Eigentlich sollten es drei Gipfeltouren werden, aber manchmal kommt es eben anders.
Freitag morgen ging es los nach Interlaken Ost. Wir parkten unser Auto am großen Bahnhofsparkplatz (10 CHF pro Tag), kauften unsere Zugtickets, stiegen in den Zug und fuhren mit mehrmaligem Umsteigen in 2 1/4 Stunden bis Fiesch. Alles typisch Schweiz superpünktlich.
Vom Bahnhof Fiesch bis zur Bergbahn waren es nur ein paar Minuten. Ein weiteres Ticket gekauft (20 CHF), und eine halbe Stunde später standen wir oben auf der Fiescheralp. Gutes Wetter und angenehme Temperaturen herrschten da oben als wir ausstiegen.
Nun ging es auf breiten Wanderwegen, durch einen Tunnel bis zur Gletscherstube. Hier gab es zwei Wege, einen links Richtung Aletschgletscher runter und einen anderen Richtung “Platte”. Ein Schweizer meinte, da könne man nicht weiter. Konnte man doch, aber eben nicht für Spaziergänger.
Eine Viertelstunde später standen wir auf dem großen Aletsch. Und dann sieht man erst mal wie groß der wirklich ist. Der Weg Richtung Konkordiaplatz hatte alles von super einfachem Spaziergang bis hin zu anspruchsvoller Wegfindung um große Spalten herum. Einige Mal mussten wir zurück einen anderen Weg suchen, und ab und an waren auch ein paar große Sprünge nötig. Nach einigen Stunden hatten wir endlich den Punkt erreicht wo es vom Gletscher runter über die Randmoräne ging und durch Schutt bergan Richtung Konkordiahütte (2.850m). Diese erreichten wir erst gegen 19:30 Uhr. Aber Dank eines zwischenzeitlichen Anrufs bei der netten Hüttenwirtin hielt man das Essen warm, was übrigens sehr lecker war.
Nach einer ruhigen Nacht weckte uns am nächsten Morgen der Regen. Das hieß ganz gemütlich frühstücken und warten bis der Regen nachließ. Um 11 Uhr gings weiter bei immer noch leichtem Niesel Richtung Jungfraujoch. Auch hier hatten wir abwechselndes Gelände. Von aperen Gletscherbereichen über reine Firnfelder bis hin zu wirklich großes Spalten war einfach alles dabei. Zwischenzeitlich hatte es zwar aufgehört zu regnen, aber das hielt nicht lange. Und dann kam der Niederschlag in gefrorener Form herunter. Es begann zu schneien, zuerst nur leicht, ab dem Jungfraujoch dann kräftig. Am Tunnel unterhalb der Sphinx machten wir nochmals kurz Pause und wurden von einigen Asiaten bestaunt wie Außerirdische.
Die letzte Stunde durch dichtes Schneetreiben und tiefen Schnee bis zur Mönchsjochhütte (3.657m) hatte es nochmals in sich. Aber gegen 18 Uhr hatten wir diese endlich erreicht, schüttelten den vielen Schnee ab und konnten die Wärme der Hütte genießen. Ein reichhaltiges Abendessen und eine leckere Cola beendeten den Tag. Da ich meine Systemkamera dem schlechten Wetter nicht aussetzen wollte gibts von den großen Spalten im oberen Teil leider keine Bilder.
Eigentlich sollte es am nächsten Tag auf den Eiger gehen. Da es einem Kameraden aber nicht ganz so gut ging legten wir einen Pausentag ein und besuchten die asiatische Außenstelle “Jungfraujoch”. Das hat Zugspitzcharakter. ” title=”Laughing” />
Nach einem entspannten Tag bei allerbestem Wetter und einer erholsamen Nacht wollten wir am Tag danach auf die Jungfrau. Aufstehen um 2:45 Uhr, frühstücken um 3:00 Uhr und dann mussten wir umdisponieren. Unser Kamerad hatte so starke Rückenschmerzen, dass an einen Aufbruch nicht zu denken war. Und eine 2er-Seilschaft kam nicht in Frage. Einreiben und warten war angesagt. Wir verschoben die Entscheidung auf 6 Uhr. Es ging ihm besser, aber da es nun für die Jungfrau zu spät war planten wir um und gingen auf den Mönch.
