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Vermisste am Jubigrat
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Tja, was soll man da noch sagen. Wenn's wirklich erfahrene Bergsteiger waren, sollte man erwarten daß sie soviel Wissen und Umsicht haben um zu dieser Jahreszeit keine Tour am Jubigrat zu gehen.
Bei aller Tragik – selbst schuld. Ich ordne das unter der Rubrik Dummheit ein.
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Kletterkiki wrote:Steeler wrote:Tja, was soll man da noch sagen. Wenn's wirklich erfahrene Bergsteiger waren, sollte man erwarten daß sie soviel Wissen und Umsicht haben um zu dieser Jahreszeit keine Tour am Jubigrat zu gehen.
Bei aller Tragik – selbst schuld. Ich ordne das unter der Rubrik Dummheit ein.
Mhhhhhmmm… das seh ich bissel anders… vielleicht (bzw. wahrscheinlich) auch, weil ich nen sehr guten Kumpel hab, der den Jubigrat schon zusammen mit nem anderen Bekannten (einer, der mir damals am HGS meine ersten KS-Erfahrungen ermöglichst hat) im Winter gemacht hat.
Schlimme Sache, die da passiert ist… Ein Restrisiko bleibt wohl immer, ob Sommer oder Winter…
……..aber im Winter ist das Restrisiko wesentlich höher als im Sommer. Ist doch im Sommer bei guten Bedingungen schon eine schwierige Tour.
Der Mensch sollte einfach auch wissen wann es zu gefährlich ist oder eben unkalkulierbare Risiken meiden dann würde auch weniger passieren und die Bergretter müßten nicht dauernd ihr eigenes Leben riskieren.
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Steeler wrote:……..aber im Winter ist das Restrisiko wesentlich höher als im Sommer. Ist doch im Sommer bei guten Bedingungen schon eine schwierige Tour.
Der Mensch sollte einfach auch wissen wann es zu gefährlich ist oder eben unkalkulierbare Risiken meiden dann würde auch weniger passieren und die Bergretter müßten nicht dauernd ihr eigenes Leben riskieren.
… und am Klettersteig ist das Restrisiko höher als beim Wandern auf bewaldeten Hügeln. Lassen wir's deshalb bleiben? Der Jubiläumsgrat im Winter ist sicher ernst zu nehmen, aber nach meinem Dafürhalten ist das Risiko durchaus kalkulierbar. Natürlich sollte man je nach Bedingungen auch als erfahrener Bergsteiger die Finger davon lassen. Der erfahrene Bergsteiger weiß das dann aber in der Regel auch. Wie die Verhältnisse derzeit sind, kann ich nicht beurteilen, daher kann ich auch nichts dazu sagen, ob die Begehung des Grates derzeit zu verantworten wäre. Jedenfalls denke ich, dass eine Winterbegehung des Jubiläumsgrates bei sorgfältiger Vorbereitung für entsprechend erfahrene Bergsteiger sicher weniger leichsinnig ist als bei LWS 4 im Val Lasties auf Skitour zu gehen. Da kann ich wirklich nur den Kopf schütteln.
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Ich kannte einen der beiden gut und mochte ihn sehr. Dieses tragische Ereignis tut mir unendlich leid für ihn, seine Angehörigen und alle die ihm nahe standen. Es tut weh, solch einen Menschen zu verlieren. Ich muss ständig an ihn denken und denke darüber nach, was wohl in den letzten Minuten seines Lebens geschehen ist. Natürlich lässt sich damit nichts ungeschehen lassen, aber es beschäftigt mich einfach.
Ich bin absoluter Laie was [link removed] angeht, vielleicht sind meine folgenden Fragen naiv. Wie muss man sich das vorstellen, wenn zwei solch eine Tour machen? Sind die dann durch ein Sicherungsseil verbunden? Wenn ja, kann das einer überhaupt halten, wenn der andere ausrutscht? Wenn nein und einer ist zuerst abgestürzt, hätte da nicht ein Notruf vom anderen kommen müssen? Ist da oben überhaupt durchgehend Handy-Empfang? Am Tag als die Vermisstenmeldung einging war ja das Wetter sehr schlecht, das heißt als erstmals gesucht wurde, waren bereits 2 Nächte mit Minusgraden vergangen (irgendwo stand was von –20°). Bestand da überhaupt noch eine Chance, jemanden lebend zu finden?
