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Absamer Klettersteig + Bettelwurf Überschreitung
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Servus zusammen,
Nachdem wir letztes Wochenende nur ne kleine Tour gemacht haben (Kampenwand Ostgipfel Überschreitung), ging es Samstag bis Sonntag erneut auf eine 2 Tagestour – diesmal ins Karwendel – Absamer Klettersteig + Bettelwurf Überschreitung.
Achtung: Da die Bettelwurfhütte gerade umgebaut wird, ist der Ausstiegsweg des Klettersteiges immer mal wieder für ein paar Tage gesperrt – Hubschrauberflüge mit Baumaterial! Ich glaube zwar, dass die Baumaßen größtenteils abgeschlossen sind, aber empfehle dennoch vor der Tour, auf deren Homepage nachzusehen, ob es Einschränkungen gibt:
http://www.bettelwurfhuette.at/
Auf dem Plan stand Samstags gemütlich um 4 Uhr aus München losfahren und dann möglichst früh aufzusteigen. Im Endeffekt wurde es dann 8 Uhr bis wir am kostenfreien Parkplatz im Halltal ankamen – haben etwas verpennt
Man kann sich von dort auch mit dem (Großraum-)Taxi oder dem Shuttelbus (nur am Samstag und Sonntag – fährt stündlich ab 8 – 16 Uhr) bis zur 2. Ladhütte fahren lassen.
Man erspart sich dadurch ca. 45 Minuten Aufstieg. Allerdings wird der Taxi- sowie der Shuttelbus-Transport nur bei gutem Wetter angeboten. Bei Regen besteht die Gefahr von Murenabgängen.
Kosten liegen bei:
Shuttlebus:
Fahrpreis pro Strecke:
5,00 Euro pro Erwachsenen
2,50 Euro pro Kind
Taxi:
Ab/bis zur 2. Ladhütte: Taxi bis 5 Personen € 18.-
Taxibus bis 8 Personen € 25.-
Wir entschieden uns natürlich zu Fuß aufzusteigen
Im dichtesten Nebel stiegen wir, die für den Privatverkehr gesperrte Strasse bzw. auf dem schön angelegten Steig links davon, bis zur 2. Ladhütte auf. Auf Grund einiger schöner Impressionen kann ich nur empfehlen auch diesen kleinen Steig der Strasse vorzuziehen:
Nach fast genau 300 Hm bei der 2. Ladhütte angekommen, zweigen sich hiervon diverse Wanderwege ab. Von hier sollen es – über den Absamer Klettersteig – noch 4,5 Stunden bis zur Bettelwurfhütte sein (sind von hier um 9:26 Uhr los gelaufen und waren ein paar Minuten vor 14 Uhr an der Hütte. Passt also genau):
Nach dem ersten Aufschwung – am Beginn des Klettersteiges (B und A) – kam auch schon die “Schlüsselstelle” der Tour (C) – wobei wir persönlich, wie auch bei Befragung einer DAV Tour, alle einstimmig der Meinung waren, dass der Absamer Klettersteig unterbewertet ist.
Die C-Schlüsselstelle kam uns da min. wie eine C/D-Stelle vor (was sich auch im Nachhinein im Vergleich der D-Stelle des Bettelwurf Klettersteiges bestätigte, die, wenn überhaupt, nicht viel schwieriger war). Ebenso machten auch die übrigen C-, B/C-, und B-Stellen den Eindruck, eine (halbe) Schwierigkeit höher zu sein. Vor allem der Aufschwung rauf zur Seilbrücke hatte es, ebenso wie die Schlüsselstelle, schon nochmal in sich.
Während des ersten Teils des Klettersteiges wurden wir immer wieder vom Hochnebel, der vom Wind den Berg hochgeblasen wurde, eingehüllt:
Kurz vor 11 Uhr lichtete sich dieser aber endlich und man konnte den blauen Himmel erkennen, was der Motivation nochmal einen enormen Schub gab:
Eines der Highlights des Absamer Klettersteiges sind sicherlich die Klemmblöcke, die es zu überwinden gilt. Unterhalb davon ist noch eine Alpenvereinskiste montiert:
Gegen Ende des Steiges wurde es dann nochmal kurz etwas steiler…
…bevor der Ausstieg erreicht war. Hier endet übrigens auch die Materialseilbahn, mit der man sich den Rucksack für 4€ hinauffahren lassen kann. Danach geht es leider sehr steil über Latschen weiter 1 Stunde lang bergauf. Da ist die Freude über den erreichten Ausstieg, vor allem beim heißen Temperaturen, gleich wieder im Keller:
Dennoch ein sehr schöner, aber auch etwas knackiger Klettersteig, der auch wegen der 1400 Klettermeter und 600 Hm nicht unterschätzt werden sollte.
