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Klettersteige ↔ Klettersteig Touren mit Karte und Topo | via-ferrata.de Forums Ausrüstung In Bandschlingen einhängen – Harakiri oder denkbar?

Gezeigt werden 1 - 15 von 15 Antworten
  • In Bandschlingen einhängen – Harakiri oder denkbar?

    aktualisiert 10 Jahre, 11 Monat aktiv. 7 Mitglieder · 15 Beiträge
  • DannyBoy

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 06:22

    Hallo zusammen, ich habe fürs kommende Wochenende eine kleine Tour geplant. Laut Internetbeschreibungen erwarten mich dort leichte Kletterstellen, die meistens ungesichert gegangen werden, aber wo Bohrhaken vorhanden sind. Da ich die Stellen noch nicht selbst gesehen habe und ich vielleicht alleine unterwegs sein werde, möchte ich mir für den Fall der Fälle die Möglichkeit zur Eigensicherung offen halten.

    Also zur Frage: ist die Bruchlast von Bandschlingen ausreichend, dass man sie an nem Bohrhaken befestigen kann, um sich dann mit nem Klettersteigset da einzuhängen? Oder ist das Spiel mit dem Feuer? Oder hat hier jemand einen besseren Vorschlag zur Eigensicherung?

  • wolf

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 06:35

    eine bandschlinge hat normalerweise eine bruchkraft von 22kN.

    mich wuerde eher interessieren wie du das technisch realisieren willst.

    welche kletterschwierigkeiten erwarten dich? welche tour wird es sein? musst du den selben weg zurueck?

    prinzipiell ist meine meinung: als alleingaenger nicht versuchen irgendwelche pseudo-sicherungen zu basteln, sondern wenns zu schwer oder zu heikel wird RECHTZEITIG umkehren.

    denn wenn du ein 2er wandl runter musst, welches dir im aufstieg schon ne menge respekt abgenoetigt hat wird's lustig.

  • DannyBoy

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 07:21

    Wenn du so nachfragst hätte ich selbst drauf kommen können, dass das nicht technisch zu realisieren ist, da die Öffnung des Bohrhakens entweder zu klein ist, oder die Schlinge nicht mehr vernünftig entfernt werden kann. Im Zweifelsfall umkehren ist wohl das Vernünftigste.

    Ich habe die Überschreitung der Engelsley im Ahrtal geplant. Ist als eine Einlauftour geplant, denn in paar Wochen geht's in die Alpen. Die meisten Kletterstellen haben wohl die Schwierigkeit UIAA 1, die Schlüsselstelle, die aber wohl umgangen werden kann, hat wohl UIAA 2 bis 3. Was ich aber nicht weiß ist, ob die Schlüsselstelle tatsächlich die einzige Stelle oberhalb von UIAA 1 ist.

  • wolf

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 08:03

    die engelsley scheint sich ja zum ausseralpinen liebling zu entwickeln. <img class=

    die schluesselstelle ist definitv der kamin am suedlichen ende des grats.

    ich empfehle dir (wie es timmy wohl auch aus versehen gemacht hat) kurz vor dem kamin nach rechts runter zu gehen und dich dann am 'wandfuss' nach links zu wenden.

    dort findest du den einstieg zum kamin. probier ihn erstmal im aufstieg aus und entscheide dann ob du dir den abstieg wiederum durch den kamin auch zutraust.

    wenn du im anschluss an die engelsley noch den steinerberg und das altenburger horn mitnimmst wird's ne schöne tagestour.

    Beschreibung[/url:jwim8lqm]

  • Apicius

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 08:06

    Unter Dauerlast hält die Bandschlinge, anders ist es wenn sie unter plötzliche starke Belastung gerät wie zum Beispiel bei sie bei einem Sturz in einem längeren Klettersteigabschnittt auftreten kann.

    Heist, wenn du dich mit einer langen Bandschlinge (Frage ist, was ist lang) sichern willst ist die Gefahr das die reist recht hoch.