Der untere Teil war klettern im Fels (II/III), dann folgten ein erstes Firnfeld (Steigeisen an), eine weitere kurze Felspassage, noch ein Firnfeld, nochmals Fels, dann ein gut 45° steiler Anstieg gefolgt von dem finalen wunderschönen Firngrat bis zum Gipfel. Nach 2 1/2 Stunden standen wir auf dem Mönch und konnten eine grandiose Aussicht genießen. Da es dort aber wie Hechtsuppe zog machten wir nur kurz ein paar Fotos und begaben und wieder an den Abstieg. Auf dem schmalen Grat blies der Wind recht stark von schräg hinten, das hieß absolute Konzentration beim Abstieg. Bald war die obere Hälfte geschafft, wir konnten auf den von der Sonne gewärmten Felsen endlich Pause machen und die Steigeisen wieder ausziehen. Klettern mit Steigeisen auf dem Fels macht irgendwie nicht ganz so viel Spaß. Bald war auch der untere Teil abgeklettert und wir gingen wieder zurück zur Mönchsjochhütte.
Da unserem Kameraden der Rücken immer noch Probleme machte und es am Folgetag ab Mittag Gewitter geben sollte war an eine lange Tour auf Jungfrau oder Eiger nicht zu denken. So informierten wir den Hüttenwirt, packten das restliche Gepäck in unseren Rucksack gingen zurück bis zum Jungfraujoch, kauften ein Ticket für die Jungfraubahn (90 CHF) und fuhren über die Kleine Scheidegg bis nach Lauterbrunnen. Dort stiegen wir dann in den Zug zurück nach Interlaken Ost, zogen uns um, nahmen noch ganz gemütlich ein Stück Kuchen mit Kaffee zu uns und fuhren nach Hause.
Trotz der zwei fehlenden Gipfel (die laufen ja nicht davon) waren es vier wunderschöne Tage im landschaftlich beeindruckenden Aletschgebiet wenn auch nicht ganz preiswert.
wow, super bilder! da kommen die erinnerungen an unsere tour auf den mönch wieder der aletschgletscher ist echt beeindruckend!
hattet ihr einen bergführer?
Der Aletschgletscher ist (noch) beeindruckend.
Nein wir hatten keinen Bergführer. Es war eine Privattour. Über den gesamten Aletsch habe ich geführt, ebenso große Teile des Mönch. Lediglich im Abstieg hat uns mein Kumpel die IIIer Stellen gesichert. Er ist FÜL [link removed].
Kann ich mir vorstellen. Ja der erste 4000er steht noch aus. Da zähl ich ganz fest auf dich Harald.
urlaubstechnisch und finanziell dieses Jahr leider nicht mehr. Meine Frau ist gerade noch auf einem Ausbildungskurs Eis mit unserer DAV Sektion im Wallis unterwegs. Die sollte jetzt schon wieder von der Weissmies unten sein. Somit hat sie ihren ersten 4.000er hinter sich und ist schon fit für nächstes Jahr. Wir wären also bereits drei, die man mindestens sein sollte. Allerdings ist Klettern nicht so ihrs, kombiniertes Gelände würde also raus fallen.
jo, an “den” habe ich auch gedacht –> –> vielleicht muss man nicht alles verstehen müssen –> –>
es wird eventuell dann verständlich wenn man weiß, dass man am Jungfraujoch als Europäer unter den vielen Asiaten auffällt wie ein bunter Hund. –>” title=”Laughing” /> –>
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