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Alleine im KS (D/E)?
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Hallöchen zusammen!
Obwohl ich hier schon länger mitlese, für einen Account hats bisher nicht gereicht
[schleim]Tolles Forum übrigens![/schleim]
Nun aber meine erste Frage auf die ich bisher keine Antwort gefunden hab:
Wie “empfehlenswert” ist es eurer Meinung nach, Klettersteige der Schwierigkeit D/E alleine, also ohne Partner zu gehen? Ich bin wahrlich kein “Neuling”, aber nachdem es mich letztens ins Set genudelt hat (AUA+herzhaft FLUCH), kamen mir schon (berechtigte?) Zweifel ob es soooo sinnvoll ist, alleine klettern zu gehen.
Wie macht ihr das? Mitglied beim Alpenverein bin ich, Handy und Erste-Hilfe-Paket sind auch immer dabei – aber, naja, man weiß ja nie. Bewußtlos im Seil hängen (eventuell über Nacht) klingt jetzt nicht sooo spaßig…
LG
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hallo lolwat,
eigentlich hast du dir die antwort ja schon selber gegeben. wenn du schon einmal einen unfall hattest, der glimpflich ausgegangen ist, dann weißt du, wie schnell das passieren und welche folgen dieses haben kann. wenn du bewusstlos im seil hängst, dann hilft dir zunächst keiner. zu zweit oder in einer gruppe ist man da sicher besser und sicherer unterwegs. bei D/E-Steigen ist das risiko vermutlich größer. ich würde es glaube ich nicht machen.
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Servus,
hätte, wäre, wenn, aber, vielleicht! Eigentlich gibst Du Dir die Antwort schon selbst… es ist wohl immer besser mindestens zu zweit zu gehen! (auch Spassfaktor etc.) Im Übrigen hat das Ganze wohl auch nichts mit der Schwierigkeit zu tun, passieren kann überall und jederzeit etwas! Aber: Was bringt ne Seilschaft beim [link removed], wenn dann Alle mitgerissen werden oder der Vater seine beiden Kinder 400m abstürzen sieht um dann nach Hilfe zu telefonieren!
Es spricht aber auch nichts dagegen die Touren alleine zu machen! (eigene Erfahrung)
Gruß Andy
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OK, so pauschal ist schwierig. Die Pursteinwand (D) hätte ich auch fast alleine gemacht.
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Servus,
welche Antwort möchtest Du jetzt haben? Meiner Ansicht nach gibt es 3:
1. Lehrbuch und als Autor: Gehe nie alleine, sondern immer mindestens zu zweit; hinterlasse eine Nachricht wohin Du gehst und melde Dich bei irgendjemandem (z.B. per SMS ab und wieder an)
2. Eigener Werdegang (bitte nicht als Vorbild nehmen!): Mein nächster KS (vermutlich am am Montag) ist mein 700. Davon bin ich fast 50% solo gegangen und 40% meiner Touren waren D und schwerer. Auch die meisten E-Steige bin ich solo unterwegs.
3. Gehe so, wie Du Dich fühlst und wie Du es kannst! Wie einer schon meinte, Du kannst auch auf einem B-Steig blöd umknicken und tagelang herumliegen. Ebenso verstehe ich nicht, warum Du Dich so auf die Schwierigkeit beziehst? Meist sind die E-Steige eh neuerer, gut frequentiert und gut erreichbar. Ich könnte Dir dutzende von Touren aufzählen (die ich gerade bei der “Pionierarbeit” für die Italien-Bände gegangen bin), die zwar “nur” bis C gehen, aber Du bist 10-12 Stunden unterwegs und triffst keine Sau. Vor allem wussten wir bei vielen Steigen nicht einmal, was einen generell erwartet (exakte Länge, Schwierigkeit, Routenverlauf).