    Das Problem mit der Lösung aus dem Bohrhaken konnte man damit umgehen das man statt einer vernähten eine offenen Bandschlinge nimmt, die Schlinge, wenn man fertig ist zu sich zieht und wieder öffnet, und dann das Band durch den Bohrhaken ziehen kann.

    Ist aber eher eine Sache für eine Notlösung (besser als nix) wenn man in der Patsche sitzt als eine geplante Klettertour.

  • DannyBoy

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 11:34

    Danke für den Hinweis. Ich glaube, ich lasse dann lieber das Experiment mit der Bandschlinge.

    wolf wrote:

    wenn du im anschluss an die engelsley noch den steinerberg und das altenburger horn mitnimmst wird's ne schöne tagestour.

    Beschreibung[/url:3p7nlt86]

    Danke für den Tipp! Ich muss mal schauen. Wollte aufjedenfall auch beim Teufelsloch vorbei und vielleicht auch Teufsley, Schrock überschreiten. Aber wenn sich der Wetterbericht nicht ändert, könnte es Samstag bis zu 37 Grad geben. Da wäre was kurzes vielleicht garnicht mal so schlecht

  • harwin

    Mitglied
    30. Juni 2015 at 11:36
    DannyBoy wrote:
    Danke für den Tipp! Ich muss mal schauen. Wollte aufjedenfall auch beim Teufelsloch vorbei und vielleicht auch Teufsley, Schrock überschreiten. Aber wenn sich der Wetterbericht nicht ändert, könnte es Samstag bis zu 37 Grad geben. Da wäre was kurzes vielleicht garnicht mal so schlecht

    und idealerweise so früh wie möglich los um Hitzschlag, Sonnenstich, Erschöpfung etc. vorzubeugen. Und lieber ein paar Liter Flüssigkeit mehr mitnehmen.

    Nachtrag: und den heißen Nachmittag dann lieber an einem See, im Schwimmbad oder Biergarten verbringen.

  • Timmy

    Moderator
    30. Juni 2015 at 16:47
    Apicius wrote:
    Unter Dauerlast hält die Bandschlinge, anders ist es wenn sie unter plötzliche starke Belastung gerät wie zum Beispiel bei sie bei einem Sturz in einem längeren Klettersteigabschnittt auftreten kann.

    Heist, wenn du dich mit einer langen Bandschlinge (Frage ist, was ist lang) sichern willst ist die Gefahr das die reist recht hoch.

    Das Problem mit der Lösung aus dem Bohrhaken konnte man damit umgehen das man statt einer vernähten eine offenen Bandschlinge nimmt, die Schlinge, wenn man fertig ist zu sich zieht und wieder öffnet, und dann das Band durch den Bohrhaken ziehen kann.

    Ist aber eher eine Sache für eine Notlösung (besser als nix) wenn man in der Patsche sitzt als eine geplante Klettertour.

    Hey Danny

    Ne Bandschlinge würde ich beim klettern max. nur zur Selbstsicherung benutzen und auch nur am Standplatz. Du musst bedenken das ein Bohrhaken auch ausbrechen kann wenn er belastet wird. Deswegen am besten 2 Fixpunkte. Zur Not Sanduhren, Cams oder Klemmkeile legen. Das ist aber natürlich alles eine Frage des Zustandes und der Vertrauenswürdigkeit des Fixpunktes bzw. des Gesteins. Und Vorraussetzung ist natürlich Wissen im Standplatzbau. Welchen Berg hast Dir denn vorgenommen in den Alpen?

    Die sogenannte Schlüsselstelle am Engelsley empfand ich ja als easy das war max. ne 1 die etwas ausgesetzter war. Am Engelsley kann mann sofern mann trittsicher ist getrost ohne Seilsicherung gehen. Aber es ist ne nette Kraxeltour mit schicker Landschaft!

    wohl die Schlüsselstelle

    [/url:25ihln1j]

  • DannyBoy

    Mitglied
    1. Juli 2015 at 06:03

    Ich habe mir für den Urlaub wiedermal mehr vorgenommen, als in der Woche machbar ist. Aber im Herbst bin ich ja nochmal dort und es gibt ja auch noch andere Jahre.

