelle, an der geg. vorher C/D war, wurde mit zwei Trittbügeln verienfacht. Sehr lohnender Steig – sowohl von der Routenführung als auch von der beeindruckenden Aussicht her. Nur der Abstieg im Schotter zurück zur Berti Hütte ist etwas nervig.
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