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  • Klettersteigen mit Sehbehinderung

    aktualisiert 16 Jahre, 4 Monat aktiv. 5 Mitglieder · 19 Beiträge
  • Maulwurf

    Mitglied
    20. Januar 2010 at 15:06

    Hallo,

    ich bin neu hier und habe auch noch keine Erfahrung mit Klettersteigen. Dies würde ich gerne ändern. Spannend wird das ganze nun, da ich nur 2% sehe (damit zähle ich juristisch bereits als blind…) Die Berge habe ich ansich in der Hohen Tatra kennen und lieben gelernt, und auch die 2% reichen noch um einen genialen Ausblick schätzen zu können.

    Nun wollte ich mich an dieser Stelle nach eurer Meinung zur Realisierbarkeit meiner Vorhaben erkundigen. Daher vielleicht noch ein paar Worte zu mir: Ich bin 24 und wurde, wie bereits erwähnt schon vor vielen Jahren mit in die Hohe Tatra genommen. Nach dem, was ich bis jetzt von den Alpen gesehen habe – nicht sonderlich viel – 3 Tage zum überqueren der Zentralalpen, scheinen mir die Slowaken eine deutlich flexiblere Vorstellung von Wegen zu haben. So ist die Überquerung des Priecne sedlo (Prinzensattel) meiner Meinung nach doch recht abenteuerlich… In den Alpen war ich bis jetzt nur einmal auf dem Weg von Dresden nach Rom. Dabei stiegen wir aus dem Inntal zur Lizumer Hütte, Spannagelhaus, Friesenbergscharte und im nach dem Pfitscher Joch wieder ins Tal. Vom Geföllfeld hinter der Friesenbergscharte mal abgesehen, empfand ich diesen Weg als regelrecht luxoriös.

    Ich wohne in Dresden, und kenne die Sächsische Schweiz inklusive ihrer Stiegen ziemlich gut. Zum klettern kam ich allerdings noch nicht, da ich bis jetzt niemanden fand der bereit gewesen wäre mich zu sichern, bzw. von dem ich mich hätte sichern lassen wollen.

    Nun wollte ich mich erst einmal in Richtung Zittau am Nonnensteig und Alpinen Grat versuchen und mich dann an systematisch weiter voranarbeiten.

    Also dann, für Meinungen und Hinweise wäre ich dankbar.

    Viele Grüße

    Mario

  • wolf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 10:04

    hallo mario.

    erstmal: RESPEKT dass du dir trotz deiner sehbehinderung diese abenteuer nicht engehen lassen willst! dickes ”thumbs up!”

    sicher bist du grundsaetzlich nicht alleine unterwegs, oder?

    wenn du die stiegen in der saechsischen schweiz kennst und schon gegangen bist sind die steige im zittauer gebirge sicher eine gute moeglichkeit etwas schwereres auszuprobieren. mit einem entsprechenden partner, der richtigen ausruestung und dem wissen wir man sie einsetzt sicher kein problem.

    wenn du dich an den zittauer steigen sicher fuehlst, dann darfst du auch mal den loewinger-steig im plauenschen grund ausprobieren. –><img class= –>

    viele gruesse und weiterhin viel spass im gebirge.

  • nove

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 10:33

    hey mario,

    ich kann mich nur meinem vorredner anschließen! –><img class= –> hut ab, dass du solche unternehmungen machst/machen willst!

    aber auch mir stellt sich die frage, wie bist du unterwegs z.b in der sächsischen schweiz? alleine?

    speziell bei so stiegen wie z.b zwillingsstiege? wie kann ich mir das vorstellen wenn du den steig machst?

    dann zu den zittauer steigen, was möchtest du genau wissen? frag drauf los –><img class= –>

    viele grüße

    nove

  • Maulwurf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 12:16

    Hallo,

    Erstmal vielen Dank für die schnellen freundlichen Antworten. Ich bin erstmal froh, dass keine Reaktion in der Art wie: “OH Gott! Bist du lebensmüde?” oder dergleichen kommen.

    Alleine bin ich eigentlich nie unterwegs. In der sächsischen Schweiz wäre das zwar sihcerlich möglich aber im Hochgebirge halte ich es für ziemlich ausgeschlossen. In Gesellschaft ist das ganze sowieso viel schöner, und mit Begleitung reduziere ich das Risiko wenigstens ein bißchen.

    Wie ich unterwegs bin, ist eine spannende Frage. Prinzipiell fühle ich mich bergauf am wohlsten. Da ist der Boden hinreichend nah, dass ich dem Weg allein gut einschätzen kann. Auch in den Stiegen hab ich da keine Probleme, da durch die Klammern, Seile etc. die Wegführung ziemlich eindeutig ist. Auch sind diese so kontrastreich zum “wilden” Felsen, dass ich die in meiner Umgebung recht gut finde.

