Die Besteigung der Wildspitze 3768m ist eine der bekanntesten Hochtouren der Ostalpen. Mit 3768 Metern ist sie der höchste Berg Tirols und bietet eine eindrucksvolle Kombination aus Gletscherlandschaft, hochalpiner Atmosphäre und weitem Panorama.
Die klassische Route führt von Vent im hinteren Ötztal über die Breslauer Hütte zum Gipfel. Bereits der Zustieg zur Hütte ist landschaftlich beeindruckend: Der Weg zieht sich durch Almgelände und über steinige Hochgebirgspfade stetig bergauf. Für die rund 800 Höhenmeter bis zur Hütte benötigt man etwa 2½ bis 3 Stunden.
Die meisten Bergsteiger übernachten dort und starten noch vor Sonnenaufgang zum Gipfel. Hinter der Hütte steigt man zunächst über Moränen und Geröll zum Gletscher auf. Danach beginnt die eigentliche Hochtour über den Taschachferner beziehungsweise Mitterkarferner, abhängig von den aktuellen Verhältnissen und der gewählten Route.
Auf dem Gletscher sind Steigeisen, Seil und oft auch Pickel erforderlich. Besonders im Sommer können Gletscherspalten offen sein. Der Anstieg erfolgt zunächst gleichmäßig über weite Firnflächen. Mit zunehmender Höhe wird das Gelände steiler, ehe man den Gipfelgrat erreicht.
Der letzte Abschnitt zum Gipfel ist der eindrucksvollste Teil der Tour: Ein ausgesetzter Firn- und Schneerücken führt hinauf zum schneebedeckten Gipfel der Wildspitze. Bei guten Bedingungen ist dieser Grat technisch nicht extrem schwierig, verlangt aber Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und sicheres Gehen mit Steigeisen.
Am Gipfel eröffnet sich ein außergewöhnliches Panorama:
- die vergletscherten Gipfel der Ötztaler Alpen
- zahlreiche Dreitausender Südtirols
- bei klarer Sicht sogar Fernblicke bis zu den Dolomiten und in die Schweizer Alpen
Die klassische Zweitagestour umfasst:
- insgesamt etwa 1800 Höhenmeter
- Gehzeiten von 8 bis 10 Stunden verteilt auf zwei Tage
- eine mittelschwierige bis anspruchsvolle Hochtour
Wichtige Voraussetzungen sind:
- sehr gute Kondition
- Erfahrung im Hochgebirge
- sichere Gletschertechnik
- stabile Wetterbedingungen
Für weniger erfahrene Alpinisten empfiehlt sich eine geführte Tour mit einem staatlich geprüften Bergführer. Die Wildspitze gilt als idealer Einstieg in die Welt der großen vergletscherten Alpenberge – anspruchsvoll genug für echtes Hochgebirgsgefühl, aber auf der Normalroute technisch vergleichsweise moderat.