    Es geht aufjedenfall ins Außerfern. Geplante Touren wären

    Zugspitze: Aufstieg über Wiener Neustädter Hütte (wenn der Stopselzieher soweit Schneefrei sein sollte) Abstieg über (Schneefernerkopf?) Gatterl …

    Den Gratübergang vom Pitzenegg bis zum Daniel (Ammergauer)

    Grünsteinumrundung + vorderer Drachenkopf (an der Coburger Hütte)

    Ich würde auch gerne die Alpspitze machen. In den Sommerferien dürfte der Andrang aber so groß sein, dass ich das lieber verschiebe.

    Dann noch die Überschreitung vom Säuling

    Loreakopf, vom Rotlechtal aus, mit Abstieg nach Bichlbächle

    Und die Gartnerwand Überschreitung (West- und Ostgrat)

    Was letztendlich gemacht wird hängt wie immer maßgeblich vom Wetter ab. Je nach Witterung schließen sich manche Touren von vornherein aus.

  • Kraxel-Tobi

    Mitglied
    1. Juli 2015 at 20:17

    Zum Thema Bandschlinge hätte ich auch gleich mal noch eine Frage. Es kommt ja öfters vor,

    dass es bei normalen Bergtouren mal vereinzelte gesicherte Stellen oder recht kurze und

    leichte Klettersteige gibt – z.B. Wasserwand/Heuberg, Ettaler Manndl etc..

    Nun nehme ich bei sowas ungern mein komplettes Klettersteig-Gerödel mit, weil es einfach

    Ballast ist und den halben Tagesrucksack füllt, sondern habe lediglich eine längere Bandschlinge

    mit Karabiner dabei, mit welcher ich mich dann in das Stahlseile einklinke. Da ich auch keinen

    Gurt mitführen will, binde ich mir die Bandschlinge einfach um die Taille.

    Ich finde so eine Bandschlinge manchmal schon eine gute psychologische Hilfe an vereinzelten

    exponierten Stellen. Und sie nimmt eben auch nicht viel Platz im Rucksack weg. Allerdings weiß

    ich auch, dass man sich im Falle eines Sturzes arg wehtun kann. Wie seht ihr das Thema?

    Grüße

    Tobias

  • Apicius

    Mitglied
    1. Juli 2015 at 23:39

    psychologische Hilfe

    wenn es dir gut tut, mach es, aber sei dir im klaren das du im Ernstfall nur ein Plazebo hast.

    Zwei Dinge sind das Problem

    1. du hast keine Fallbremse und wenn du Pech hast bricht dir das dünne Band einfach das Rückrad

    oder wenn du Glück hast reist sie.

    Man hat mal Fallproben mit diversen Bandschlingen gemacht in dem man eine 80 KG Gewicht 3m hat durchfallen lassen, die sind alle gerissen.

    Das was du beschreibst bringt Dir höchtest etwas wenn du in eine Querung abrutschst, aber in Steilpasagen ist das nicht zu empfehlen.

    Die Leute denken immer weil man ein Toprope auch mit Banschlingen sichert würde das funktionieren, aber die Bandschlinge im Toprop hat eine erheblich geringere Zuglast im Sturzfall. Da das Kletterseil selbst auch Sturzkraft kompensiert.

    Das hast du aber im Klettersteig nicht, da muss die Bandschlinge das komplette Sturzgewicht auffangen.

    Ich hab u.a. immer 15m offene Banschlaufe (trägt einfach kaum auf im Rucksack) und Karabiener dabei um eine Sicherung legen zu können, aber nur als Zusatzsicherung oder um mal jemand unterstützend hochziehen zu können, aber als einzige Sicherung da wo es notwendig währe niemals und da wo ich es nicht brauch…wozu ?

  • DannyBoy

    Mitglied
    2. Juli 2015 at 04:06

    @Kraxel-Tobi: was das Problem mit dem vielen Gepäck angeht, scheint es nun ne Lösung zu geben.