    Bergab wird das ganze schon komplizierter. Für mich ist es äußerst schwierig, dabei exakten Entfernungen und Neigungen vor mir zu erfassen – gerade in Geröllfeldern also die Frage wo liegt der Block und kann ich da drauf treten. Die anfänglichen Touren waren daher eine ziemliche Tortur mit extremen Belastungen für die Knie. Mittlerweile hat es sich ganz gut eingespielt, dass ich jemanden ca. 3m vor mir laufen lasse. Das reicht aus – auch wenn es kein bewusster Prozess ist – dass ich weiß, wo ich hintreten kann. Auch an Kletterstellen hab ich mannchmal meine Probleme den nächsten Tritt zu finden. Mit ein paar Hinweisen meines Vordermanns hat das bis jetzt aber immer recht gut funktioniert.

    Ansich will ich die Steige mit einer Freundin gehen – sie hatte mir mal ein Video vom Königsjodler geschickt, aber bis dahin ist noch ein seeeeeeeeehr weiter Weg… Klettersteigerfahrung hat auch sie leider nicht. Sie war allerdings schön häufiger mit mir in den Bergen unterwegs und weiß wie ich “funktioniere”. Die einzige Erfahrung die wir beide mit Sicherungstechnik haben, stammt aus einem Hochseilgarten. Was einem dort erzählt wurde, war nicht sonderlich kompliziert, aber ich vermute, dass man in freier Wildbahn noch eine ganze Menge mehr beachten muss.

    Nach dem, was ich so gelesen habe, würde ich mir beide zutrauen, nur fehlt mir halt eine effektive Einschätzung – die Häntzschelstiege hab ich z.B. vorher nie wirklich als Klettersteig gesehen, sondern nur als spannenden Aufstieg, bei dem man die Ruhe bewahren und sich immer gut festhalten sollte. Soviel erstmal von mir.

    Viele Grüße

    Mario

  • wolf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 12:34

    hallo mario.

    ok, die Häntzschelstiege ist zwar nicht schwer aber wenn du in der querung nach dem einstieg oder die lange klammernreihe runterfaellst kannst du auch mausetot sein. mir pers. sind da die fallhoehen zu gross und ich nutze daher entsprechend ein ks-set.

    da du und deine freundin noch “ferrata-rookies” –><img class= –> seid, lege ich euch zunaechst einen klettersteigkurs beim dav oder einer bergsportschule nahe.

  • Maulwurf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 15:05
    wolf wrote:
    hallo mario.

    ok, die Häntzschelstiege ist zwar nicht schwer aber wenn du in der querung nach dem einstieg oder die lange klammernreihe runterfaellst kannst du auch mausetot sein. mir pers. sind da die fallhoehen zu gross und ich nutze daher entsprechend ein ks-set.

    Hallo Wolf,

    Das kann ich gut verstehen und genau deshalb melde ich mich ja hier Wenn man in der Gegend aufwächst, bekommt man das gute Stück irgendwann mal von einem Freund gezeigt und stiefelt da fröhlich hoch, ohne sich überhaupt irgendwelche Gedanken darüber zu machen und auf die Idee zu kommen sich zu sichern. Erstaunlich, dass trotzt der vielen Sandalentouristen dort so wenig passiert…

    wolf wrote:

    da du und deine freundin noch “ferrata-rookies” –><img class= –> seid, lege ich euch zunaechst einen klettersteigkurs beim dav oder einer bergsportschule nahe.

    Das werde ich tun. Hast du evtl einen Link, wo ich dergleichen finde?

    Vielen Dank und viele Grüße

    Mario

  • nove

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 15:40

    schalom mario,

    wie schauts aus, kennst du den sbb oder die dav sektion dresden?

    an die könntest dich mal wenden bezüglich kurs. evtl wäre mal an einen beitritt zu denken.

    dann kann ich dir auch noch den dav chemnitz ans herz legen. die machen kurse in der wolkensteier schweiz. wurde mir von einem mitglied aus flöha erzählt.

    dann hing letztes jahr im globetrotter in dd was aus bezüglich ks-kurse

    ** you do not have permission to see this link **

    . da müsstest du immer wieder mal hin schauen. ist aber kein problem wenn du aus dd bist.

    soooo und dann gibts in der s.-schweiz 2 alpin/kletter- schulen, und die sollen auch was im programm haben….

    nur das müsste ich selbst mal raus suchen…..

    ciao

    nov

  • wolf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 19:46

    tach.

    schalom heisst ja bekanntlich 'friede'…was heisst nun 'el schalom?'

    elfriede! –><img class=” title=”Laughing” /> –> –><img class=” title=”Laughing” /> –> –><img class=” title=”Laughing” /> –>

  • nove

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 19:52

    ave lupo

    na da hat ja der polyglotte wolf zugeschlagen –><img class=” title=”Laughing” /> –>

  • Maulwurf

    Mitglied
    21. Januar 2010 at 22:08

    Leider kenne ich da keinen. Ich traf mal Uli Voigt, den Ehrenvorsitzenden des SBB in der Sächsischen Schweiz, der ging mit seinen 75 Jahren die Rübezahlstiege als Aufwärmung zum Klettern, ziemlich beeindruckend. Auf den Internetseiten habe ich bis jetzt nichts informatives gefunden. Nun ja ich schätze mal, ich warte, bis es draußen ein wenig wärmer wird, dann wird sich sicher was finden. Bis dahin durchstöbere ich hier noch ein wenig das Forum

