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Monte Cristallo di Mezzo Super Ferrata
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Servus zusammen,
Wir (2 befreundete Pärchen) waren letztes Wochenende für 2 Tage am Cristallo Massiv unterwegs und haben alle 3 Klettersteige weggerockt (Via Ferrate Rene de Pol, Via Ferrata Marino Bianchi und Via Ferrata Ivano Dibona).
Da die Eindrücke noch sehr frisch sind und ich auch auf etliche Gefahren und nervige Wegfindung hinweisen möchte, lass ich euch mal kurz an unseren Erfahrungen Teilhaben:
Unser Plan fĂĽr das Wochenende sah wie folgt aus:
1. Tag: Ankunft Ospitale – Via Ferrata Rene de Pol – Auftieg zur Forcella Grande (des Ivano Dibona Klettersteiges – ein Teil des Ivano Dibona Klettersteig vorbei am Cristallino D'Ampezzo zum Rifugio Lorenzi
2. Tag: Via Ferrate Marino Bianchi – Cristallo di Mezzo – Rückweg nach Ospitale über Via Ferrate Ivano Dibona.
Wir sind um kurz nach 4 Uhr von MĂĽnchen gestartet und um kurz vor Acht Uhr begann unsere Tour am Gasthaus/Hotel Ospitale (man kann da problemlos parken und wir nicht wie schon mal in einem Tourenbericht gelesen, abgeschleppt):
Nach ein paar Metern folgten wir links dem breiten Wanderweg, bis zu einem davon etwas weit entfernten Hinweisschild mit der Aufschrift Via Ferrata Rene de Pol.
Hier ging es rechts relativ gemĂĽtlich nach oben.
Sollte man die outdooractive app bzw. die alpenvereinaktiv app als Routenplaner benutzen muss man auf passen:
Denn kurz vor Ende der Latschen und Ăśbergang zur Wand gabelt sich der Weg. Folgt man dem Wegverlauf weiter gerade aus (in den apps wird dieser Weg gerade aus als Ferrate Rene de Pol ausgewiesen) gelangt man an eine echt sehenswerte Aussichtsplattform eines Wasserfalls:
Folgt man diesen Weg allerdings weiter, kommt man in Schwierigkeiten. Der Weg wird immer enger und zugewachsener, bis er plötzlich überhaupt nicht mehr vorhanden ist. Nach ein paar Metern Latschenkraxelei war uns klar, wir müssen zurück.
Bei der Weggabelung erneut angekommen, sahen wir einen, beim Aufstieg sehr leicht ĂĽbersehbaren kleinen weiĂźen Pfeil (ist wirklich so ), der links rum deutete:
Dennoch lohnt sich der kurze Weg zum Wasserfall alle mal, nur dann nicht weiter aufsteigen!
Dass die Ferrata Rene de Pol, wenig begangen war, wussten wir bereits im Vorfeld, aber auf der kompletten ersten Tour sahen wir (am Samstag bei bestem Wetter) keine weiteren Personen, was auch sehr angenehm war!
Die Ferrata an sich ist sehr fotogen und schön angelegt, lediglich die Stahlseile waren sehr dünn und schon sehr alt, aber dennoch größtenteils in Ordnung. Kurz vor dem Einstieg kamen wir noch ein einer “Wasserfalldusche” vorbei. Sehr schöne Stelle um sich abzukühlen!
Allerdings sollte man – anders als im Klettersteigführer von Jentsch/Rabl weit mehr als 2 Stunden Zustieg einplanen – wir brauchten über 4 Stunden, hatten aber auch den nicht machbaren wohl früheren Zustiegsweg doppelt gehen müssen.
Am Ausstieg der Ferrata noch ein paar Minuten hoch zum Gipfel Forame di Dentro und dort erstmal die Aussicht genießen, Fotos machen und sich stärken.
