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  • Tourenbericht Ferrata Spellini und Bocchette Centrali

    aktualisiert 14 Jahre, 3 Monat aktiv. 9 Mitglieder · 17 Beiträge
  • Manni-Fex

    Mitglied
    23. Januar 2012 at 21:46

    Heute möchte ich einen Tourenbericht aus der Brentagruppe bringen.

    2010 wurde dort ein neuer Klettersteig errichtet…die Ferrata Spellini. Ich plante also für den Frühsommer 2011 diese Tour. Der kürzeste Zustieg von der Molveno Seite aus wäre über das Rifugio Pedrotti. Da ich aber, wenn möglich, gerne Rundtouren mache und nicht wieder auf dem Aufstiegsweg absteige, plante ich den Aufstieg durch das Val Perse und dann über den Sentiero Orsi zum Einstieg.

    Zuhause bin ich schon sehr früh gestartet, da ich den Sonnenaufgang an einer bestimmten Stelle im Valle delle Seghe beobachten wollte. Also fuhr ich nach Andalo und von dort in Richtung Pradel bis zum neuen Parkplatz

    bei etwa 1200m. Von dort noch in stochdunkler Nacht hinauf nach Pradel und auf dem Steig 340 in Richtung Rifugio Croz dell'Altissimo. Und dann war ich zum Glück auch früh genug an der sehr aussichtsreichen Stelle, wo ich schon 2006 zufällig den Sonnenaufgang bewundern konnte.

    Im Bild die Cima Brenta Alta und der Campanile Basso (Guglia di Brenta). Das Foto enstand um 5:37 Uhr.

    Dann ging es weiter zum Rifugio Croz dell'Altissimo (hier schliefen noch alle) und durch das einsame Val Perse hinauf. Zuerst noch schweisstreibend durch Latschen, dann unterhalb der gigantischen Felsen der Cima Roma schnell an Höhe gewinnend hinauf.

    Hier im Bild die Cima Brenta. Über das schneebedeckte Band verläuft ein Teil des Sentiero delle Bocchette Alte. Rechts die Felsen der Cima Roma.

    Wieder die Cima Brenta. Rechts der Einschnitt der Bocca del Tuckett. Ganz pben wieder das Band (Cengia Martini) des Sentiero delle Bocchette Alte. Unten die schneebedeckte Trasse des Sentiero Orsi.

    Dann zog schon der berüchtigte Brentanebel auf. Aber um 8 Uhr früh ist das eigentlich gar nicht “normal” für den Brentanebel, denn dieser kommt normalerweise erst gegen Mittag. Ich verfluchteschon den Tag, aber der Nebel verzog sich gleich schnell wie er gekommen war.

    Hier am Sentiero Orsi.

    Dann suchte ich den Schnee nach Spuren ab, um erkennen zu können wo der Sentiero Orsi entlang führt. Da hatte ich dann starke Bedenken, ob diese Stelle im Bild ohne Steigeisen zu begehen ist. Es war ja noch früh am Morgen und der Schnee sehr hart. Als ich dann näher kam war die Passage in der Rinne zwar etwas heikel, aber durch die guten Tritte doch relativ sicher begehbar.

    Am Sentiero Orsi (nur kuze Drahtseilsicherung) wandert man mit wenig Höhenunterschiede zuerst am Spallone dei Massodi vorbei in die Busa dei Armi. Dann absteigend unterhalb der Campanili dei Armi vorbei in die Busa dei Sfulmini. Hier zweigt dann der Zustieg zur Ferrata Spellin ab (ca.2350m). Von der Pedottihütte bis hier etwa 1/2 Stunde. Erst hier begegnete ich den ersten Menschen an diesem Tag

    Im Bild links der Campanile Basso (Guglia di Brenta) Rechts kann man die schneebedeckte Bocca dei Armi erkennen, wo die Ferrata Spellini endet und der Sentiero delle Bocchette Centrali beginnt.

    Während des Zustieges dominiert zur Linken der Campanile Basso. Lins davon die Cima Brenta Alta.

    Nach etwa einer 3/4 Stunde hat man den Einstieg bei 2550m erreicht. Die letzten Meter über ein steiles Geröllfeldtreibt noch den letzten Schweiss aus den Poren.

    Zuerst klettert man links hinauf (gesichert) auf einen Vorbau. Dann 5 Minuten Gehgelände zur ersten Leiternserie. 20 Meter gilt es senkrecht nach oben zu steigen.

    Hier hat man dann einen guten Überblick über den weiteren Verlauf des Klettersteiges. Links die Bocca dei Armi.

    Dann über leichte Felsen zur nächsten, kurzen Leiter.

    Über steile Felsen und Bänder klettert man etwas schwieriger hinauf zu einem Felsband (auf Steinschlag acht geben). Hier kurze Querung im Fels nach links zur letzten, sogar leicht überhängenden Leiter (ca. 15m hoch).

    Links oben kann man sogar schon das Band des Sentiero delle Bocchette Centrali erkennen.

    Knapp oberhalb der 2700m Grenze steigt man von der Leiter auf ein Felsband über. Diesem folgt man unschwierig nach links in die Bocchetta dei Armi.

    Hier ein Blick vom Sentiero delle Bocchette Centrali hinunter zur letzten Leiter der Ferrata Spellini.

    Von der Bocca dei Armi könnte man zum Rifugio Alimonta absteigen.

    Ich hingegen bin über einen der schönsten Brentasteige weiter gegangen…dem Sentiero delle Bocchette Centrali. (ich persönlich finde den Bocchette Alte noch schöner)

    Hier das erstesehr ausgesetzte Felsband.

    Ich denke über diesen Abschnitt der Tour muss man nicht viel schreiben. Nach dem ersten gesicherten Abschnitt wandert man gemütlich weiter und dann hat man endlich wieder diese faszinierende Felsnadel vor sich stehen.

    Das kann man nicht beschreiben…da muss man schon selbst mal davor gestanden haben.

    Einige schneegefüllte Rinnen verlangten zwar erhöhte Vorsicht, aber inzwischen war der Schnee weich und das Risiko sehr gering.

    Dann ging es hinein in den fotogenen Felswinkel.

    Panorama aus 7 Bildern.

    Nur mit geringen Höhenunterschieden nähert man sich dem Campanile Basso. Von der Bocchetta del Campanile Alto sieht man im Westen die Cima Tosa stehen.

    Von hier steil hinunter in die Bocchetta del Campanile Basso und in die schattige Nordseite der Cima Brenta Alta. Auch hier galt es mit großer Vorsicht die Hartschneepassagen zu queren. Steigeisen wären von Vorteil gewesen.

    Kurz vor dem Ende des Klettersteiges kann man sich noch stärken.

    Dann über die letzten Leitern hinunter zum Ausstieg. In wenigen Minuten steigt man zur nahen Bocca di Brenta auf. und auch das Rifugio Pedrotti ist bald darauf erreicht.

    Von dort Abstieg zum Rifugio della Selvata, weiter zum Rifugio Croz dell'Altissmio, hinaus nach Pradel und hinunter zum Parkplatz.

    Eine extrem lange, aber sehr schöne Rundtour. 2070 Höhenmeter im Auf- und Abstieg musste ich bewältigen. Die Heimfahrt schlauchte aber auch noch sehr.

  • tobiAS

    Mitglied
    23. Januar 2012 at 22:43

    Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder. Da bekommt man richtig Lust auf den Frühling bzw. Sommer!

    Was mich noch brennend interessieren würde, mit welchem Foto hast Du die Bilder gemacht?

  • FritzBrause

    Mitglied
    23. Januar 2012 at 23:03

    Wirklich klasse Manni, tolle Bilder und Bericht! Da bekomme ich richtig Lust!

  • Bjarga

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 07:02

  • Sandra

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 07:22

    [/url:1dy49co4][/url:1dy49co4][/url:1dy49co4]

    Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen ausser GRANDIOS!!! –><img class= –>

  • harwin

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 07:23

    Manni, Danke

    Deine Bilder und Deine Worte sagen mir: Da will ich hin, das muss ich unbedingt sehen. Eine Karte habe ich schon.

    Edit: Ich würde ja auch gerne einen Tourbericht in der Art einstellen aber so schöne Touren habe ich noch nicht gemacht.

  • Reinhard1

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 08:41

    Hallo Manni,

    Besser kann man einen Bericht wohl nicht gestalten, die Fotos sind wieder einmalig schön.

    Anscheinend fotografierst du viel mit Stativ und Selbstauslöser. Kostet das nicht zuviel Zeit auf deiner Tour?

  • ralf

    Administrator
    24. Januar 2012 at 09:16

    moin manni!

    wieder ein waaaaaaaaaaaaahnsinns tourenbericht samt noch besseren impressionen von dir…

    da packt mich wirklich sofort die lust endlich mal ne tour (oder genau diese ) in der brenta zu machen!

    Liebe Grüße aus dem grauen Frankenland!

    Ralf

  • Nobby

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 09:52

    Hi Manni,

    super Bericht und echt tolle Bilder. Das macht richtig Lust auf Touren in der Brenta.

    Ach ja, da Du sicherlich noch mehr auf Lager hast…. ruhig weitermachen mit den tollen Berichten… das hat zumindest bei mir einen gewissen Suchtfaktor –><img class= –> –><img class=” title=”Laughing” /> –>

    Gruß

    Nobby

  • Manni-Fex

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 12:44
    tobiAS wrote:
    Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder. Da bekommt man richtig Lust auf den Frühling bzw. Sommer!

    Was mich noch brennend interessieren würde, mit welchem Foto hast Du die Bilder gemacht?

    Hallo Tobias.

    Bei meinen Bergtouren nehme ich folgende Ausrüstung immer mit:

    Fotokamera: Nikon D200 (900gr). Es gibt zwar neuere und bessere DSLR, aber ich bin mit meiner D200 (noch) voll zufrieden.

    Objektive: Nikkor 24-70mm (900gr) und Tokina 12-24mm (540gr)

    Stativ: Manfrotto 7302YB mit Kugelkopf (1500gr)

    Bei Klettersteigen ist noch zusätzlich das sehr interessante Stativ dabei:

    Gorilla Pod SLR Zoom mit dem Manfrotto Kugelkopf Modell 496RC (zusammen 670gr)

    Dieser Gorilla Pod ist auf Klettersteigen sehr interessant, da man auch dort wo das normale Stativ nirgends Platz hat, diese Kralle

    einfach um eine Leiter oder eine Drahtseilverankerung wickeln kann…und das hält eigentlich bombenfest. Den Kugelkopf habe ich zusätzlich

    auf den Gorilla Pod befestigt, da ich so auch in den extremsten Situationen (auch Klettersteig mit Schwierigkeit E) die Kamera drehen kann, dass

    der Horizont immer waagrecht ist.

    Dann haben das Manfrotto Stativ und der Kugelkopf am Gorilla Pod auch noch denselben Schnellspannverschluss. Da habe ich die Kamera in wenigen Sekunden montiert und auch wieder abmontiert… ganz ohne lästiges schrauben.

    Also wiegt meine Standart-Fotoausrüstung bei jeder Tour in etwa 4,5 kg!!! Oft habe ich dann aber auch noch ein Makro-Objektiv mit dabei.

    Ich nehme die Fotos im RAW-Format auf (bei Nikon NEF) und bearbeite diese Rohdateien nachher mit Lightroom und Photoshop.

    Abgespeichert wird das Bild dann als unkomprimierte Tiff-Datei mit 8 BIT Farbtiefe. Ich könnte zwar mit 16 BIT speichern, aber noch keine Druckerei ist im Stande

    Bilder mit mehr als 8 BIT Farbtiefe zu drucken.

  • Manni-Fex

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 12:47
    Reinhard wrote:
    Hallo Manni,

    Besser kann man einen Bericht wohl nicht gestalten, die Fotos sind wieder einmalig schön.

    Anscheinend fotografierst du viel mit Stativ und Selbstauslöser. Kostet das nicht zuviel Zeit auf deiner Tour?

    Hallo Reinhard. Du hast richtig bemerkt, daß viele meiner Bilder mit Stativ und Selbstauslöser (teilweise auch mit Timer) aufgenommen werden.

    Natürlich verliert man da oft mehr als 5 Minuten für ein Bild. Das nehme ich aber oft gerne in kauf.

  • Reinhard1

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 13:11

    Schon wieder ein nachgestelltes Foto von Manni: –><img class= –>

    [/url:3gtzo1b2]

  • harwin

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 13:12

    @Manni-Fex

    Respekt. Ich reduziere meine Ausrüstung eher wenn ich Klettersteige oder Bergtouren gehe, hauptsächlich aus Gewichts-, aber auch aus Platzgründen. Und ich habe immer etwas Angst um die Sicherheit meiner Ausrüstung. Ich komme aus dem Canon-Lager und fotografiere mit einer 40D. Und auf Touren ist dann halt nur ein ein Sigma 18-125 dabei. An das Gorillapod habe ich noch gar nicht gedacht. Ich hab ja auch so was ähnliches. Aber ein großes Stativ würde ich nicht mitnehmen. Aber ich weiß nicht ob Du Profifotograf oder Hobbyfotograf bist. Ich fotografiere nur als Hobby.

  • Manni-Fex

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 13:30
    Reinhard wrote:
    Schon wieder ein nachgestelltes Foto von Manni: –><img class= –>

    [/url:3bwus1f3]

    Zwischen diesen beiden Bildern liegen 5 Jahre. Das linke Foto habe ich noch analog aufgenommen, rechts schon digital.

  • Manni-Fex

    Mitglied
    24. Januar 2012 at 13:31

    @Harwin: Ich bin Hobbyfotograf…einige Bilder von mir wurden aber auch in verschiedenen Führern veröffentlicht. Bis zu diesem Frühjahr hatte ich das Sigma 18-200.

    Eine Windböe hatte mir aber beim Sonnenaufgang am Lagazuoi das Stativ samt Kamera umgeworfen. Das Objektiv hatte es nicht überlebt. Danach habe ich das

    sauteure und ebenso schwere Profiobjektiv von Nikon, das 24-70 f2,8 zugelegt…qualitativ ein Meisterwerk!

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