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Tourenbericht Ferrata Cabirol auf Sardinien
aktualisiert 14 Jahre, 4 Monat aktiv. 15 Mitglieder · 25 Beiträge -
Nachdem es bei uns heute Früh -20° hatte, bekam ich Lust hier einen Touenbericht über die Ferrata Cabirol auf Sardinien zu verfassen.
Ich kann jedem, der seinen Urlaub auf Sardinien verbringt, diese Tour anraten. Ich habe sogar die 160km Anreise von der Ostküste Sardiniens nicht gescheut.
Dieser wirklich interessante Klettersteig ist auf der Halbinsel Capo Caccia auf der Westseite Sardiniens. Auf guter Straße ist Capo Caccia von Alghero aus zu erreichen.
Die offizielle Homepage des Klettersteiges ** you do not have permission to see this link **
Wer den Klettersteig mit Führung machen möchte kann dies auf der Seite reservieren. Dazu muss man einfach den Mitgliedsbeitrag von 35€ bezahlen und man bekommt sogar die Ausrüstung zu leihen.
Ausrüstung kann man in den Sommermonaten auch in folgendem Restaurant ausleihen:
Bar Ristorante La Nuvola
Tramariglio
Straße nach Capo Caccia ca. 2km vor dem Parkplatz
Achtung: es stehen nur für 5-6 Klettersteigler Ausrüstung zur Verfügung!!!
Gebaut wurde die Ferrata in den vergangenen Jahren von Corrado Conca. Er wollte eigentlich nur einige Kletterrouten mit Bohrhaken absichern. Um diese Routen unschwierig zu erreichen, hat er Fixseile verlegt. Somit kam ihm dann die Idee einer richtigen Ferrata. Mit Eigenfinanzierung hat er diese dann mit Hilfe einiger Freunde erbaut. Zuerst wurden nur die zwei Felsbänder abgesichert und um eine komplette Begehung machen zu können, musste man sich dazwischen abseilen. Im Frühjahr 2010 wurde dann auch diese “Schlüsselstelle” mit Drahtseilen abgesichert.
Ich habe den Klettersteig im Juni 2010 mit Corrado Conca gemacht. Er rät die Tour gegen den Uhrzeigersinn zu begehen, da man so die Schlüsselstelle im Aufstieg absolvieren kann. Somit steigt man in das untere Felsband ein. Wer in das obere Felsband einsteigt begeht die Tour im Uhrzeigersinn. Somit hat man zwar einige senkrechte, aber kurze Felspassagen im Aufstieg, dafür aber die Schlüsselstelle im Abstieg. Meine Beschreibung ist eben im Uhrzeigersinn, da wir die Tour eben damals auch so gegangen sind. Ich wiederhole gerne nochmals die Bitte von Corrado die Tour aber gegen den Uhrzeigersinn zu machen. Somit hat man auch keine Probleme mit “Gegenverkehr” an Engstellen.
Ausgangspunkt ist der Panoramaparkplatz etwas mehr als 1km vor Capo Caccia. Nirgends wird aber auf den Klettersteig hingewiesen.
Achtung: auf der Westseite bricht die Felswand etwa 50-60m senkrecht zum Meer ab.
Vom Parkplatz folgt man einigen Spuren im Gebüsch aufwärts. Schon von unten ist eine kleine Höhle sichtbar. Gleich oberhalb dieser Höhle ist der Einstieg in das untere Felsband. Da wir bei unserer Begehung die Tour aber im Uhrzeigersinn absolvierten, werde ich die Tourenbeschreibung auch so verfassen.
Der Einstieg in das obere Felsband befindet sich nur wenige Meter oberhalb des unteren Felsbandes. Auch hier ist nirgends eine Markierung zu finden. Erst wenn man einige Meter dem Band gefolgt ist trifft man auf diese Tafel.