Hier sahen wir auch das erste EdelweiĂź des Jahres:
Danach machten wir uns auf den Sentiero Rene de Pol (kurz am Ende nochmal ein Stahlseil (A – A/
zur wunderschön gelegenen Forcella Verde. Hier ist auch ein kleiner Hubschrauberlandeplatz. Ab hier kann man entweder nach im Gemärk, zurück nach Ospitale absteigen oder wie wir weiter Richtung Forcella Grand aufsteigen. Wer nicht ganz top fit ist, hat ab hier wohl schon ein wenig mit der Puste zu kämpfen. Mehr als 900 Hm hat man da schon hinter sich:
Im weiteren Steigverlauf wurde es dann etwas heikel. Nach dem ersten kleineren Hügel, sahen wir das rießige Schneefeld. Ab hier gab es so gut wie keine Steigspuren mehr, lagen unter dem Schnee und man musste sich an den Roten Punkten orientieren. Leider waren nach ca 200 Meter auch keine roten Punkte bzw Steinmanndl zu sehen. Die Frage war was nun. Das Schneefeld wurde an der rechten Seite durch einen Sattel begrenzt. Die Forcella Grande sahen wir von unten bereits. Wir hatten die Wahl über das Schneefeld sehr steil aufzusteigen oder rechts vom Sattel über Geröll aufzusteigen.
Das Schneefeld war zwar sehr gut zu begehen dennoch wegen von oben immer wieder runterkommenden großen Felsbrocken echt gefährlich und sollte keinesfalls als Aufstiegsweg dienen.
Solltet ihr auch diese Tour gehen, haltet euch definitiv rechts vom Sattel und vom Schneefeld. Auf 3/4 Höhe des Sattels war dann auch wieder ein roter Punkt zu sehen. Da muss man nachbessern.
Hier besser nicht rauf, sondern rechts um den HĂĽgel rum!!!!
“Die Macht des Bösen”:
Oben auf der Scharte angekommen, sind wir noch den letzten Teils des Ivano Dibonas zum Rifugio aufgestiegen und haben dort oben traumhafte Aufnahmen gemacht. An der HĂĽtte angekommen waren wir aber echt ziemlich gut ko
Dank unseres tollen Umweges beim Zustieg zum Rene de Pol und der schier endlos dauernden Wegfindung am Schneefeld und ziemlich lange Pausen waren wir bis zum Rifugio 13 Stunden und 1 Minute unterwegs. Das hatten wir bisl anders geplant, wobei der Sonnenuntergang oben auf dem Grad uns dafür massig entschädigt hatte:
Zum Rifugio Lorenzi:
Die HP ist ja sehr dürftig und man findet keine Preise und Speisekarten etc. Daher kurz die Info: Übernachtung in Stockbetten kostet inkl. Bettwäsche 32€ (kein Rabatt für DAV Mitglieder). Eine Gemüsesuppe schlug mit stolzen 12€, ein Teller mit 2 Grillwürsten und Kartoffeln mit 15€ und das Frühstück mit 11€ zu buche.
Allerdings wurden die Einzelpreise inkl. Übernachtung dann als Halbpension gebucht und das machte dann exakt 50€ aus. Das Radler zum Essen kostete dann nochmal 5€. Preislich wars dann wieder ok, vor allem, wenn man bedenkt, dass Wirtin um 21:20 Uhr nur wegen uns nochmal ein 2 Gänge Menu gekocht hat und zusätzlich noch kostenlos eine sehr leckere Nachspeise zubereitet hat. Das verdient allen Respekt!
Am nächsten Morgen machten wir uns dann ganz in der Früh auf, den Marino Bianchi anzugehen. Die Eiergondelbahn fuhr noch nicht und dank der noch kühlen Temperatur hatten wir die beste Weitsicht, die ich je auch einem Berg erlebt habe. Vom Glocker, bis zum Ortler, Tofana, Kitzbühler Alpen, … alles war glasklar zu erkennen.
1,5 Stunden Aufstieg ist hier ohne groĂźen Gegenverkehr durchaus realistisch und die beiden C/D Stellen wĂĽrd ich eher im unteren Bereich ansiedeln. Machten keine Problem.
Allerdings kommt jetzt der groĂźe Haken:
Sowohl die Topo als auf Pfeile am Gipfel des Cristallo di Mezzo weisen auf die linke Abstiegsvariante hin!
Zur aktuellen Zeit mit den aktuellen Schneebedingungen ist dieser absolute Lebensgefährlich!!! Gar nicht erst Einsteigen!!!
