auch von mir mal wieder ein Tourenbericht der etwas anderen art… der titel mag zwar etwas reißerisch sein, aber übertreiben tue ich damit auf keinen fall…
meine reise begann vor gut 1,5 Monaten auf eine ferne Insel… nachdem dort die berge auch auf bis zu 2000m über dem Meer hinausragen, stand für uns außer frage, dass es dort auch möglichkeiten zum klettern geben muss… also haben wir kletterseil, kletterschuhe, karabiner und auch unser klettersteig-set (man weiß ja nie) eingepackt…
Nach einigen tagen am strand und intensiver inselerkundung sind wir auf diesem fernen Eiland auch mit ein paar einheimischen ins gespräch gekommen. Sie waren ein wenig verwundert, dass wir uns im Norden der insel einquartiert hatten und auch klettern wollten. als ich ihnen dann von klettersteigen in den alpen erzählte, meinten sie “so was haben wir auch”…
also flux die “insider” infos dazu geben lassen und am nächsten tag sind wir dann ins abenteuer gestartet. leider noch nicht genau wissend was uns da so erwartet…
allein die anfahrt war schon “abenteuerlich” … vor einer bushaltestelle verließen wir mit unserem mietwagen die gut geteerte Straße um dann auf der OFf-road-Piste in Richtung Einstieg zu fahren.
Leider war unser Auto kein Jeep und nur ein Fiat – d.h. die Bodenfreiheit war ein wenig eingeschränkt, so dass wir leider das ein oder andere mal aufgesessen sind.. nur gut, dass wir eine vollkasko-versicherung abgeschlossen hatten. nach halber strecke haben wir uns dann aber doch entschieden unser vehikel zwischenzuparken, um nicht doch irgendwo unwiederruflich aufzusetzen… ich brauche wohl nicht zu erwähnen dass wir die einzigen waren, die sich dort rumtrieben
also weiter eine halbe stunde in den canyon reingelaufen in dem dann auf der rechten Seite der Klettersteig losgehen soll… Markierungen natürlich weitestgehend fehlanzeige…
als wir dann rechts die große felswand sehen sind wir uns einig, da geht was durch… was wir von unten sehen, lässt es uns erstmal flau im magen werden… da hängt ein drahtseil in der mitte einfach so schlapp runter… wir denken – na das ist ja ne tolle bauweise… naja später mehr dazu
(nein, das sind keine Lianen die man da herabhängen sieht )
wir quälen uns also bei gefühlten 35°C im Schatten hoch an den Wandfuss… ja, das ist der Einstieg… sogar markiert und neue Drahtseile…
… und mit einer netten “Begrüßung” auf das, was den meisten hier wohl erwartet :
ich glaube ich brauche hier nicht groß weiter zu schreiben, seht selbst:
nach 2-3 versuchen haben wir die tour hier abgebrochen… die gefühlte schwierigkeit passt auf keine gängige klettersteig-skala!!!
Leider (oder so passt das zu dem gesamten Steig) ist nicht nur der Einstieg so “hammermäßig” augesetzt.
der blick nach oben zeigt: ausgesetzte und absolut trittarme querungen (hier hilft wohl nur wuchten), dann eine senkrechte steilpassage nur mit drahtseil, im oberen bereich auch wieder ein vergleichbarer Überhang / Dach wie beim Einstieg, dann Querung nach rechts und dann erreicht man das “schlappseil” von dem ich eingangs schon geschrieben habe!! aber das gehört bei näheren hinsehen so – denn man bindet sich hier ein und schwingt dann quasi wie tarzan an einer liane quer (ca. 10 Meter) hinüber auf einen anderen felsabsatz. dann geht es in einem kamin nochmals sehr zackig hoch… und dann rechts raus…
Blick in den oberen Kamin hinein:
naja – ich bin ja eigentlich schon einiges in sachen klettersteige gewöhnt, aber das übertraf bisher alles
ich würde mal Schwierigkeitsgrad M wie Monsterschwer einführen wollen – denn das ist nicht nur 1 Stufe schwieriger als alles bisher vorhandene…
Vergesst den Bürgeralm-Klettersteig, die Zirler Martinswand, die Pisetta, den Seewand Klettersteig – alles “kindergeburtstag” gegenüber diesem “Monstersteig”…
ach ja – mich würde mal interessieren, ob den steig überhaupt schon jmd. – außer dem erbauer selbst (der ja irgendwie das drahtseil da reingebohrt haben muss) – geschafft hat
wo ist das denn?? hört sich ein bisschen so an wie der weg zu dem klettersteig auf gran canaria
edit: es muss der steig auf gran canaria sein primera luna oder so… wir haben damals das foto hier gemacht und das ist fast identsich mit dem was du gepostet hast:
wir wollten den steig vor 2 jahren machen.. haben aber damals aber irgendwie den einstieg nicht gefunden wenn ich das jetzt sehe ist das wohl auch besser so
bingo – das ferne “Eiland” mit dem monstersteig ist Gran Canaria…
und den Canyon hast du auch richtig erkannt… –> –>
Die “bekannte” via ferrata primera Luna (rechts um die Ecke herum) ist quasi der benachbarte Klettersteig zu diesem Monstersteig.
An der selben Felswand wurde erst im März diesen Jahres diese Variante – namens Via-ferrata-Extraplomix eröffnet
wir haben dann auch die via ferrata primera luna mit genuss gemacht (C-C/D), die sehr schön zu klettern (und kein vergleich zu der neuen variante!!!) ist. Wie gesagt – bei der Extraplomix mussten wir kapitulieren und leider haben wir auch niemanden angetroffen, der da “hochgeflogen” ist
Wann warst du auf GC? bei dir auf dem foto schaut das etwas grüner aus!
Ralf
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Haben endlich Zeit gehabt das Video zu schauen…Schluck
was für ein krasses Teil!!!! Marcs Kommentar:”schwere Kletterei mit guten Griffen” –>” title=”Laughing” /> –> –>” title=”Laughing” /> –> tja, aber auch ohne Tritte
ich habe mich nur gefragt wer so ein KS einrichtet in einem Gebiet wo keiner hinkommt und alles etwas schwieriger zu finden ist?!?!?
Pfff – du musst nur das Foto vom Einstieg um 90° drehen, dann stimmt die Perspektive wieder …
Und im Steig musst du doch kein einziges Mal ins Stahlseil greifen – alles mit schönen Handgriffen zugepflastert – voll easy, ey … –>” title=”Laughing” /> –> –> –>
Der EP ist wirklich ein schwieriger KS. Ob er nun der schwerste der Welt ist, kann ich so schlecht beurteilen, weil ich ja nicht alle auf der Welt kenne
Bis zum Ende (das letzte 20m Dach) habe ich ihn leider nicht gemacht, sondern nur bis zum Ende der Leiter, wo das besagte Dach beginnt..
Und alles andere ging auch nur mit regelmäßiger Benutzung der Bandschlinge zum Arme ausschütteln und Planen..
Kurz zu mir. Ich klettere seit 2 Jahren, aber mit mehreren Verletzungspausen. Niveau UIAA 6..7 (in der Halle) mit Überhängen und 2-3m Dach. Klettersteige selbst hab ich schon einige D/E gemacht, die mittlerweile keine wirklichen Probleme mehr darstellen. Klettern gehe ich derzeit nur 1x pro Woche, mache aber zu Hause 3x pro Woche Krafttraining auch am Kletterboard. Dazu bin ich begeisterter Rennrad-freak und entsprechend fit mit 4x Training pro Woche.
Das ist so meine Grundvoraussetzung, die offenbar noch nicht genügt, um den KS komplett und ohne Hilfsmittel zu schaffen..
Nun zum KS selbst:
Der Einstieg selbst ist eigentlich nicht so schlimm, wenn man gern Überhängend klettert. Am Anfang ist man ja auch noch frisch.. Danach kann man sich in einer beinahe-Verschneidung ausruhen. Es folgt ein kleiner Vorsprung und dann kommt die „Curva de la Laja“. Hier hab ich beim ersten Versuch aufhören müssen. Am besten gleich mal die Bandschlinge einhängen und nachdenken. Die Beine sind ja sowieso immer aktiv mit zu benutzen, sonst geht’s eh nicht. Also etwas strecken und die richtige Reihenfolge greifen, dann geht es. Zur Not eben mehrmals probieren. Danach hat man erstmal Stand. Es kommt ein leichtes Stück nach links oben, bis man vor der Kette steht (Paso de Cadena). Diese sah von unten so aus, als müsse man sich dort nur mit Armkraft hoch ziehen und hätte keine Tritte.. Zum Glück aber stimmt das nicht. Links davon kann man die ersten Meter gut antreten, danach sollte man auch mal rechts vom Seil schauen… Danach hat man Stand und geht ein paar Meter nach rechts. Nun folgt eine kleinere Höhle (Cueva Obelix) aus der man überhängend raus kommt. Vorher schauen, wo die Ausgangsgriffe sind.. Danach wieder Stand und Gehgelände nach rechts bis zur Wand. Dort geht’s mit ca. „D“ bis zum Pendel, wobei der „Absprungpunkt“ keinen richtigen Stand bietet. Am besten per Bandschlinge fixieren und das Pendel holen, einklinken (am besten redundant), checken, Bandschlinge ab und JUHUU, los geht’s.. Das mach Spass – und für die andere Seite gleich die Bandschlinge in der Hand, klinkt man sich sofort ein und kann nicht mehr rückwärts ins Pendel fallen. Und weiter zur Leiter.. Die sieht echt ganz schön mager aus, hat aber gehalten… Oben wird es dann leider etwas ekelig, da hier alles Mögliche an Tauben-mist liegt… Und dann beginnt auch schon das 20m Schluss-stück, welches ich nicht geschafft hab. Stattdessen also wieder abgeseilt bis unter die Leiter und dann auf der anderen Höhlenseite bis zum Alternativ-weg gegangen. Dieser ist ca. „D“ und trifft sich mit dem Primera-Luna-KS. Von dort geht man dann entweder den anderen KS oder via Ausstieg nach rechts.
Also viel Erfolg!
Ach ja, landschaftlich schön fand ich ihn nicht. Ist einer, den man 1x macht und gut iss… UND: Kletterschuhe helfen ungemein
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