  • nove

    Mitglied
    22. Januar 2010 at 08:19

    moin mario,

    mein tipp, geh einfach mal in die geschäftsstelle des sbb. dort können sie dir bestimmt weiter helfen bezüglich kurse.

    auf der internetseite von denen findet man eh nix……………………………………………………………………

    die geschäftsstelle ist übern “gipfelgrat” in der könneritzstr. ecke schwerinerstr.

    danach kannst du dich mal im gipfelgrat beraten lassen bezüglich ausrüstung (KS-Set etc.). –><img class= –>

    aber du hast ja noch a bissl zeit….kurse sind eh erst im frühjahr oder sommer.

    im zittauer gebirge geht zur zeit eh nix, weil nonnensteig gesperrt und der alpine grat bei schnee…..sehr anspruchsvoll ist!

    und in der sächsischen schweiz sollte man auch nicht unbedingt jede stiege machen bei dem schnee.

    aber was ich dir empfehlen kann, geh jetzt in die sächsische schweiz zum wandern. winter ist die beste jahreszeit!

    da hast du deine ruhe und kannst super touren machen.

    auf den großen wegen ists kein problem zu wandern, auf den kleinen wegen muss man schauen wie die verhältnisse sind!

    ciao

    nov

  • Die Schatzjäger

    Mitglied
    22. Januar 2010 at 09:55

    Noch ein kleiner Kommentar von mir, außer dem üblichen 'Toi, toi, toi, super Leistung was du da machst !' noch mal der Hinweis, dass in einem schweren Klettersteig meißt durchgehend Sicherungen (Drahtseil) vorhanden sind. Das heißt für dich: Umso schwerer der Klettersteig, umso leichter kannst du ihn machen da du immer ein Stahlseil hast um die richtige Wegführung zu finden.

    Anstieg und Abstieg sind da natürlich dann trotzdem nicht zu unterschätzen !

    Ich denke ich kann das ein bisschen mit meinen Höhenglücksteig-Nachttouren vergleichen. Dank der Stirnlampe sieht man das Stahlseil vor sich immer, und auch die meißten Tritte (je nach Lichtrichtung). Aber sobald Zwischenstücke kommen wo man kurz ohne Stahlseil weiter muss (die sind dann freilich klettertechnisch nicht sonderlich anspruchsvoll) muss man die Stirnlampe schon hochdrehen, damit man weiß wos langgeht…

    Mfg,

    Thomas

    PS: Sollte ich schon gesagt haben, das ich deine Leistung TOP finde ?

    PPS: Wenn du/ihr mal in der Nähe von Nürnberg seid, zeige ich euch gerne den Höhenglücksteig !

  • Maulwurf

    Mitglied
    22. Januar 2010 at 10:38

    Halle nove,

    vielen Dank für die Tips. Da werd ich da mal vorbeischauen. Mit den Stiegen hast du auf jeden Fall recht. Wenn z.B. die Felsen auf dem langen Horn richtig schön vereist sind, nützt einem sicher auch eine normale KS Ausrüstung nix mehr. Mir steht grad lebhaft vor Augen wie man auf der einen Großen Platte Richtung Abgrund schlittert ohne eine Möglichkeit zum sichern oder festhalten zu haben. Ich werd mal richtung Richterschlüchte gucken, wenn die Wege da einigermaßen begehbar sind, ist es dort um die Zeit richtig malerisch…

    Danke für die Lorbeeren Thomas Ähnliche Überlegungen haben mich auch dazu gebracht, die Idee, im Gegensatz zu manch anderen, die man so in seinem Leben hat, ernsthaft weiter zu verfolgen. Die Auf und Abstiege sind sicherlich nicht viel anders als bei “normalen” Bergtouren, vermute ich mal?? Mit Aufstiegen hatte ich bis jetzt keine Probleme, die Abstiege sind immer etwas stressiger und ich muss etwas mehr Gehzeit einplanen. Bis jetzt bin ich aber von jedem Berg wieder heil heruntergekommen

    Edit: Das Angebot werden wir bestimmt mal nutzen. Mit dem Zug kommt man recht bequem in gut 4h nach Nürmberg. Der Vorteil am so wenig sehen ist, dass mich die Deutsche Bahn fast überall kostenlos befördert und ich noch jemanden mitnehmen kann

    Viele Grüße

    Mario

  • nove

    Mitglied
    22. Januar 2010 at 11:07

    servus

    ich kann dir ja morgen abend sagen ob die platten am langen horn vereist sind

    und ob ich geschlittert bin –><img class=” title=”Laughing” /> –>

    letztes jahr war es da oben schön glatt. aber das ist nichts im vergleich zum ausstieg häntzschelstiege wenn der vereist ist oder zwillingsstiege…..

  • Maulwurf

    Mitglied
    22. Januar 2010 at 11:53

    Genau den Ausstieg mein ich ja. Der ist doch an der Spitze des langen Horn, dachte ich…

    Nachdem das Sicherungsseil ändet, hast du mehrere nette glattgeschliffene Platten… Was nimmst du da noch mit. Wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß!

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