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  • Nachsichern mit Halbmastwurf?

    aktualisiert 15 Jahre aktiv. 3 Mitglieder · 4 Beiträge
  • Hamburger-Michel

    Mitglied
    8. Juni 2011 at 17:30

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier nun zum DAU erklärt werde, aber ich stehe voll auf dem Schlauch. Vor langem habe ich mal das sichern mit dem Halbmastwurf an der Wand gelernt, aber um zu gestehen, ich habe es kaum damit gemacht, weil ich es sooooooo anstrengend finde – im Vergleich zu meinem schönem grigri

    Nun überlege ich, wie ich für die Bergtour Gewicht sparen kann. Da ich eigentlich nur mit dem Seil nachsichern will brauche ich das grigri ja eigendlich nicht – und hätte schon 170g gesparrt .

    Ich erinnere mich jedoch, dass ich immer das “V” einhalten sollte. Das geht ja auch, weil das Seil an der Wand von oben kommt und ich es einfach wieder nach oben führe – und schon habe ich ein schönes V. Wenn ich nachsicher geht das Seil aber nach unter! Drehe ich das V das sozusagen um und führe das Seil nach unten weg? Oder kann man den Halbmastwurf garnicht zum Nachsichern nehmen. Und wenn wir schon dabei sind. Ist der Seildurchmesser einen Einfluss auf die Sicherheit des Halbmastwurfes?

    GruĂź

    Hamburger Michel

  • Nobby

    Mitglied
    8. Juni 2011 at 18:04
    Hamburger-Michel wrote:
    Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier nun zum DAU erklärt werde, aber ich stehe voll auf dem Schlauch. Vor langem habe ich mal das sichern mit dem Halbmastwurf an der Wand gelernt, aber um zu gestehen, ich habe es kaum damit gemacht, weil ich es sooooooo anstrengend finde – im Vergleich zu meinem schönem grigri

    Nun überlege ich, wie ich für die Bergtour Gewicht sparen kann. Da ich eigentlich nur mit dem Seil nachsichern will brauche ich das grigri ja eigendlich nicht – und hätte schon 170g gesparrt .

    Ich erinnere mich jedoch, dass ich immer das “V” einhalten sollte. Das geht ja auch, weil das Seil an der Wand von oben kommt und ich es einfach wieder nach oben führe – und schon habe ich ein schönes V. Wenn ich nachsicher geht das Seil aber nach unter! Drehe ich das V das sozusagen um und führe das Seil nach unten weg? Oder kann man den Halbmastwurf garnicht zum Nachsichern nehmen. Und wenn wir schon dabei sind. Ist der Seildurchmesser einen Einfluss auf die Sicherheit des Halbmastwurfes?

    GruĂź

    Hamburger Michel

    Hi Michel,

    sicherlich kannst Du den Halbmastwurf auch fĂĽr das Sichern deines Nachsteigers verwenden.

    Schau Dir die Seite mal an:

    ** you do not have permission to see this link **

    Ach ja und wegen Deiner Frage bist Du noch lange kein DAU (= DĂĽmster anzunehmender User) <img class=

    Ach ja und die Stärke des Seils ist egal, aber wer steigt schon an einer 6mm Reepschnur nach…. ich nicht

    Ich persönlich stehe auf die HMS-Karabiner (Schrauber) und nutze sie zur Partnersicherung aber auch für die Eigensicherung mittels Mastwurf.

    GruĂź aus Franken vom

    Nobby

  • Hamburger-Michel

    Mitglied
    9. Juni 2011 at 00:42

    Oh ha. Der Seite von Nobby folgend benutzten nur “10-20% aller User” insbesondere den GriGri richtig. Da hoff ich doch mal, dass ich zu den gehöre .

    Super, danke erstmal für die Antwort. Also doch dann nach unten wegziehen (schönes Bild Dan) – probiere ich doch gleich mal am Turm aus. Da ich ja nur Leitern oder steile Stellen für mein Kind im KS nachsichern will und ich nicht vorhabe einen Steig zu gehen, in dem wir uns abseilen müssen – dass machen wir schön hier im Norden – freut es mich zu sehen, dass ich wieder 150g in Hamburg lassen kann, wenn ich auch noch keine Idee habe, wie ich weitere 5Kg einsparen kann. Achja, ich will keine 6mm Schnur nehmen, sondern ein Halbseil (geringeres Gewicht, dennoch Dynamisch und fürs Nachsteifen nach Einschätzung aller Bekannten völlig ausreichend).

    Also danke für eure Einschätzung, super hier!

