Die 532 Meter hohe Ehrenbürg (im Volksmund Walberla), ist ein Zeugenberg mit Doppelgipfel im Vorland der Fränkischen Schweiz zwischen Forchheim und Ebermannstadt mit Ausblick ins Wiesenttal. Offiziell ist das Walberla nur der 514 m hohe nördliche Gipfel, während der südliche 532 m hohe Rodenstein (alt auch Bodenstein) heißt. Das Gebiet wurde 1987 wegen des Trockenrasens auf dem Bergrücken und seltener Pflanzen, insbesondere Orchideen, unter Naturschutz gestellt und hat eine Länge von 1,5 Kilometern bei einer Breite von 300 Metern. Landläufig wird der gesamte Berg Walberla genannt. Dieser Name wird 1768 zum ersten Mal in Erlangen urkundlich in Zusammenhang mit den dortigen Studenten ("aufs Walberla gehen"[1]) erwähnt. Der Name Walberla leitet sich wahrscheinlich von der heiligen Walburga ab. Für die Ehrenbürg lässt sich die Nutzung als Kultplatz der Kelten, dann als ein germanisches Heiligtum und anschließend auch als eine christlich geweihte Stätte nachweisen. Auf dem nördlichen Gipfel befindet sich eine im 17. Jahrhundert gebaute, der Walburga geweihte Walburgis-Kapelle (erste Erwähnung einer Kapelle um 1350), die namensgebend für den Berg ist. Am 1. Mai 2000 wurde eine Bronzestatue der Heiligen vor der Kapelle eingeweiht. Für die Herkunft des Namens Ehrenbürg liegen verschiedene Deutungsversuche vor. Menhofer leitet den Namen vom lateinischen arca (=Schutz) und der Endsilbe bürg (=Burg oder Schutzanlage) ab. Damit ergibt sich die Bedeutung des Wortes Ehrenbürg in etwa als schützender Raum oder die Burg, die Zuflucht gewährt.[2] Seit der frühen Jungsteinzeit ist eine Besiedlung der Ehrenbürg belegt, die sich mit Unterbrechungen bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. nachweisen lässt. Zeitweise war der Berg, der im 5. Jahrhundert v. Chr. mit einer mächtigen Wallanlage umgeben wurde, ein Machtzentrum für die ganze Region. An jedem ersten Sonntag im Mai findet auf dem Berg das Walberla-Fest statt, welches als ältestes Frühlingsfest Deutschlands gilt[3] und seine Wurzeln in einem alten heidnischen Opferfest zu Ehren Wodans haben soll. Das ursprüngliche Walberlafest war ein Patronatsfest zu Ehren der Walburga. Die dazugehörigen Wallfahrten sind seit dem 9. Jahrhundert bezeugt. Schon 1799 wurden im Geographischen Statistisch-Topographischen Lexikon von Franken 6000 bis 8000 Besucher sowie 200 Schuster, die dort ihre Erzeugnisse anboten, erwähnt. Das Fest gewann schnell an Beliebtheit und so sind für das Jahr 1923 schon mehr als 70.000 Festbesucher bezeugt[4]. In dem Gedicht Exodus Cantorum ? Bambergischer Domchorknaben Sängerfahrt von Victor von Scheffel[5] heißt es dazu: Seit 1991 besteht am Walberla ein Kletterverbot, so dass derzeit nur am Rodenstein geklettert werden darf. Es besteht am Rodenstein ein Neutourenverbot. Dort gibt es 49 Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 8+ (UIAA). Bedeutende Routen sind die Schlaifhausener Kante, der Frankenschnellweg und die Edelweißkante. Hermann Schmidt-Kaler, Brigitte Kaulich, Walter Weiss: Das Walberla - Ein Weißjura-Zeugenberg. 2004 |