Ich weiß nicht, ob ihr verstehen könnt, weshalb mich diese Details interessieren. Manchmal weiß ich selbst nicht, was das bringen soll. Ich lese alles was ich darüber finden kann und sammle die Informationen. Mir hilft es, damit umzugehen.
Viele Grüße
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servus ebi,
mein herzliches beileid an dieser stelle… es ist wirklich tragisch wenn so etwas passiert und man die betroffene(n) person(en) auch noch kennt…
ich habe in meinem bekannten kreis auch ein paar freunde die den jubigrat schon im winter gemacht haben. dies ist ein äußerst anspruchsvolles unterfangen (für geübte und die verhältnisse kennenden bergsteiger aber sicherlich kein “lebensmüdes” unterfangen)… beim jubigrat muss das wetter natürlich immer passen und man sollte den wegverlauf (auch wenn der weg normalerweise immer an der gratkante ist, gibt es doch passagen wo es nicht eindeutig ist und man zwischenabstiege machen muss) kennen.
der jubigrat hat im winter meist wächten, die bei falscher belastung leicht wegbrechen können… normalerweise begeht man den jubigrat solo (da man es mit seilsicherungen zeitlich nicht schaffen würde) … ich gehe davon aus, dass im winter die schwierigsten steilpassagen mit seil partnergesichert werden… in einer zweierseilschaft ist ein sturz in solch einem steilgelände (v.a. im winter) kaum zu halten..
ein abrutschen im winter bei diesem gelände ist schon töflich.
2 nächte bei -20°C (mal angenommen dass sie da nciht im biwak waren) werden sie da oben kaum überlebt haben…
zu deiner frage zecks handy-empfang.. normalerweise ist auf dem grat guter handyempfang (da ja auf dem gipfel der zugspitze entsprechende handy-masten sind)… sollten die bergsteiger allerdings in wandstellen (von der zugspitze weggedreht) gelangen, ist der empfang weg… daher richtet sich v.a. in den bergen der empfang von der jeweils aktuellen position… frei am grat, an einer wand, schlucht, querung? (überall ist ein anderer empfang bzw. gar keiner).
anbei noch ein bild von einem bekannten von mir (das ich netterweise hier verwenden darf), das ganz gut einen eindruck vom winterlichen jubigrat widergibt (rot gepunktet der wegverlauf des 1.Viertels!)… die leichten wächten am grat sind hier schon gut zu erkennen..
gruss, Ralf
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Hi Ralf, vielen Dank für die netten Worte, die Infos und das beeindruckende Bild.
Liebe Grüße, ebi
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Jetzt hat man sie gefunden
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ebi wrote:Jetzt hat man sie gefunden
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Hallo ebi,
an dieser Stelle nochmals mein Beileid, aber ich bin ehrlich gesagt auch froh darüber, dass die beiden nun endlich gefunden wurden.
Ich hatte ehrlicherweise schon bedenken, dass sie wohl für längere Zeit oder gar für immer am Berg verschollen bleiben.
Für alle Angehörigen ist es nun auch besser, denn nun wird man ihnen wenigstens ihre letzte Ruhestätte geben können und einen Ort für die Trauer haben, auch die Zeit der “Ungewissheit” (obwohl man wusste das sie nicht mehr am Leben sein können) ist nun zu Ende.
Trotz allem bleibt es für mich ein tragischer Unfall, aber was letztendlich zu dem Absturz geführt hat, wird man sicherlich nicht mehr herausfinden können.
Ich denke, das entweder eine von der Volkarspitze abgehende Lawine, oder im Übergang zur Volkarspitze eine abreißende Wechte sie mitgerissen hat. Aber das ist nur ein Bruchteil von möglichen Unfallmöglichkeiten und bleibt einfach Spekulation.
Gruß
Nobby
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Für alle Angehörigen ist es nun auch besser, denn nun wird man ihnen wenigstens ihre letzte Ruhestätte geben können und einen Ort für die Trauer haben.
Ja, genau das ist wichtig. Viele Grüße an euch alle. Da ich kein Kletterer bin, werde ich wohl nicht mehr hier her kommen. Danke für die netten Antworten hier im Forum und die Mails. Macht´s gut.

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