    Hamburger Michel

  • Die Schatzjäger

    Mitglied
    9. Juni 2011 at 10:10

    Prinzipiell ist es so dass die Lage des Bremsseils (also ob es von oben oder unten in den HMS einläuft) und die Lage des Sicherungsseils (ob von oben oder unten) beim HMS keinen großen Unterschied macht – solange der HMS-Knoten selbst richtig ist.

    (laufen die Seile gegensätzlich ein, also z.B. Sicherungsseil von oben, Bremsseil von unten ist die Bremskraft etwas geringer als wenn man sie parallel führt. Außerdem gibt es deutlich mehr Krangel !)

    Man sollte aber darauf achten das Bremsseil so zu führen, dass es nicht über den Verschluß des Karabiners läuft – es könnte diesen nämlich aufdrehen !

    Und jetzt kommen wir noch zu einer kleinen Besonderheit – wenn man am Boden steht und von unten sichert, so läuft das Seil welches zum Kletter führt (Sicherungsseil) von oben ein:

    – Der DAV lernt nun weiterhin dass das Bremsseil parallel zum Sicherungsseil auch wieder nach oben rausgeführt wird.

    –> Vorteil: Bessere Bremswirkung, weniger Krangel

    –> Nachteil: Wenn man danach Tube oder Achter verwendet muss man sich auf jeden Fall umgewöhnen, hält man dort das Bremsseil nämlich nach oben funktionieren diese Geräte nicht !


    > Der Ă–stereichische Alpenverein (Ă–AV) lernt aus diesen GrĂĽnden das Bremsseil nach unten !

    (daraus jetzt zu schließen dass die Ösis grundsätzlich dümmer sind – wäre aber auch gemein )

    Der Unterschied zwischen Tube/Achter und HMS ist der, dass der HMS ĂĽber den Knoten mit Seilreibung bremst. Die Lage des Bremsseils ist also egal.

    Tuber und Achter bremsen ĂĽber die Knickwirkung. Kein Knick, kein Bremsen. Deshalb MUSS das Bremsseil von unten eingefĂĽhrt werden !

    Darum kann man einen Achter/Tube auch nicht so wirklich gut im alpinen nehmen (ähnlich wie das GriGri) denn das nachsichern wenn jemand hinter dir her klettert (also unter dir ist) geht mit Achter/Tube nicht, bzw. es geht nur wenn ÜBER DIR ein 100% Fixpunkt zum umleken eingebaut ist. Dieser darf nicht ausbrechen und vom Sichernden während des sicherns nicht überklettert werden – weil sonst wieder beide Seile nach unten zeigen und die Bremswirkung weg ist.

    (So einen Umlenkpunkt nennt man ĂĽbrigens 'Dummy Runner')

    Das – und die Gewichtsersparnis – ist der Grund warum man im alpinen eher keine Tube/Achter nimmt. Ausnahme sind spezielle Tubes mit (selbstblockierendem) Nachsicherungsmodus (ATC Guide, Petzl Reverso…). Ein GriGri hat im alpinen aber gar nichts verloren – denn es funktionert nicht mit dem Doppelseil – was sowohl für richtiges Kletterrein, als auch fürs abseilen das KO-Kriterium ist !

    So, ich hoffe ich hab genug Hintergrundwissen vermittelt – es gibt da schon noch viel mehr zu wissen, aber wir wollen es ja nicht übertreiben.

    Jedenfalls ist dein Vorgehen – also das Nachsichern mit HMS – richtig so. Du musst dich noch entscheiden ob du den HMS in deinen Gurt hängst (also über deinen Körper sicherst) oder ihn in einen (100% !) Fixpunkt hängst. Von denen gibt es ja im Klettersteig zum Glück genug. Normalerweise nimmt man den HMS nicht an den Körper sondern in den Fixpunkt. Simpel weil man beweglicher ist und notfalls die Bergrettung (nach blockieren des hängenden/verletzten Nachsteigers) holen kann …

    Selbstverständlich achtest du darauf dass du auch an einem 100% Fixpunkt hängst. Kann der gleiche sein wie der vom HMS – muss aber nicht.

    Achte auch bitte darauf dass nicht irgendwo groĂźartig Seil auf Seil reibt !

    Ob du -während du dich mit einer extra Standschlinge (oder Seil im Mastwurf) gesichert hast- dein Klettersteigset eingehängt lässt oder nicht, ist quasi egal. Es gibt aber eigentlich keinen Grund es auszuhängen.

    GrĂĽĂźe,

    Thomas

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