Dann gings auch gleich richtig zur Sache. Es galt ein sehr ausgesetztes und schmales Felsband 180m oberhalb des Meeres zu queren. Die klettertechnischen Schwierigkeiten sind zwar moderat (B-K2), aber die Tiefe lässt das Herz schon etwas schneller schlagen.
Immer wieder wird das Felsband aber auch angenehm breit und man kann ungesichert darüber wandern und die Flora und Aussicht bestaunen.
Eine senkrechte Felsstufe (10m) wird mit Hilfe von Trittbügeln überwunden.
Dann wirds wieder schmal und ausgesetzt. Einige Begeher, welche die Klettersteige in den Alpen gewohnt sind, werden hier wahrscheinlich das dünnere und viel zu locker gespannte Drahtseil verfluchen…hängt sich somit der Oberkörper ja noch weiter in das Leere hinaus.
Auf diesem Foto ist gut zu erkennen, daß das Drahtseil nicht sehr straff gespannt wurde.
Hier wird eine weitere kurze Felsstufe auf Trittbügeln erklettert.
Hier sind beide Felsbänder gut zu erkennen. Unten das breitere und leichtere Felsband. Oben das schmale und schwierigere Felsband.
Auch ein Routenbuch darf natürlich nicht fehlen.
Ganz interessant noch dazu: auf der Seite ** you do not have permission to see this link **
kann man die einzeln eingescannten Seiten des Routenbuches sogar nachlesen. Hier unser Eintrag vom 17/06/2010
Immer wieder kreuzen im Wasser die Ausflugsschiffe, welche Touristen zur Grotta di Nettuno bringen.
Ein sehr ausgesetztes Felsband führt in einen Felswinkel. Wenn nicht unter einem das Meer rauschen und die Möwen kreischen würden, käme man sich hier vor wie auf den Bändern in der Brentagruppe.
Auch hier kann man sehr gut erkennen wie locker das Drahtseil gespannt ist.
Dann kommt man an eine Stelle wo im Gebüsch noch etwas Müll liegt. Dieser stammt von der genau oberhalb liegenden militärischen Wetterbeobachtungsstation. Als diese vor einigen Jahren umgebaut wurde, hat man den Müll ganz einfach über die Felswand “entsorgt”. Corrado und seine Freunde haben dann bei jeder Begehung etwas Müll mitgenommen und richtig entsorgt. Jetzt findet man fast keinen Müll mehr auf der Ferrata.
Bald kommt dann auch der Leuchtturm von Capo Caccia in Sicht. Gut zu erkennen ist auch die Treppe mit den 654 Stufen, welche vom Parkplatz über die 110m hohe Felswand zum Eingang der Grotta di Nettuno hinunter führen. Wegen dieser Treppe und der Tropsteinhöhle ist die Felswand oberhalb der Grotte für die Kletterer gesperrt.
Hier beginnt der Abstieg auf das untere Felsband. Zuerst noch leicht, dann zunehmend steiler bis hin zum senkrechten. Ein ausgesetzte Felswand wird auf einer schmalen Leiste gequert.
Um eine Kante herum.
Wieder steil, extrem ausgesetzt, aber mit Trittbügeln gesichert hinunter auf das untere Band. Diese etwa 25m hohe Felsstufe zwischen den beiden Bändern ist auch die Schlüsselstelle des Klettersteiges (D – K4)
Hier kann man dann wieder verschnaufen und die Aussicht geniessen. Auf dem angenehm breiten und bis auf eine Engstelle ungesicherten Band geht es jetzt in nördlicher Richtung weiter.
Ein Klettersteigler wird diese Flora nur selten zu Gesicht bekommen.
Nach der letzten gesicherten Felsstufe ist man am Ende der Ferrata angelangt und wandert auf dem Steig zurück zum Parkplatz.
Die Gehzeiten:
Zustieg: 20 Minuten
Klettersteig: je nach Erfahrung der Begeher 2-3 Std.
Abstieg: 15 Minuten
Schwierigkeit: großteils B (K2) und einige Passagen C (K3), Die Schlüsselstelle D (K4)
Unterwegs immer wieder viele Stellen zum Verschnaufen. Nie anhaltende Schwierigkeiten. Am Nachmittag sehr heiss, deshalb viel Wasser mitnehmen.
