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  • Tod auf dem Klettersteig – Kaserkopf

    aktualisiert 15 Jahre, 9 Monat aktiv. 9 Mitglieder · 36 Beiträge
  • da_niel

    Mitglied
    1. August 2010 at 23:18

    Auch die Klettersteige bergen größere Gefahren in sich und dürfen niemals unterschätzt werden. Ein deutscher Wanderer ist in Anwesenheit seiner 15-jährigen Tochter auf dem Klettersteig Kaserkopf ausgerutscht und hundert Meter in die Tiefe gestürzt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Nichts konnte auch der schnelle Rehanimationsversuch in St. Ulrich, wo ein Mann plötzlich zusammengebrochen und leblos liegen geblieben war. Ein technisch anspruchsvoller Einsatz gelang dem Team des Aiut Alpin Dolomites im Gebiet Antermoia. Ein 55-jähriger Italiener musste mit der Seilwinde geborgen werden, nachdem sowohl der Arzt als der Windenmann die Erstversorgung vor Ort am Berg vorgenommen hatten. In diesen Fällen ist der Pilot in ganz besonderer Weise gefragt, denn er muss die Maschine über längere Zeit in Felsnähe ruhig in der Luft halten. Auf dem Antelao hat sich ein großes Schneebrett gelöst und dabei 7 Wanderer mit sich gerissen. Einige Wanderer wurden dabei schwer verletzt und mussten von den Hubschraubern des Aiut Alpin Dolomites und der Falchi di Pieve in das nächstgelegene Krankenhaus geflogen werden.

    Die Mannschaft des Aiut Alpin Dolomites hat bis jetzt schon über 150 Flugeinsätze getätigt.

    Quelle: ** you do not have permission to see this link **

  • Sandra

    Mitglied
    2. August 2010 at 12:25

    Es ist schlimm, wenn man sowas leider wieder lesen muss! Mein tiefstes Beileid an die Angehörigen!

    Allerdings stellt sich mir immer wieder die Frage, wie man bei einem Klettersteig (in dem man ja IMMER gesichert ist/sein sollte) 100m in die Tiefe stürzen kann!?!

  • Nobby

    Mitglied
    2. August 2010 at 12:51
    Sandra wrote:
    Es ist schlimm, wenn man sowas leider wieder lesen muss! Mein tiefstes Beileid an die Angehörigen!

    Allerdings stellt sich mir immer wieder die Frage, wie man bei einem Klettersteig (in dem man ja IMMER gesichert ist/sein sollte) 100m in die Tiefe stürzen kann!?!

    Hi Sandra,

    es handelt sich hierbei um den Olanger Klettersteig laut klettersteig.de ein B/C und da ist nicht alles gesichert, eventuell ist der Unfall dort passiert.

    Unfallbericht:

    ** you do not have permission to see this link **

    Zitat Klettersteig.de

    Erst quert man die Nordwand ohne Sicherung durch ein Geröllfeld. Bald stösst man auf ein lockeres Drahtseil, welchem man über grasig-felsiges Gelände dem Hang hoch folgt (1.5). Am besten benützt man das Seil nicht als Steighilfe, es zieht einen immer wieder in mühsames Gelände. Oben traversiert man kurz und steigt durch ein Felsband (2.5) hoch zu einer Rinne, wo man wieder kurz und einfach traversiert (2). Es folgt die Schlüsselstelle über ein ausgesetztes Band (3), wo schon leichter Armeinsatz nötig ist. Danach wieder über grasig-felsiges Gelände (2) auf den Grat, wo es wieder leicht an einem lockeren Seil zum Ausstieg geht (1.5). Anschliessend traversiert man auf der Südflanke, bis man in den Weg Nr. 61 gelangt. Von dort noch kurz hoch auf den Hochalpenkopf.