Genauso könnten wir hier eine Diskussion über Free-Solo an der Großen Zinne anregen. Keiner kann Dir die Entscheidung abnehmen und jeder trägt sein Risiko selber. Ich würde nie jemanden verteufeln, der alleine unterwegs ist. Du weißt ja nicht, was der alles drauf hat. Ich bin mir aber auch stets meines Restrisikos bewusst. Klar fühle ich mich auch sicherer, wenn jemand dabei ist und es ist sicherich nicht jedermanns Sache solo unterwegs zu sein. Da brauchst Du teilweise schon gute Nerven (Kraft und Kondition sind eh Grundvoraussetzung). Ich war auch schon ein paar Mal für mehrere Tage Solo-Trekking in Norwegen. Wie meinte mal jemand: Man muss sich selber genügen in diesen Momenten!
Früher war ich wirklich tagelang unterwegs, meine Eltern und Partnerin hatten zumindest die sehr aufschlußreiche Info “Klettersteige in den Dolomiten”. Oftmals mehrere Tage keinen anderen Bergsteiger getroffen und man ist sich dann selbst der beste Gesprächspartner. Heute (mit 3 Kindern) beachte ich zumindest die Regeln: Exakte Tourenmitteilung an die Familie, Tourenzettel im Handschuhfach und eine Rückmeldung (per SMS nach Hause), wenn ich wieder zurück bin. Dennoch werde ich auch nächste Woche vermutlich wieder ca. 10 Solo-KS gehen… einfach weil ich manchmal die Ruhe brauche und mich auch den Steigen gewachsen fühle.
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Noch ein kurzer Nachtrag zu dem leidigen Thema Handy (weil immer alle meinen, dass sei DIE Versicherung schlechthin).
Das Handy kommt in der (meinen) Sicherungskette maximal an 3.Stelle
1. Von vorneherein nichts riskieren und lieber einmal zuviel umkehren! Wie oben schon geschrieben: seit über 25 Jahren unterwegs, 699 KS und noch nie was passiert!
2. In ein 1. Hilfe Paket gehört mindestens auch ein Signalspiegel und eine Trillerpfeife!!! Und bei ganz einsamen Touren habe ich sogar eine kleine Signalrakete (mit 6 Schuss) dabei. Wiegt fast nix!
3. Jetzt vielleicht das Handy, denn im extremen Notfall (einsame Tour, Schlucht etc.) hast Du eh keinen Empfang, oder der Akku ist leer, oder es war im Deckelfach (gegen den Du gerade gekracht bist!).
Aber vielleicht stamme ich mittlerweile auch einfach aus einer anderen Zeit, dass ich dem Handy so wenig Beachtung zolle und eher den bewährten, robusten Mitteln vertraue. Mal abgesehen davon, dass ich beim Trekking gar nicht wüsste, wie ich nach einer Woche mein Handy aufladen sollte
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Hallo,
also ein richtige Antwort gibt´s dazu einfach nicht. Ich bin zwar noch nicht so erfahren wie mein Vorposter, gehe seit gut einem Jahr Klettersteigen und habe ca. 30 Steige gemacht bis zum Schwierigkeitsgrad E. Meistens bin ich zu Zweit mit meiner Freundin unterwegs und einmal hat mit dies auch schon geholfen. Letztes Jahr Ende November bin ich bei der Köllenspitze ganz oben bei der überhängenden D-Stelle aberutscht und dummerweise auch noch aus dem Handschuh raus (war ein normaler, da es ziemlich eisig war). Hing dann im Set, ging zwar kaum auf und der Sturz war auch nicht so schlimm, aber phychisch ist dies schon heftig, wenn Du plötzlich frei bäumelnd in 100m Höhe hängst. Prinzipiell hätte ich ja einfach weiterklettern können, aber nach dem Schock ist dies nicht so einfach. Hier hilft die zweite Person schon erheblich. Nach vielem gut zureden haben wir die letzten paar Meter dann auch noch gemacht und er war trotz Schock eine schöne Tour, aber wenn ich allein da gahangen hätte, dann weiß ich nicht, ob ich mental die Kraft gehabt hätte weiterzugehen.
Letzte Woche war ich dann aber mal wieder allein auf dem Tegelberg und komischerweise habe ich im ganzen Steig niemanden getroffen. Es kann als auch immer bei beliebten Steigen vorkommen, dass Dir keiner helfen kann. Geh am besten einfach beim DAV, Facebook oder sonst wo in ein Forum und such Dir einen Kletterpartner. Macht erstens mehr Spass und zweitens ist es einfach sicherer.
Viele Grüße aus München,
Chris
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Hey Blaufuchs, sprichst mir voll aus dem Herz! Es geht darum Gefahren zu minimieren, alles verhindern geht nicht, schliesslich kämpft euer aus 'Zucker' bestehender Körper mit der Natur! Wennst aus 2 Meter ungeschickt aufkommst is des Kreuz durch! Erfahrung sammeln, Gefahren minimieren und konzentrieren! Wenn de auf der Hängebrücke über der Schlucht auch mal ein Foto von Dir möchtest, nimmst besser noch jemand mit!
Ach ja, falls von Euch jemand am Sonntag 8.7. am Pidinger war und beim Abstieg oder auf'm Parkplatz ein Hundegeschirr in Größe 'S' gefunden hat, bitte melden! –>
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Bergsteiger78 wrote:Hallo,
also ein richtige Antwort gibt´s dazu einfach nicht. Ich bin zwar noch nicht so erfahren wie mein Vorposter, gehe seit gut einem Jahr Klettersteigen und habe ca. 30 Steige gemacht bis zum Schwierigkeitsgrad E. Meistens bin ich zu Zweit mit meiner Freundin unterwegs und einmal hat mit dies auch schon geholfen. Letztes Jahr Ende November bin ich bei der Köllenspitze ganz oben bei der überhängenden D-Stelle aberutscht und dummerweise auch noch aus dem Handschuh raus (war ein normaler, da es ziemlich eisig war). Hing dann im Set, ging zwar kaum auf und der Sturz war auch nicht so schlimm, aber phychisch ist dies schon heftig, wenn Du plötzlich frei bäumelnd in 100m Höhe hängst. Prinzipiell hätte ich ja einfach weiterklettern können, aber nach dem Schock ist dies nicht so einfach. Hier hilft die zweite Person schon erheblich. Nach vielem gut zureden haben wir die letzten paar Meter dann auch noch gemacht und er war trotz Schock eine schöne Tour, aber wenn ich allein da gahangen hätte, dann weiß ich nicht, ob ich mental die Kraft gehabt hätte weiterzugehen.
Letzte Woche war ich dann aber mal wieder allein auf dem Tegelberg und komischerweise habe ich im ganzen Steig niemanden getroffen. Es kann als auch immer bei beliebten Steigen vorkommen, dass Dir keiner helfen kann. Geh am besten einfach beim DAV, Facebook oder sonst wo in ein Forum und such Dir einen Kletterpartner. Macht erstens mehr Spass und zweitens ist es einfach sicherer.
Viele Grüße aus München,
Chris
Gebe dir auch recht: Eine zweite Person ist als psychologische Unterstützung wichtig. So z. B. aufmunternde Worte in heiklen Stellen wie: “Hey, das wichtigste am Berg: Immer lächeln!”
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ich gehe in der Regel nicht alleine, aus folgenden Gründen
– ich freue mich wenn ich Erlebnisse mit anderen teilen kann
– ich fotografiere gerne, da macht sich ein Mensch auf dem Foto immer recht gut
– ich habe jemand dabei wenn ich mal in eine missliche Lage komme (gabs noch nicht, aber wer weiß …), egal ob es nur um psychische Unterstützung geht oder ich mich verletze
An Pfingsten bin ich ein kurzes Teilstück (vlt. 100m, E) alleine gegangen, bei dem aber die Alternativroute (C) in Ruf- und teilweise auch Sichtweite war. Also richtig alleine war ich nicht.
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Also von dem Klettersteigen die ich gemacht war ich vielleicht 60% alleine und zu 40% in Begleitung (meist zu zweit oder zu dritt) unterwegs. Beides hat für mich seinen Reiz – wobei wirklich „alleine“ ist man ohnehin selten auf einem KS – wobei ich auch schon den Pidinger oder die Drachenwand „ganz für mich alleine“ hatte und das möchte ich nicht missen – ist mir wesentlich lieber als wenn die Steige voll sind. Was über die objektiven Gefahren des „alleine Gehens“ geschrieben wurde hat sicher alles seine Berechtigung – bei vielen ist es aber halt vor allem eine Kopfsache – sprich sie fühlen sich am Berg alleine einfach nicht wohl. Ich sehe es vielleicht auch deshalb ein wenig anders, da ich öfters auch alleine ausgesprochene Weglostouren mache – dagegen ist jeder KS ob alleine oder in Begleitung immer so etwas wie ein Ort der Zivilisation
Was noch nicht geschrieben wurde ist dass es doch auch viele Gefahren bzw. Probleme die auf einem belebten KS bzw. in einer Gruppe auftreten alleine nicht oder nur in verminderter Form gibt: Alleine ist das Steinschlagrisiko viel niedriger, keine Mitreißgefahr (auf belebten KS, bzw. auch in der Gruppe werden die Abstände sehr oft nicht eingehalten), keine Drängelei und waghalsige Überholmanöver, keine Ablenkung durch Gespräche, auch die Gruppendynamik am Berg ist nicht immer positiv: Schwächere Geher gehen oft über Ihre Grenzen, weil sie dem Rest der Gruppe nicht zur Last fallen wollen, andere fühlen sich vielleicht unterfordert und werden nachlässig bzw. wollen den Rest beweisen was sie nicht alles draufhaben, die Entscheidung abzubrechen ist in der Gruppe ebenfalls meist problematischer als alleine, auch die sogenannte mentale Unterstützung kann man von 2 Seiten her sehen: Ist es wirklich so positiv wenn jmd. nach langem gutem Zureden plötzlich Passagen klettert, die er sich alleine nie zugetraut hätte? Kommt halt v.a. auch auf die Zusammensetzung der Gruppe an – jedenfalls alleine habe ich die Problematik nicht – da geht es lediglich darum: Was traue ich mir zu und was nicht?
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Hallöchen zusammen!
Vielen Dank für die zahlreichen und informativen Antworten!
Sowas in dieser Richtung habe ich mir eh erwartet. Dass es natürlich sinnvoller ist, nicht alleine zu gehen (aus mannigfaltigen Gründen) ist mir auch klar, wollte diesbezüglich nur ein paar Meinungen der “Profis” hören. Ich hab bis jetzt erst 7 KS gemacht, darunter waren einige durchaus knackige dabei (Martinswand in Innsbruck, Via Kapf und Via Kessi in Götzis).
Anhand der Schwierigkeit wollte ich das nicht unterteilen, dass selbst in einem B was passieren kann (teilweise umso häufiger) ist auch selbsterklärend. Was mir halt aufgefallen ist: In KS der Klassen A-C findet man sich höchst selten alleine in der Wand, da sind immer andere Kletterer um einen rum. Wenns D-E ist, da ist man doch häufiger alleine.
Auch muss ich sagen: ich kletter gerne alleine, ich mag die Ruhe und das Gefühl des “auf einen selbst gestellt seins”. Nachdem es mich letztens aber reingenudelt hat, hab ich mir halt so meine Gedanken drüber gemacht. Vor allem auch, weil an diesem Tag niemand auch nur in der Nähe war, nichtmal beim Zustieg/Abstieg hab ich jemanden gesehen (eine Gams ausgenommen).
An/Abmelden bei Freunden ist eine Selbstverständlichkeit, auch weiß zumindest mein bester Freund immer wann und wo ich unterwegs bin.
Werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen wenn cih die nächste Tour plane. Eventuell geht ja einer von euch hier mit (meine Freunde sind alles andere als kletterbegeistert [bouldern mal außen vor]).
Danke nochmal an Alle – und viel Spaß in der Wand!
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Stroty wrote:
Gebe dir auch recht: Eine zweite Person ist als psychologische Unterstützung wichtig. So z. B. aufmunternde Worte in heiklen Stellen wie: “Hey, das wichtigste am Berg: Immer lächeln!”
Hey Daniel, das mit dem lächeln hättest dir mal beim Gipfelfoto am Sandro Pertini zu Herzen nehmen sollen –>
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