Endlich an der Hütte angekommen, genossen wir erstmal das schöne Panorama:
Nach dem Frühstück ging es am 2. Tag zeitig los, richtung kleiner Bettelwurf. Hinter der Hütte steht ein Wegweiser mit allen möglichen Routen. Ein erster Ausblick, was uns heute noch bevorstand, möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Links der kleine Bettelwurf, rechts der Große:
Nach ca. 1,5 Stunden sehr steilem Aufstieg – die 2- Kletterstelle hatten wir fast gar nicht als solche wahrgenommen (lag evtl. aber auch am Dextro Energie ) – erreichten wir den Sattel, von wo wir zunächst noch die 50 Hm zum kleinen Bettelwurf im geröllgesäumten Gehgelände hinter uns brachten. Blick vor hier aus auf den großen Bettelwurf:
Bei sehr warmen Temperaturen lädt auch dieser kleine Unterschlupf zu einer schattigen Rast ein:
Nach einer kurzen Pause am Gipfel des kleinen Bettelwurfs und netten Gesprächen mit weiteren Überschreitungsaspiranten, machten wir uns auf den Rück- und Weiterweg zum Großen Bettelwurf. Am Einstieg kann man nochmal eindrucksvoll auf den kleinen Bettelwurf zurückblicken:
Deutlich knackiger als die Ferrata zum kleinen Bettelwurf ging es jetzt nach oben. Nach den beiden schweren Stellen (C/D und D) ging es in 1er Freikletterstellen weiter sehr schön nach oben richtung Gipfelgrat:
Am Gipfel bot sich ein noch imposanterer Rundumblick als auf dem kleinen Bettelwurf. Nach erneuter kurzer Rast, stiegen wir ein Stückchen den Grat zurück und nahmen dann den Normalweg auf den großen Bettelwurf, den Eisengattergrat (A/
als Abstiegsvariante. Der Name ist hierbei Programm. Viel Eisen wurde da verbaut, mMn etwas zuviel, aber ok. Nach ca. 20 Minuten Abstieg, sahen wir einen weiteren versicherten Aufstiegsweg, der sich am Eisengattergrat gabelte. Leider konnte ich bis jetzt keine Angaben dazu finden, wo dieser hinführt :
Kurz nach dem Ende des Stahlseils, wurde eine neue Abstiegsalternative errichtet. Diese verläuft direkt auf einem schmalen Grat und trifft sich weiter unten wieder mit dem alten Weg, der eher einer kleinen Geröllabfahrt gleicht. Das Schild stellt dabei den Anfang der beiden möglichen Wege dar:
Nachdem auch dies geschafft war, stiegen wir immer fast auf gleicher Höhe bleibend sehr fotogen zurück zur Bettelwurfhütte, um uns unser wohlverdientes Radler und den sehr leckeren Rinderbraten mit Pasta (8€ – Bergsteigeressen) schmecken zu lassen:
Leider holf alles nichts und wir mussten uns schweren Herzens auf den Abstiegsweg machen. 2,5 Stunden Hitzeschlacht standen uns noch bevor. Der Abstiegsweg (schwarz) war deutlich speckiger als alle anderen Steige zuvor und daher war auch hier erhöhte Vorsicht geboten. Im letzten Drittel erblickten wir dann schon das Schuttkar, und die bevorstehende Geröllabfahrt:
Bei der Wechselreise angekommen, erkannte man schon die zickzack-förmigen Steigspuren im Geröll. Ein Hinweisschild empfahl, wegen hoher Steinschlaggefahr jedoch den Abstieg in der Mitte des Schuttkars zu nehmen:
Die Abfahrt übers Geröll ging recht flott und hat Spass gemacht, auch wenn man dadurch etliche kleine Steine im Schuh hatte. Allerdings möchte ich mir nicht vorstellen, wie dieser Weg im Aufstieg sein mag.
Nach weiteren 20 Minuten erreichten wir wieder die Asphaltstrasse, kühlten uns am Bach kurz ab und stiegen dann in knapp 25 Minuten zum Auto ab.
Alles in allem eine sehr coole Tour, kann ich nur jedem empfehlen. Die Stahlseile sind nur leider überwiegend sehr sehr dick, was mir persönlich nicht ganz so liegt, aber wollen ja nicht meckern
Das Wetter hat regentechnisch gut mitgespielt – sah ja nicht so gut aus im Vorfeld, so dass es ein sehr gelungenes Klettersteigwochenende geworden ist.
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schöne und reichlich bebilderte Torbeschreibung. Vielen Dank fürs Mitnehmen.
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harwin wrote:schöne und reichlich bebilderte Torbeschreibung. Vielen Dank fürs Mitnehmen.
Sehr gerne
Freut mich, wenn euch meine Tourenbeschreibungen gefallen. Übernächste Woche, sollte das Wetter passen, ist dann die Zugspitze fällig. Höllentalklettersteig – Münchner Haus übernachten und Stopselzieher Klettersteig im Abstieg.
Ich werde berichten…
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Super Tourenbericht! vielen DAnk hierfür!
Den Absamer Klettersteig habe ich bisher noch nicht gemacht! Dein Post hat ihn in meiner Tourenliste nun ein Stück weiter nach oben gerückt –>
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als Abstiegsvariante. Der Name ist hierbei Programm. Viel Eisen wurde da verbaut, mMn etwas zuviel, aber ok. Nach ca. 20 Minuten Abstieg, sahen wir einen weiteren versicherten Aufstiegsweg, der sich am Eisengattergrat gabelte. Leider konnte ich bis jetzt keine Angaben dazu finden, wo dieser hinführt :