Wir gingen die ersten Meter noch am Stahlseil eingeklinkt zwischen Felswand und abgeaperter Schneewand entlang, kurz darauf lag das Seil jedoch schon teilweise und der Schneeschicht, was aber noch machbar war, aber um der erste Ecke herum war das Seil komplett unter der Schneedecke. Auf gar keinen Fall weitergehen und den Fußtritten in der Schneewand folgen. Man kann sich da nicht mehr sichern und ein Ende des Schneefeldes, wo das Seil wieder rauskommen könnte war nicht zu sehen. Rutscht man da aus, wars das definitiv:
Was da echt madig war, ist das nirgends ein Schild oder ein Hinweis zu finden war. Selbst die Wirtin hat keinen Ton gesagt, als ich sie fragte ob ich fĂĽr den Marino Bianchi den Rucksack auf der HĂĽtte lassen kann.
Meiner Meinung nach kanns das ned sein. Es ist zwar immer noch jeder selbst dafĂĽr verantwortlich, aber so gut wie jeder Ferratisti versuchte in die Abstiegsvariante einzusteigen.
Sinn dieser Variante verstehe ich an sich ja schon – Gegenverkehr ist nie cool, aber bei so viel Schnee wie da immer noch lag, frag ich mich wie viele Woche bzw Tage im Jahr der überhaupt begehbar ist:
Ansonsten ist der Steig, bis auf einen herausgebrochenen Anker gut in Schuss und ein schönes neues Stahlseil eingezogen. Hat sehr viel Spass gemacht, auch wenn wir da erneut 30 Minuten an der Variante liegen lassen mussten.
Mittags waren wir dann wieder auf der Hütte und hingen, jetzt nur noch zu Zweit – den Ivano Dibona noch hinterdran. Die Mädels nahmen die Eiergondelbahn. Diese wird laut dem blond gefärbtem Liftboy allerdings in 2 Wochen abgerissen, weil sie ständig ich zietiere, “in Arsch” ist.
Sie steht auch schon mal eine Woche komplett still. Wer diese urige Bahn nochmal nutzen möchte muss sich also beeilen. Danach wird sich die andere Gondeln Kabinen oder was weiß ich ersetzt. Talfahrt kostet übrigens 12€ – bis ganz runter 18.
Über den Ivano Dibona gibt es ja bereits etliche Tourenberichte, aber was mir aufgefallen ist, dass die Topo von Jentsch Rabl ab dem Biwak größtenteils Mist ist. die lange A passage wo ja ein Seil sein sollte, ist komplett ungesichert und ungenau, es geht viel höher wieder bergauf als es die Topo vermuten lässt. Bei der Forcella Alta sollten anfangs auch eine A Stelle mit Seil sein, ist ebenso nicht vorhanden. und bei der Wegkreuzung Notabstieg oder weiter über die Ferrata nach Ospitale kommt erst ewig lang ungesichertes Gehgelänge und der Weg zieht sich da noch ganz schön in die Länge. Die B Stelle bei der Leiter in der Schlucht passt hingegen wieder, aber ebenso anders ist die Stelle bei Zurlon. Laut Topo könnte man meinen, hier seien die Sicherungen zu Ende, falsch gedacht, da kommen im weiteren Verlauf nochmal Stahlseile, also gurt da noch nicht ablegen!
Allgemein kann man sagen, dass hier Seile an Stellen montiert worden sind, wo keine nötig waren, aber an echt exponierten Stellen und da gab es etliche, kein Seil war. Also ungefährlich ist der Steig sicher nicht!
Da langsam schlechtes Wetter auf zu und uns schon eine Dunstwolke einnebelte beeilten wir uns sehr mit dem Abstieg – waren aber immer wo es ging (ca. bei der Hälfte vom Steig) gesichert. Wir bräuchten vom Rifugio bis Ospitale exakt 5 Stunden 43 Minuten. Laut Hüttenwirtin min – 8 Stunden. Wenn man unserer Pausen noch abzieht dürften wir so 5H 15min Gehzeit geschafft haben, waren aber echt sehr flott.
Am morgen hatten wir an der HĂĽtte ein deutscher Paar getroffen, die erst nach 24 Uhr an der HĂĽtte ankamen. Sie haben ĂĽber 14 Stunden gebraucht um von Ospitale ĂĽber den Ivano Dibona zum Rifugio aufzusteigen.
Nach meinen Erlebnissen, wĂĽrd ich den Dibona, wenn ĂĽberhaupt nur fĂĽr den Abstieg empfehlen.