    ** you do not have permission to see this link **

    Habe ich neulich im Globetrotter gesehen und nicht schlecht gestaunt.

  • wolf

    Mitglied
    2. Juli 2015 at 08:56
    Kraxel-Tobi wrote:
    Zum Thema Bandschlinge hätte ich auch gleich mal noch eine Frage. Es kommt ja öfters vor,

    dass es bei normalen Bergtouren mal vereinzelte gesicherte Stellen oder recht kurze und

    leichte Klettersteige gibt – z.B. Wasserwand/Heuberg, Ettaler Manndl etc..

    Nun nehme ich bei sowas ungern mein komplettes Klettersteig-Gerödel mit, weil es einfach

    Ballast ist und den halben Tagesrucksack füllt, sondern habe lediglich eine längere Bandschlinge

    mit Karabiner dabei, mit welcher ich mich dann in das Stahlseile einklinke. Da ich auch keinen

    Gurt mitführen will, binde ich mir die Bandschlinge einfach um die Taille.

    Ich finde so eine Bandschlinge manchmal schon eine gute psychologische Hilfe an vereinzelten

    exponierten Stellen. Und sie nimmt eben auch nicht viel Platz im Rucksack weg. Allerdings weiß

    ich auch, dass man sich im Falle eines Sturzes arg wehtun kann. Wie seht ihr das Thema?

    Grüße

    Tobias

    moin tobias.

    meines erachtens gibt es da nur eine antwort drauf: entweder du legst dein 'richtiges' gerödel an, oder gar keins.

    eine bandschlinge um den bauch gebunden ist, wie apicius schon schrieb, allein schon im falle eines abrutschens wenigstens gesundheitsgefaehrdend.

    entweder du kannst einen leichten ks oder versicherten steig ohne sicherung gehen, oder du musst eben dein geroedel anlegen oder dir eben leichtere touren aussuchen. alles andere ist mist.

    ein sicherer tritt, vertrauen in haende und fuesse, pruefen der griffe und tritte die ich gleich verwenden will und volle konzentration auf die “exponierte stelle” ist allemal besser als dein konstrukt an sicherungsmittel welches ich persoenlich gar nicht in aktion erleben, bzw. verspueren will.

  • Julian

    Mitglied
    2. Juli 2015 at 09:12

    Ich kann mich Wolf nur anschließen.

    Halbseidene Sicherung kann man gleich lassen, wenn es die Psyche oder die Technik nicht erlauben, ohne zu gehen, muss man eben alles mitnehmen.

    Sieh es als Training, nimm einen etwas größeren Rucksack, wenn Du mehr Platz brauchst…

    Ich habe es im Zusammenhang mit einer Skitour erlebt, dass alle (!) in der Gruppe (ca. 10 Mann) außer mir auf Pickel und Eisen verzichtet haben, “weil es ja eh soviel geschneit hat, da gibt es keine Rutschgefahr”. Am Ende konnte ich mit meinen Eisen und dem Pickel die Hälfte der Gruppe von einem Gipfel durch eine Steilrinne wieder runter”führen”, weil nach dem Aufstieg durch nämliche Rinne sämtlicher Neuschnee plattgetreten oder abgerutscht war, und drunter war natürlich Eis bzw. ein rutschiger Altschneedeckel. Da sind sie dann alle auf allen Vieren rückwärts runter gewackelt, war nicht lustig!

    Also: Lieber vorbereitet sein und dann das zeug nicht brauchen, als anders herum!

  • Kraxel-Tobi

    Mitglied
    5. Juli 2015 at 10:35

    Danke an euch alle für eure Antworten zu dem Thema mit der Bandschlinge.

    Mir ist ja selbst bewusst, dass das wahrlich nicht die Lösung ist und im Sturzfall arge Verletzungen nach sich ziehen kann – oder sie reißt und man stürzt eh ab.

    Vielleicht ist ja die neue Mammut-Hose mit intengriertem Gurt wirklich was wert.

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