    Höhenmeter: 243m

    Sicherung ist durchwegs gut, unterstes und oberstes Seil dienen nur zum Hochziehen, nicht als Sicherung

    Gruß

    Nobby

  • wolf

    Mitglied
    2. August 2010 at 12:57

    …und leider nicht der einzigste unfall der letzten tage:

    http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2010/08/01/bergunfall-in-groeden-deutsche-urlauberin-49-stuerzt-in-den-tod.html

    (warum mich diese meldungen grade jetzt an die wind-und wettergegerbte “oma” die ich “ohne alles” vor kurzem im friedberger traf erinnert? naja, s' ist offensichtlich ja die lezten 50 jahre auch immer gut gegangen.

    und die andere aeltere dame im selben steig, welche sich ein wenig amuesierte dass wir “wie im lehrbuch” beide karabiner benutzten, selber ihren zweiten aber an der materialschlaufe trug.

    als ich ihr in meinem allzeit freundlichen ton entgegnete das wir uns, im gegensatz zu ihr, nicht wegen eines falsch benutzten ks set verletzen oder umbringen moechten hat sie so augen gemacht, die gutste! )

  • Sandra

    Mitglied
    2. August 2010 at 13:05

    Ja, stimmt schon, vermutl. war es an einer Stelle, wo man sich nicht sichern kann. An dieser Stelle nochmals mein tiefstes Beileid an die Angehörigen!

    Auch mir wäre beinahe ähnliches passiert am Hindelanger, eine ungesicherte Stelle, mit dem Fuss umgeknickt und schon saß ich auf meinem Allerwertesten, 5cm hinter mir gings senkrecht runter und das hätte ich vermutl. auch nicht überlebt. Man hört allerdings viel zu oft, daß Leute im KS extrem weit in die Tiefe stürzen, obwohl Sicherungen vorhanden sind. Wir waren gestern auf dem Echernwand-KS unterwegs, der Ausstieg ist komplettes A Gelände, durchgehend gesichert und wir haben uns alle gesichert. Man wird unaufmerksam, die Konzentration und die Kräfte lassen nach und genau an solchen Stellen passieren dann die meisten Unfälle!

  • Nobby

    Mitglied
    2. August 2010 at 13:22
    Sandra wrote:

    Auch mir wäre beinahe ähnliches passiert am Hindelanger, eine ungesicherte Stelle, mit dem Fuss umgeknickt und schon saß ich auf meinem Allerwertesten, 5cm hinter mir gings senkrecht runter und das hätte ich vermutl. auch nicht überlebt. Man hört allerdings viel zu oft, daß Leute im KS extrem weit in die Tiefe stürzen, obwohl Sicherungen vorhanden sind. Wir waren gestern auf dem Echernwand-KS unterwegs, der Ausstieg ist komplettes A Gelände, durchgehend gesichert und wir haben uns alle gesichert. Man wird unaufmerksam, die Konzentration und die Kräfte lassen nach und genau an solchen Stellen passieren dann die meisten Unfälle!

    Hi Sandra,

    na glücklicherweise ging das ja nochmal gut.

    Die angegebenen Absturzmeter sind sicherlich die Strecke, nicht die Höhenmeter, aber stimmt es stürzen viele Leute ab obwohl Sicherungen da gewesen wären. Tja einige überschätzen sich selbst und aber auch das Risiko eines Absturzes. An einer A-Stelle ausrutschen und 100 oder mehr meter tief zu fallen, ist genauso tödlich wie im freien Fall in einer Querung!!!

    Oft liegt es an den von Dir bereits erwähnten Ursachen, jedoch zur Zeit ist auch die Näße eine potenzielle Unfallquelle. Obwohl der Fels an den meisten Stellen bereits abgetrocknet ist tritt an den grasigen und erdigen Stellen oft noch lange Wasser aus, und macht gerade diese Stellen dann zu einer möglichen Falle für ungesicherte Geher. Auch brechen Grasballen oder darin eingebundene Steine (Tritte) bei viel Feuchtigkeit leichter weg, als wenn es knochentrocken ist.

  • Sandra

    Mitglied
    2. August 2010 at 13:36
    Nobby wrote:

    jedoch zur Zeit ist auch die Näße eine potenzielle Unfallquelle. Obwohl der Fels an den meisten Stellen bereits abgetrocknet ist tritt an den grasigen und erdigen Stellen oft noch lange Wasser aus, und macht gerade diese Stellen dann zu einer möglichen Falle für ungesicherte Geher. Auch brechen Grasballen oder darin eingebundene Steine (Tritte) bei viel Feuchtigkeit leichter weg, als wenn es knochentrocken ist.

    Genau aus diesem Grund haben wir am Samstag trotz strahlendem Sonnenschein auf einen Klettersteig verzichtet und dafür ne schöne Bergwanderung gemacht! Ist ein gutes Training, macht auch Spass und ist sicherer als ein halb abgetrockneter Steig!

  • Bergmeister

    Mitglied
    2. August 2010 at 14:26

    ** you do not have permission to see this link **

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    laut MM ist fast an selber stelle ein(e) Tscheche/in ebenfalls an diesem WE tödlich verunglückt. (Jeweils im Abstieg durch das Birgkar)

    Bei so vielen Unfällen frage ich mich schon, wem oder warum das gehäuft passiert?

    Persönlich glaube ich, dass es einfach an der zu guten Ausrüstung und den übersicherten Bergen liegt.

  • Steeler

    Mitglied
    2. August 2010 at 15:02
    wolf wrote:
    …und leider nicht der einzigste unfall der letzten tage:

    http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2010/08/01/bergunfall-in-groeden-deutsche-urlauberin-49-stuerzt-in-den-tod.html

    ….und wir (Uli, sein Sohn, und ich) waren 2 Tage davor noch dort am KS und sind nur komplett nass geworden.

  • Nobby

    Mitglied
    2. August 2010 at 15:11
    Bergmeister wrote:

    Bei so vielen Unfällen frage ich mich schon, wem oder warum das gehäuft passiert?

    Hi Hans,

    zum einen liegt es sicher daran, dass es immer mehr Menschen in die Berge treibt (einige sind dazu halt nicht gut genug vorbereitet), Bergwandern, Klettern und Klettersteige sind eben “trendig”. Je mehr Menschen dort unterwegs sind um so mehr Unfälle werden sich ergeben. Ich glaube nicht dass das Prozentual mehr geworden ist.

    Bergmeister wrote:

    Persönlich glaube ich, dass es einfach an der zu guten Ausrüstung und den übersicherten Bergen liegt.

    Hier stimme ich Dir teilweise zu, die gute Absicherung lockt sicher Leute in Bereiche in die sie ohne diese nicht vorgedrungen wären, die Unfälle passieren dann an Stellen wo eben keine Sicherung mehr möglich ist.

    Aber es liegt sicherlich nicht an der Ausrüstung, denn wenn ich mich sichern könnte aber es nicht tue, weil ich glaube das nicht zu müssen, dann kann auch der erfahrenste Bergsteiger an einer vermeintlich leichten Stelle den Abgang machen, weil ein Tritt oder Griff ausbricht. Also ohne Ausrüstung oder mit schlechter Ausrüstung steigt meines Erachtens die Gefahr eher noch an. Sind wir also froh über jeden, der eine vorhandene Sicherungsmöglichkeit nutzt, denn da kann das Risiko eines Absturzes eben reduziert werden.

    Gruß

    Nobby

  • Matze

    Mitglied
    2. August 2010 at 15:15

    Servas Bergfreunde,

    leider muss man immer wieder in den Bergen feststellen, dass einige Leute sehr fahrlässig handeln und sich dadurch selbst und auch andere in Gefahr bringen. Gestern war ich im Rofan-Gebierge unterwegs und habe dort den Klettersteig auf den Hochiss gemacht. Auf der Tafel steht dort als Schwierigkeit B/C. Kann man aber total vergessen. Der Steig ist mindestens C wenn nicht sogar C-D. Vor mir ist einer geklettert, der mir dann mit leicht lallender Stimme zugerufen hat, dass er leider nicht schneller kann, da er unten auf der Hütte ein paar Schnäpschen gebechert habe. Als ich das gehört habe konnte ich nur den Kopf schütteln. Entsprechend der Schnäpschen war er dann auch keuchend, pustend und schnaufend unterwegs. Zum Glück hat er wenigstens eine Rastschlinge dabei gehabt und nach einiger Zeit ist er dann zum Glück wohlbehaltend am Gipfel angekommen.

    Bergheil….Matze

  • Nobby

    Mitglied
    2. August 2010 at 15:22
    Matze wrote:
    Servas Bergfreunde,

    leider muss man immer wieder in den Bergen feststellen, dass einige Leute sehr fahrlässig handeln und sich dadurch selbst und auch andere in Gefahr bringen. Gestern war ich im Rofan-Gebierge unterwegs und habe dort den Klettersteig auf den Hochiss gemacht. Auf der Tafel steht dort als Schwierigkeit B/C. Kann man aber total vergessen. Der Steig ist mindestens C wenn nicht sogar C-D. Vor mir ist einer geklettert, der mir dann mit leicht lallender Stimme zugerufen hat, dass er leider nicht schneller kann, da er unten auf der Hütte ein paar Schnäpschen gebechert habe. Als ich das gehört habe konnte ich nur den Kopf schütteln. Entsprechend der Schnäpschen war er dann auch keuchend, pustend und schnaufend unterwegs. Zum Glück hat er wenigstens eine Rastschlinge dabei gehabt und nach einiger Zeit ist er dann zum Glück wohlbehaltend am Gipfel angekommen.