Aber alles in Allem, eine sehr anstrengende, aber auch sehr eindrucksvolle 2-Tagestour, die noch sehr lang in Erinnerung bleiben wird!
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jaja, die gondelbahn zum rifugio lorenzi ist schon sehr speziell. ich hatte damals das gefühl, dass jeden augenblcik der boden rausbrechen könnte. und zum ivano dibona: ich kann mich erinenrn, dass wir ein falsches band erwischt hatten, ungesichert. das war sehr heikel, bis wir wieder auf das richtige getroffen sind. entweder haben wir die augen nicht aufgemacht oder es war besch…. ausgeschildert. marino bianchi waren seinerzeit etliche verankerungen ausgeriessen, neue seile lagen schon unten an der gondelbahn parat.
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Wir haben hier auf unserer Facebook Seite auch ein paar aktuelle Bilder – sowohl von der Eiergondelbahn als auch vom Klettersteig auf den Mt. Cristallo sowie dem Sentiero Ivano Dibona…
[facebook:3mir3qx0][Permission to view this media is denied]
[/facebook:3mir3qx0]Ach ja … wer erinnert sich noch hieran? –>
” title=”Laughing” /> –> Windstärke 0,03 –>
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Stef-089 wrote:Servus zusammen,
Wir (2 befreundete Pärchen) waren letztes Wochenende für 2 Tage am Cristallo Massiv unterwegs und haben alle 3 Klettersteige weggerockt (Via Ferrate Rene de Pol, Via Ferrata Marino Bianchi und Via Ferrata Ivano Dibona).
[…]
Am nächsten Morgen machten wir uns dann ganz in der Früh auf, den Marino Bianchi anzugehen. Die Eiergondelbahn fuhr noch nicht und dank der noch kühlen Temperatur hatten wir die beste Weitsicht, die ich je auch einem Berg erlebt habe. Vom Glocker, bis zum Ortler, Tofana, Kitzbühler Alpen, … alles war glasklar zu erkennen.
[…]
Aber alles in Allem, eine sehr anstrengende, aber auch sehr eindrucksvolle 2-Tagestour, die noch sehr lang in Erinnerung bleiben wird!
Ein SUPER Erfahrungsbericht, Stef – vielen Dank dafür!!!
Jetzt noch ein, zwei Bildchen…vor allem von der von Dir beschriebenen Aussicht! Klingt ja toll! Aber da ich ein kleiner Klugschei..er bin (entschuldige bitte… –>
” title=”Embarassed” /> –> ), befürchte ich, die Kitzbühler konntet ihr nicht sehen (dafür dürften die Tauern zu hoch sein…). Oder? –>
–> Wie gesagt, vielen Dank für den Tollen Bericht! Und vor allem auch für die Warnungen – Schneefelder werden oft unterschätzt (vor allem harschige)!
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Julian wrote:
Ein SUPER Erfahrungsbericht, Stef – vielen Dank dafür!!!
Jetzt noch ein, zwei Bildchen…vor allem von der von Dir beschriebenen Aussicht! Klingt ja toll! Aber da ich ein kleiner Klugschei..er bin (entschuldige bitte… –>
” title=”Embarassed” /> –> ), befürchte ich, die Kitzbühler konntet ihr nicht sehen (dafür dürften die Tauern zu hoch sein…). Oder? –>
–> Wie gesagt, vielen Dank für den Tollen Bericht! Und vor allem auch für die Warnungen – Schneefelder werden oft unterschätzt (vor allem harschige)!
Hab jetzt noch paar Fotos eingefĂĽgt, musste die erstmal alle zusammentragen ^^
Und ja, Du hast Recht, evtl könnte es sein, dass da doch die Hohen Tauern den Kitzbühler Alpen im Weg standen
EDIT: Da bei workupload die Fotos wohl nicht richtig angezeigt worden sind, hab ichs nochmal neu hochgeladen!






zur wunderschön gelegenen Forcella Verde. Hier ist auch ein kleiner Hubschrauberlandeplatz. Ab hier kann man entweder nach im Gemärk, zurück nach Ospitale absteigen oder wie wir weiter Richtung Forcella Grand aufsteigen. Wer nicht ganz top fit ist, hat ab hier wohl schon ein wenig mit der Puste zu kämpfen. Mehr als 900 Hm hat man da schon hinter sich:







