Der Goldgrat Klettersteig hat vor ein paar Jahren den Goldweg Klettersteig abgelöst. Dieser ist nun leichter und weniger exponiert.
Anfahrt:
Von Landeck (Tirol) über Pfunds nach Nauders ODER von St. Moritz (Graubünden) und dem Unterengadin über Scoul durchs Spisser Tal kommend über Martinsbruck nach Nauders. 1 Km südlich von dort in Richtung Reschenpass befindet sich der riesige geschotterte Parkplatz der Bergbahnen Nauders (1416 m).
Zustieg / Zufahrt:
Entweder während der Betriebszeiten (erste Bergfahrt 9:00 Uhr / letzte Talfahrt 16:30 Uhr) mit der Bergkastel-Kleinkabinenbahn in 15 Minuten hinauf zur Bergstation auf dem Klasjungerkopf (2200 m).
Alternativ fährt man mit dem E-Bike auf unbefestigtem (aber sehr gutem) Fahrweg von der Talstation der Bergkastelseilbahn auf schmalem Teersträßchen die alte Straße Reschen südwärts etwas bergab bis links der unbefestigte Fahrweg abzweigt (Wegweiser, Wanderweg Nr. 33). Das Verbotszeichen für Fahrzeuge aller Art ist wohl nicht auf Fahrräder bezogen, wie man weiter oben sehen kann. Nach einer Linkskurve (geradeaus geht’s zum Kompatschhof ) kreuzt man eine MTB-Strecke (Bergkasteltrail). Danach unterquert man die Seile des Winter-Sessellifts. Nach einer S-Kurve unterquert man auch noch die Seile der Bergkastel-Kleinkabinenbahn. Dort biegt links ein Wanderweg ab zur Piengalm. Geradeaus bleibend passiert man nächste S-Kurve. Danach führt der Fahrweg geradeaus weiter zur Goldseehütte, bzw. zur Piengalm (Wanderweg Nr. 28). Hier biegt man rechts und fährt südwärts in Richtung Lärchenalm bis zu einer Linkskurve. Hier befindet sich das unter Depot der Mountaincarts. Geradeaus führt der Fahrweg zur nahen Lärchenalm (10 min. zu Fuß). Nun fährt man an rechter Fahrwegseite der 4,4 km langen Abfahrtstrecke für die Dreiräder folgend (von 09:00 bis 16:30 Uhr Fahrbetrieb möglich) in östliche Richtung über 504 Hm hinauf zur Jausenstation Stieralm (Bergkastelalm, 2054 m, 55 min.), wo man scharf links abbiegt (geradeaus kommt man nach Kompatsch über den Speichersee). Nun nicht mehr so steil in nordöstliche Richtung in 5 min. zur Bergstation der Bergkastel-Seilbahn (2200 m).
Zu Fuß dauert der Aufstieg 2¼ Std., wobei man den Fahrweg stellenweise abkürzen kann.
Von der Bergstation der Bergkastelbahn beim Kinderfreizeitpark „Goldwasser“ entweder mit der Sesselbahn der Zirmbahn hinauf zur Bergstation auf 2470m Höhe (Oder man wandert hinauf zur Bergstation der Zirmbahn in 45 Minuten).
Rechts dann an der Bergstation Zirmbahn vorbei folgt man dem sichtbaren Weg in 5 Minuten südostwärts hinauf zur bereits gut sichtbaren Klettersteig-Tafel, wo das 14 mm dicke Stahlseil und somit der Goldgrat Klettersteig beginnt (2500 m).
Klettersteig Goldgrat Route: 7 km; (Schwierigkeit: KS 3, bzw. C-):
Nachdem der (seinerzeit viel schwerere) Klettersteig „Goldweg“ wegen einem Felsausbruch gesperrt und zurückgebaut wurde, gibt es seit 2023 diesen 1 km langen Grat-Klettersteig, welcher nur an 4 Stellen die Schwierigkeit C erreicht. Ansonsten bleibt während der Route die Schwierigkeit darunter und weist viele Gehpassagen auf, die aber trotzdem mit Drahtseilen versichert sind. Seinen Namen verdankt der Steig gold-gelbfarbenem Steinflechtenbewuchs, wie man unterwegs immer wieder antrifft, wie auch einst der Klettersteig „Goldweg“ (dort noch viel mehr).