    Bergheil….Matze

    Hi Matze,

    das ist voll sch…. jetzt sind schon die Ballermänner in den KS unterwegs, mir reicht das im Winter wenn die besoffenen Dodels sich die Skipisten hinabstürzen, ohne jegliche Rücksicht weil ohne Reaktionsvermögen und Übersicht…. ich finde sowas abstoßend, nix gegen einen Gipfelschnaps, aber angesäuselt einsteigen?????

  • wolf

    Mitglied
    2. August 2010 at 19:59

    daher gehe ich mit meinen schneeschuhen fernab jeglicher apreskis-bars wandern und ueberlasse den rest eben jenen zeitgenossen. –><img class= –>

    gipfelschnaps ja, mit mass und ziel, und wenn der norbi dabei ist, ists auch mal ein schlueckchen merlot…aber immer so dass wir noch selbststaendig vom gipfel kommen. –><img class= –>

    leider laesst ballermann mittlerweile auch auf hochgelegenen huetten gruessen.

  • Nobby

    Mitglied
    2. August 2010 at 21:05
    wolf wrote:
    daher gehe ich mit meinen schneeschuhen fernab jeglicher apreskis-bars wandern und ueberlasse den rest eben jenen zeitgenossen. –><img class= –>

    gipfelschnaps ja, mit mass und ziel, und wenn der norbi dabei ist, ists auch mal ein schlueckchen merlot…aber immer so dass wir noch selbststaendig vom gipfel kommen. –><img class= –>

    leider laesst ballermann mittlerweile auch auf hochgelegenen huetten gruessen.

    ja das ist erschreckend, dass man auf Berghütten auch nicht mehr vor der Spassgesellschaft verschont bleibt. Mit den Schneeschuhen meide ich auch die Menschenansammlungen, aber wenn ich mit der Familie beim Skifahren bin lassen sich solch unangenehme Randerscheinungen nicht gänzlich vermeiden. Das mit dem Gipfelumtrunk ist ja auch OK solange es wie bei unseren Leuten hier im Rahmen bleibt… So ein toller Blick in die Ferne und “ein” guter Schluck passen schon zusammen –><img class= –>

  • Bergmeister

    Mitglied
    2. August 2010 at 21:32
    Nobby wrote:
    Bergmeister wrote:

    Persönlich glaube ich, dass es einfach an der zu guten Ausrüstung und den übersicherten Bergen liegt.

    Hier stimme ich Dir teilweise zu, die gute Absicherung lockt sicher Leute in Bereiche in die sie ohne diese nicht vorgedrungen wären, die Unfälle passieren dann an Stellen wo eben keine Sicherung mehr möglich ist.

    Aber es liegt sicherlich nicht an der Ausrüstung, denn wenn ich mich sichern könnte aber es nicht tue, weil ich glaube das nicht zu müssen, dann kann auch der erfahrenste Bergsteiger an einer vermeintlich leichten Stelle den Abgang machen, weil ein Tritt oder Griff ausbricht. Also ohne Ausrüstung oder mit schlechter Ausrüstung steigt meines Erachtens die Gefahr eher noch an. Sind wir also froh über jeden, der eine vorhandene Sicherungsmöglichkeit nutzt, denn da kann das Risiko eines Absturzes eben reduziert werden.

    Gruß

    Nobby

    Servus Nobby,

    Punkt 1 sehe ich genau so und Punkt 2 meinte ich etwas anders.

    Meine nicht nur auf KS-Set bezogen, sondern Komplettpaket (Von Schuhen bis Biwakzelt, oder was auch immer). Ich gehe heute in ein Geschäft, kaufe mir für 1000+x ein “Messnerset” und fahre dann nach Gamisch um den Jubiläumsgrat zu machen, weil jetzt kann ja nichts mehr schief gehen (natürlich etwas überspitzt, aber hoffe es verdeutlich was ich meine).

    Hde,

    Hans

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