Unterwges keine Handyempfang.
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ich Danke Dir für diesen wirklich sehr schönen Bericht, versehen mit Klasse Fotos in toller Qualität. Sardinien stand bisher noch nicht auf unserem Zettel. Und die Drahtseile sind genauso straff gespannt wie in Frankreich. –>
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Einfach nur WOW!!!!
super genialer Bericht mit noch besseren Bildern (aber das kennen wir ja von dir so )
leider gab es bei meinem letzten Sardinien-Aufenthalt (aus dem Jahre 2004) diesen Klettersteig noch nicht… wir waren damals klettern am cala di luna, was auch absolut lohnenswert war.
hier ein paar bilder…
mann mann mann… wenn ich mir da meine bilder so anschaue, juckt es mich schon wieder gewaltig, dahin zu fahren
dein bericht ist auf jedenfall zusätzliche motivation mal wieder einen abstecher nach sardinien zu machen
Viele Grüße,
Ralf
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Manni, was für eine Kulisse!!! Und ein toller KS!! was will man mehr
Marc und ich haben die Bilder und dein Bericht sehr genossen!!!
Und Sardinien steht schon seeehr lange auf unserer Reiseliste, ich wusste nur nicht, dass es dort auch so einen coolen KS gibt, ein Grund mehr um dorthin zu fahren –>
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Super tolle Fotos,klasse! Danke für den Bericht.
Da der geplante Urlaub im Juli uns dieses Jahr sowieso nach Sardinien führen wird, werd ich den Steig auf jeden fall ausprobieren und darüber berichten mit a paar schönen Fotos natürlich
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Servus Manni,
toller Bericht, klasse Photos – ganz großes Kino
Herzlichen Glückwunsch!!!
Wenn's danach geht, darf es bei euch noch öfter mal -20° sein … –>
–>Gruß, Uli
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Wenn man so einen Bericht liest hat man gar keine Lust mehr auf Ski fahren
Danke für die tollen Bilder/Bericht!
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guten morgen manni!
vielen dank für diesen tollen erlebnisbericht… die dokumentation ist so lupenrein, dass man meint schon selbst auf dem klettersteig hier im forum unterwegs zu sein!
einfach super… genau solche berichte wünsche ich mir noch mehr hier im forum!
LG, bergblume
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Hallo.
Corrado Conca, der Erbauer dieser wunderschönen Ferrata, hat mich gebeten nochmals die Empfehlung der Begehung gegen den Uhrzeigersinn zu machen. Somit ist die Schlüsselstelle im Aufstieg zu absolvieren und man hat auch keine Probleme mit “Gegenverkehr” an Engstellen.
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Habe heute mit Corrado telefoniert. Jetzt kann man eventuell Ausrüstung auch an folgendem Ort ausleihen:
Bar Ristorante La Nuvola
Tramariglio
Straße nach Capo Caccia ca. 2km vor dem Parkplatz
Aber Achtung: man kann nur in den Sommermonaten dort Ausrüstung ausleihen und auch nur für 5-6 Klettersteigler.
Diesen Eintrag werde ich auch in meinem ersten Posting ergänzen.
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Dan wrote:Servus Manni !
Ich möcht auch noch mal ein großes Kompliment für deinen Bericht hier machen, einfach toll. Schön beschrieben und an den Bildern kann man sich kaum satt sehen. Für mich sticht der ganz deutlich heraus hier im Forum. Sagen wir mal: ein Licht in der Bergrätsel- und Gewinnspiellandschaft –>
–> Top ! –>
–> Viele Grüße,
Dan
Vielen Dank für das Lob.
Auch allen anderen Usern ein Dankeschön für die Antworten. Das wird dann wohl nicht der letzte Tourenbericht sein.





























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