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  • Finsteraarhorn

    aktualisiert 13 Jahre, 9 Monat aktiv. 2 Mitglieder · 3 Beiträge
  • lisa2103

    Mitglied
    20. August 2012 at 20:40

    Für August 2012 hatten wir mit unserem Bergführer, mit dem wir letztes Jahr schon im Berner Oberland unterwegs waren, einen weiteren 4000er geplant. Dieses Jahr sollte es auf das Finsteraarhorn gehen – mit 4274m der höchste Gipfel im Berner Oberland.

    Vor der Woche, in der die Besteigung geplant war, verbrachten wir ein paar Tage in der Sellagruppe in Italien. Dann ging es von Brixen über Innsbruck

    nach Grindelwald. In Grindelwald sind wir nun schon zum vierten Mal angekommen und jedes Mal ist dieser Ort einfach wieder toll – mit Blick auf viele

    Berge u.a. die bekannte Eiger-Nordwand.

    Voller Vorfreude liefen wir zu unserer Unterkunft und telefonierten mit dem Bergführer – eigentlich sollte es am nächsten Tag losgehen.. doch die Tour wurde

    abgesagt. Es wurde sehr viel Niederschlag erwartet für den kommenden Tag und der Bergführer meinte, dass die Verhältnisse für den Aufstieg und den Weg zum Gipfel

    einen Tag später zu schlecht wären. Sehr enttäuscht saßen wir nun da. Das Wetter meinte es dieses Jahr wohl echt nicht gut mit uns. Allerdings sah die Wettervorhersage

    ab Mitte der Woche dann doch etwas besser aus und Martin, unser Bergführer, meinte wenn das Wetter passt könnten wir die Tour um ein paar Tage nach hinten schieben.

    Also schnell noch einen weiteren Urlaubstag beim Arbeitgeber beantragt und schon waren wir wieder optimistischer

    Nach drei kompletten Regentagen in Grindelwald kam dann endlich die Sonne! Als erste kleine Tour gingen wir zur Schreckhornhütte. Von dort konnte man das Finsteraarhorn schonmal betrachten, allerdings von der anderen Seite.. das sah doch sehr steil aus! Nach der Tour zu Schreckhornhütte mit Auf- und Abstieg an einem Tag gönnten wir uns nochmal einen Pausentag mit in der Sonne liegen und Eis essen.

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    Am Donnerstag haben wir dann auf der Kleinen Scheidegg auf etwa 2000m übernachtet, damit sich der Körper schonmal etwas an die Höhe gewöhnen konnte.

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    Am nächsten Morgen ging es dann mit der ersten Bahn auf das Jungfraujoch auf über 3400m. Eigentlich war ein Aufstieg vom Tal geplant – aber auf Grund der Terminverschiebung passte es beim Bergführer nur noch vom Jungfraujoch aus. Etwa um halb 11 haben wir uns dann mit Martin getroffen und es ging los! Raus aus dem Stollen vom Jungfraujoch und etwa 800m Abstieg auf dem Jungfraufirn. Gletscher mit ganz blauem Himmer – sooo schön Am Konkordiaplatz haben wir dann eine Pause eingelegt. An der Konkordiahütte vorbei ging es dann hoch zur Grünhornlücke auf etwa 3300m.

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    Von der Grünhornlücke konnte man die Finsteraarhornhütte – unser Ziel für diesen Tag – schon sehen. Allerdings waren nochmal etwa 300m Abstieg zu bewältigen. Dann ging es über den Fieschergletscher, der sehr viele Spalten hatte, weiter in Richtung Finsteraarhornhütte. Die letzten Meter vor der Hütte waren dann nochmal leichtes Klettern im Fels rauf. Da ging der Puls hoch und die Höhe hat man nun doch gemerkt. Nach etwa 5-6 Stunden sind wir dann an der Finsteraarhornhütte auf etwa 3100m angekommen. Ein wirklich toller Ausblick von der Terrasse der Hütte auf den Gletscher!

    Das Abendessen war suuper. Kurz danach sind wir dann schon in den Schlafsack verschwunden, denn am nächsten Morgen sollte es früh Richtung Gipfel gehen.

