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Ötztal und Mieminger (Mini-Comm-Tour ;))
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Guten Tag!
Einige werden sich über die Vorgänge am gestrigen Abend schon etwas gewundert haben, dass zwei User ein bisschen viel Schmarrn zum besten gaben .
Hier gibts die Geschichte dazu!
Der Dan weilte letzten Herbst ein paar Tage in München, wo man sich nach einem abendlichen Stadtrundgang in einer Kneipe über Ziele in den Bergen unterhielt. Dan wollte unbedingt mal ins Ötztal auf die Kreuzspitze, welche mir noch von einer Tour im Jahre '92 (?) bekannt ist.
Um den Jahreswechsel bekam ich dann eine Mail, ob wir die Tour nicht im Winter machen wollen. Da ich krank im Bett lag musste ich damals absagen und anschließend wurde dieses Wochenende als Termin fixiert.
Donnerstag sprang der Dan also bei wüstem Schneechaos in sein Auto und machte sich auf den Weg zu mir, wo wir dann wiederum bei einem sehr guten Freund von mir ins Auto sprangen und Richtung Tirol aufbrachen. Bei einer bekannten von mir Nähe Telfs nächtigten wir und standen freitags nach 1,5h Autofahrt um 11 Uhr in Vent.
Der Wetterbericht versprach “wolkig”, Kaiserwetter bekamen wir. Schneeschuhe ran und los Richtung Martin Busch Hütte!
Im Vorfeld grübelten wir sehr lange über diese Tour wegen der Lawinengefahr. Der Weg von der Hütte zum Gipfel sollte aufgrund der geringen Neigung kein Problem darstellen, aber die 8km zur Hütte waren ein Fragezeichen. Doch erstmal hieß es nur Genusswandern!
Der Weg wurde vor einiger Zeit mal geräumt, wodurch wenig Schnee lag und man zügig und voller Freude voran kam. Das Wetter ließ uns erstmal wieder einige Schichten an Kleidung loswerden und die Sonnencreme suchen. Jeder Schritt war gefüllt mit dem Gefühl, man wäre Gott und soeben in Frankreich angekommen. Wir konnten unser Glück kaum fassen.
Und deswegen endete unsere Tour wohl auch 2km Luftlinie vor der Martin Busch Hütte. Nun wurden die Rinnen zahlreicher, der Weg war nicht mehr geräumt und durch alte Lawinen nicht mehr zu erkennen. Die erste Lawine querten wir noch hoffnungsvoll, aber als wir kurz darauf wieder vor 50° schräger Neigung standen und der Weg einfach nicht weiter zu erahnen war, gaben wir auf. Es wäre nicht zu verantworten gewesen, sich weiter durch die steilen Lawinenhänge zu kämpfen. Weder von der Stabilität, noch von der Gefahr neuer Abgänge. Bis dahin war alles flach und einsehbar.
Also ging es zwar etwas traurig, aber trotzdem begeistert zurück nach Vent. Das Wetter war einfach zu großartig, um sich groß ärgern zu können.
Auf dem Weg kam dann auch der Runnung-Gag des Wochenendes in Spiel. Am Vorabend meinte Dan bei einer Ausrüstungsdiskussion noch, dass er alles kaufen würde, aber atmungsaktive Gamaschen wohl als allerletztes. Ich merkte daraufhin an, dass ich solche besitze, weil diese recht günstig waren. Als die beiden anderen mit ihren nicht atmungsaktiven Gamaschen dann die Eisklumpen von der Innenseite kratzen, ergriff ich sofort meine Chance. Von diesen Zeitpunkt an wurde alles an der Atmungsaktivität festgemacht. Das Essen, das Wetter, der Abbruch, einfach alles. Der Tee zu heiß? Hätteste mal eine atmungsaktive Thermosflasche gekauft
Die Nacht verbrachten wir wiederum in Tirol und überlegten, wie wir den Samstag noch nützen könnten. Spontan kam uns der Seebensee in den Sinn. Tolle Aussicht, ein leichter Weg nach oben und an sich immer eine sichere Sache für eine kleine Wanderung. Dazu auch auf dem Weg zurück Richtung München.
Bis dann beim Frühstück der Seebener Klettersteig in die Runde geworfen wurde. Erst waren es nur ein paar Späße. Fortlaufend dann aber immer ernstere Gedanken, wenn auch dauernd mit der Anmerkung, dass wir die Hubschrauberstatistik wohl deutlich aufpolieren würden
Also auf nach Ehrwald und rein ins Vergnügen!
Von den Eiskletterern am Wasserfall gab es eine erstklassige Spur, wobei der Dan komischerweise dauernd am Fluchen war wie Sch**** das alles sei, so ein Schneefeld queren zu müssen. Mimimi!
Steigeisen ran, Ausrüstung ran und nun begann der generalisierte Kampf. Das Seil ohne Halt durch die Kälte, jede Stufe voller Schnee, welcher v.a. mich zum fluchenden Rohrspatze mutieren ließ, nachdem ich der letzte in der Reihe war und der Dan es nur so runterschneien ließ.
Nachdem die ersten 20m ein harter Kampf waren und der Schnee immer mehr wurde, ließen wir das Unterfangen natürlich auch recht bald wieder sein. Da diese Tour eh nur aus reinem Spaß heraus erschaffen wurde, genossen wir sowohl den muskelschmerzenden Aufstieg als auch das schnelle Ende. Ebenso mein erster Sturz beim Abstieg, welcher mir für den restlichen Tag meinen Unterkiefer schmerzen ließ, tat dem keinerlei Abbruch.
Wer den Seebener im Winter machen will, sollte einerseits kein Gepäck dabei haben, und andererseits per Seil oder anderen kreativen Dingen für schlicht mehr Halt sorgen, denn das Drahtseil ist unbrauchbar.
Somit freuen wir uns über zwei offene Rechnungen für den Sommer und ein gigantisches Wochenende voller Sonne, Spaß und lehrreicher Erfahrungen.
Und zu guter letzt präsenteire ich noch die Rettung der Welt: Atmungsaktive Gamaschen!
Und mal kucken was der Dan noch zum Besten gibt, wenn er zurück in HD ist.
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der sagt: hat er auch schon probiert, solo, ca. 80-90 m hoch gekommen (ohne steigeisen), hat auch abgebrochen und ist zweimal ins set geflogen.
macht er nie mehr wieder!

