Der Charakter vom Goldgrat Klettersteig zeichnet sich nun dadurch aus, dass diesen auch Einsteiger gehen können. Für sie wurden 4 Lehrtafeln unterwegs angebracht. Durchweg käme der Steig ohne Eisenbügel aus, bis auf die kurzen C-Stellen. Damit auch Familien mit Kindern hier teilnehmen können, hat man einige Eisenbügel als Griff, oder Tritthilfe zusätzlich in die Felsblöcke eingebohrt.
Aufgrund der Höhe und Länge des Steiges, sollte dieser so früh wie möglich begonnen werden.
Bis zur Tafel „am Klettersteig“ kann man sicherlich unangeseilt aufsteigen (das muss aber jeder für sich selbst entscheiden!). Danach klettert man zum Turm hinauf und einer Scharte. Über eine schräge Rampe nach rechts erreicht man den Felskopf Goldspitz (2612 m). Dort steht ein nagelneues Holzkreuz und befindet sich die Infotafel über „Wetter“. Nach rechts führt von hier der 1.Notabstieg zurück zur Bergstation der Zirmbahn.
Nun folgt man dem Seil hinauf zum Steinmann auf nächstem kleinen Felskopf. Dort sieht man die Info-Tafel „Klettertechnik“. Hinab zu einer Felscharte klettert man im Anschluß rechts von einer senkrechten Verschneidung hinauf. Wem das zu schwer ist, kann diese links weniger steil über etwas bröselige Bänder und Rinnen ungesichert umgehen. Nach Überklettern einer schrägen Felsplatte erreicht man den Mitterkopf (2750 m) und damit die Landesgrenze zu Südtirol. Dort befindet sich eine kleine Marmorplatte aus dem Jahr 1920 mit dem Zeichen „8S-P“ (oder a-58), welche den Grenzpunkt markiert. Danach umgeht man ein Stück des Grats nach links. Etwas ausgesetzt erreicht man dann einen Felssattel, wo man die Lehrtafel vorfindet über „Stop or Go“ ( s.Foto).
Auf dieser ist ein Runddiagramm abgebildet über bisher und weiter benötigte Steigzeiten, um abschätzen zu können, ob man letzte Talfahrt mit der Seilbahn schafft. Auf dessen Westeite etwas unterhalb steht eine Bank. Von dort beginnt nach rechts mit roten Strichen markiert ein weiterer Notabstieg hinab ins Nauderer Gaisloch, wo man auf den Zustiegsweg trifft zur Plamorder Spitze.
Vom Sattel sieht man weiteren Routenverlauf, die (neue) Goldschachtel und das Gipfelkreuz der Bergkastelspitze (Cima Castello). Das spitzdachförmige Biwak ist vollkommen aus Holz gefertigt, verfügt über 4 Lagerpritschen und einer Tischsitzbank dahinter, sowie über zwei Be- und einer Entlüftungsluke (2810 m). Oberhalb vom Sattel kam einst der Klettersteig Goldweg an. Die abgeflexten Fixankerpunkte sieht man ab hier noch. Das neu verlegte Seil folgt dem oberen NW-Grat über letzte steile Stufe hinauf zum Gipfelkreuz, welches am 8.8.1976 von der Skischule Nauders errichtet wurde (2,5 Std.). An seinem unteren Schaft befindet sich die große Blechbox für das Gipfelbuch. Der Gipfel grenzt an Südtirol. Darum findet man dort eine rote Granitplatte von 1920 vor mit der Markierung „6S-P“ (oder a-59).
Abstieg:
Mit 14 mm dickem Drahtseil gesicherter Nordostgrat wird abgestiegen mit durchgängiger Leichtigkeit KS 1 (A) entlang eines hin und wieder mit alten roten Strichen markierten Pfads nur oben, dann frei kraxelnd meistens rechts entlang des Kamms zum oberen Goldsee (2587 m, 50 min.) und zum unteren Goldsee (2555 m), wo man auf den Goldseenweg Nr. 20 stößt. Nach unterem See zweigt der Weg Nr. 32 ab zum Mataunkopf (15 min.). Weiter am Ganderbild-Stein vorbei zum Wegweiser rechts hinter dem Bildstock zum Gedenken an die verstorbenen Bergwachtkameraden der Einsatzstelle Finstermünz – Nauders. Bei dem Wegweiser danach hält man sich links und steigt über kurzes Geröllfeld hinab zur nahen Bergstation der Bahnen (50 min.). Für den Abstieg vom Gipfel sollte man noch mindestens 2 Stunden einkalkulieren!