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    Am nächsten Morgen standen wir um halb fünf auf und versuchten etwas zu Essen. Bei mir klappte das ganz gut, Carsten hatte nicht so den Appetit und würgte sich nur eine Scheibe Marmeladenbrot runter. Dann ging es im Dunkeln mit den Stirnlampen los. Die ersten 200m waren leichtes Klettern. Dann kamen wir am Gletscher an, also Steigeisen anziehen und anseilen. Teilweise war auf dem Gletscher noch Blankeis. Bis zum sog. Frühstücksplatz auf 3600m ging das Gehen auf dem Gletscher ganz gut. Außer uns waren noch etwa fünf weitere Seilschaften unterwegs. Am Früstücksplatz haben wir eine Pause gemacht – allerdings habe ich nichts zu essen runterbekommen.

    Dann ging es weiter über den Gletscher steil und gefühlt endlos hinauf zum Hugisattel auf 4088m. Auf diesem Abschnitt habe ich die Höhe sehr gemerkt. Die Luft wurde dünn und es wurde sehr anstrengend. Dazu kam noch ein eiskalter starker Wind, sodass wir oben am Hugisattel unsere Zehen gar nicht mehr gespührt haben. Auch die Finger waren bei mir teilweise schon taub. Am Hugisattel haben wir dann aufgrund der Kälte auch nicht lange Pause gemacht.

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    Nun fehlten noch etwa 200m bis zum Gipfel. Diese waren meistens Kletterei im II. Grad bzw. kurze Schnee- oder Blankeispassagen. Man ging größtenteils etwa 1m unterhalb des Grates auf der rechten Seite oder manchmal auch direkt auf dem Grat. Nach rechts ging es richtig steil runter – besser nicht runterschauen…

    Nach 5 Stunden standen wir dann erschöpft aber glücklich am Gipfel. Der Ausblick an diesem Tag war ganz toll! Man konnte sooo viele Berge sehen! Ich lutschte einen Müsliriegel – durch die Kälte war er gefroren – und schon ging es wieder runter. 200m Abklettern und an einer Stelle Abseilen. Wir waren doch ganz froh als wir dann wieder am Hugisattel standen. Damit hatten wir den schwierigsten Teil der Tour geschafft.

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    Den restlichen Abstieg über den Gletscher in der Sonne konnten wir mehr genießen – nun wurde es endlich auch warm. Eine wirklich ganz tolle Aussicht. Nach insg. 8 Stunden waren wir wieder zurück an der Finsteraarhornhütte… und vielen müde erstmal ins Bett Danach saßen wir noch ein wenig in der Sonne und freuten uns auf das Abendessen.

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    Am nächsten Morgen ging es wieder früh los. Von der Hütte über den Gletscher zum sog. Rotloch. Von dort sahen wir den Sonnenaufgang – wunderschön Danach etwa 300m Aufstieg zum Oberaarjoch. Von dort konnte man dann schon den Oberaarsee sehen. Sah gar nicht mehr so weit aus! Waren dann aber doch noch etwa 1000m Abstieg über den Gletscher. Am Gletscherende machten wir Pause und konnten sehen wir stark der Gletscher in den letzten Jahren zurückgegangen sein muss..

    Danach ging es noch etwa eine Stunde einen schönen Wanderweg am See entlang und dann kamen wir beim Parkplatz raus von wo wir abgeholt wurden.

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    Es war eine wirklich ganz tolle Tour! Die ganzen Eindrücke kann man gar nicht beschreiben. Noch am letzen Abend gingen die Planungen für die nächste Tour los

  • felix

    Mitglied
    20. August 2012 at 21:23

    Hallo Lisa,

    Respekt! Schöne Tour, Super Bericht! Es ist schon faszinierend in der Schweiz (außerhalb der Tourismus-Zentren). Sobald man eine gewisse Höhe erreicht hat, und die Menschen weniger werden… –><img class= –>

  • harwin

    Mitglied
    21. August 2012 at 07:14

    Hallo Lisa,

    gratuliere, schöne Tour und dann ja doch ein Traumwetter. Viele Parallelen zu meinem 4.000er. Ar…kalt und die Luft ab 3.800 schon deutlich dünner. Aber das Erlebnis entschädigt für alles.

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