- ralf reviewed vor 3 Jahren
- last edited vor 8 Monaten
Maximale Höhe: 2864 m
Minimale Höhe: 2174 m
Gesamtanstieg: 420 m
Gesamtabstieg: -731 m
- ralf reviewed vor 8 Monaten
- last edited vor 8 Monaten
Wir haben eine super Kombitour gemacht und zwar Goldgrat Klettersteig (B/C) und Tiroler Weg (C/D) an einem Tag. Dazu steigt man zunächst von der Bergstation Zirmbahn den Goldgrat Klettersteig bis kurz vorm Goldbiwak hoch (wahlweise noch das kurze Stück weiter hoch zum Gipfel der Bergkastelspitze (2920m) und wieder auf gleichem Weg zurück) und dort dann den Notabstieg (Schild “Stop or Go”) rechts hinunter nehmen (s.Karte). Dann durch das großsteinige Geröllfeld (ACHTUNG: jeden Stein auf valide Belastung prüfen) beschwerlich zum Felsfuss der Plamorder Spitze queren (rot-weiße Markierungen alle 30m erleichtern die Orientierung) und zum dortigen Einstieg des Tiroler Weges. Nun herrlich zu kletternd (ohne künstliche Tritthilfen) anregend über die Kante hoch zum Gipfel der Plamorder Spitze (2985m) – von dort dann anstrengend (hier nochmals vollste Konzentration gefordert!) durch die Geröllflanke hinunter zum Einstieg vom Tiroler Weg und über das grobe Geröllfeld zurück zum Ausgangspunkt der Tour (Bergstation Zirmbahn- diese ist noch bis einschließlich 28.09. in Betrieb – man kann bis hierhin aber auch ohne Seilbahnunterstützung mit dem eBike hochradeln)
Dauer: ca. 6-8 Stunden
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- AndréTT reviewed vor 3 Jahren
Der Goldgrat ist nordwestlich ausgerichtet in beachtlicher Höhenlage. Er hat darum durchweg alpinen Charakter. Entsprechendes Schuhwerk ist also angebracht. Man muß trittsicher sein. Andernfalls macht der Steig keinen Spaß. Und die Route sollte trocken sein. Sonst wird’s rutschig.
Vom Gipfel schaut man auf oberen (grün schimmernden) Goldsee und die Plamorder Spitze im Süden. Dem Betrachter wird aber auch ein Panorama geboten auf Weißseespitze, Weißkugel, Similaun, Hohe Wilde , Wildspitze im Osten, Ortler im Süden, Piz Lad im Westen und Rätien bis hin zur Bernina im Südwesten.
Nach meiner Tour am 3.10.2012 über (ehemaligen) KS „Goldweg“, welchen es wegen einem Felsausbruch so nicht mehr gibt, stieg ich über den neuen KS mal wieder auf diesen Felsgipfel hinauf.
Im Klettersteig vor mir traf ich ca. 14 Berggänger an, welche mich im Aufstieg mit der Zirmbahn überholt hatten. Da der Grat bis auf die vier KS3-Stellen einer alpinen Wanderschwierigkeit T5 entspricht, kraxelte ich entsprechend ohne Sicherung über den Grat mit Ausnahme der vier C-Stellen, wo ich mich einklinkte wegen der Ausgesetztheiten dort. Insofern war ich nach 1,5 Std. durch.
Betriebszeiten der Bergbahnen: Bergkastelbahn in der Zeit von 26.5. bis 8.10.2023: täglich von 09:00 bis 16:30 Uhr; Zirmbahn in der Zeit von 16.6. bis 1.10.2023 täglich von 09:15 bis 16:00 Uhr.
Der Fahrtpreis für die Bergkastel-Bahn beträgt für die Einzelfahrt € 19,00. Die Tageskarte für alle Sommerbahnen in Nauders € 25,00, also auch für die Zirmbahn. Die Abfahrt mit dem Montaincard von der Bergstation der Sesselbahn Lärchenhang 2 kostet € 15,00 (ermäßigt auf € 11,00 i.V.m. Tageskarte) bis 13:00 Uhr, bzw. € 18,00 (ermäßigt: € 14,00), Stand: 2023.
Das schwarze Bergbuch in der Gipfelbox ist vom 2.8.2022 und erst zu 1/3 erst beschrieben.
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