Klettersteige ↔ Klettersteig Touren mit Karte und Topo | via-ferrata.de › Forums › Tourenberichte + Tourenbedingungen › Mont Blanc Gipfeltour & Überschreitung
-
Mont Blanc Gipfeltour & Überschreitung
-
Am vergangenen Donnerstag (6.08.) haben wir bei strahlendem Sonnenschein und optimalsten Bedingungen das Dach Europas erklommen. Den super Bedingungen entsprechend war an diesen Tagen sehr viel los und der Gipfel stark frequentiert…Es empfiehlt sich also möglichst früh den Anstieg auf den Gipfel anzutreten. Das ofizielle Frühstück auf der Goûter Hütte gibt es 2.30 Uhr. Mit unserem Start gegen 2 Uhr waren wir bei weitem nicht die ersten sondern schon Teil der allmorgendlichen Prozession, die sich in Lichterketten über schmale Grate und durch Eis und Schnee schlängelt…Dennoch sicherlich weniger Gipfelstürmer als zu späterer Stunde. Neben diesem Vorteil sollte erwähnt sein, dass der Schnee bei den kalten Temperaturen (nicht unterschätzen, auch wenn es tagsüber sommerlich heiss ist) viel griffiger und einfacher zum gehen ist. Gegen Nachmittag weicht er hingegen schnell auf, Stufen sind ausgetreten….Bei ausgesetzten Graden wie dem Bossesgrat geht es sich ohne Sonne also viel leichter.
Tipps für den Aufstieg: Für uns ging es per Zahnradbahn zur Endstation Nid d'Aigle auf 2372m. Dann weiter nach oben über den Rücken des Dôme du Goûter mit dem Grand Couloir oberhalb des Refuge de la Tête Rousse (Tag 1) bis zur Refuge de l’Aiguille du Gouter (2). Im berühmt-berüchtigten Grand Couloir ist höhste Vorsicht geboten. Im Minutentakt schnellen Steine die Rinne herab. Vor dem Losgehen also einen kontrollierten Blick nach oben und die Passage möglichst zügig queren. Wir haben das vorhandene Seil nicht genutzt (empfiehlt sich eher bei Schnee). Wer es dennoch nutzen sollte: Besser zu zweit, um einem “Durchhängen” in der Seilmitte vorzubeugen.
Tipps für den Abstieg Wir haben uns u.a. aufgrund der super Bedingungen für eine Mont Blanc Überschreitung entschieden. Diese bietet den Vorteil, einen neuen Weg kennen zu lernen und dem Gegenverkehr nachfolgender, lemmingähnlicher Ströme auf den Gipfel etwas auszuweichen. Aufgrund der Länge (wir waren mit Auf- und Abstieg ca. 15 Stunden unterwegs) sollte diese hochalpine Route allerdings nur bei absolut sicherer Wetterlage angegangen werden. Technisch wie konditionell anspruchsvoller als der Normalweg über die Gouter Route, führt der Weg entlang am Fusse des Mont Blanc de Maudit und des Mont Blanc du Tacul durch die ewige Eiswelt über teils sehr steile Gletscherspalten und Bergabhänge. Aufpassen: Die Schneebrücken direkt auf dem Weg über die zahlreichen Gletscherspalten sind aufgrund der warmen Temperaturen der letzten Woche stärker angeschmolzen. Ein beherzter Sprung darüber ist stellenweise sehr ratsam. Wunderschön und imposant wie gleichsam gefährlich zeigen sich auf dem Weg auch immer wieder Séracszonen in bizarren Formen und wüst aufgeworfen. Der plötzlichen Einsturzgefahr und der langen, intensivem Sonneneinstrahlung bewusst, haben wir versucht diese Passagen schnell zu queren.
Für jeden der sich konditionell fit fühlt ist die Überschreitung auf jeden Fall zu empfehlen, da der Weg zur Seilbahnstation Aguille du Midi sehr reizvoll ist.
Weitere Infos zu den aktuellen Bedingungen, Infos zu Unterkünften und Etappen findet ihr unter:
http://www.coole-alpenueberquerung.de/mont-blanc-tour-beschreibung
Bei Fragen fragen Viel Spass!
-
Hallo Chaosfrau,
ein Spitzenbericht!
Wir waren letztes Jahr auch und hatten auch so ein tolles Wetter. Mußten allerdings, weil die Reservierung auf der Gouter-Hütte fehlgeschlagen hatte, nachts von der Nid' Aigle Hütte zum Gipfel hoch.
Die Überschreitung steht bei mir aber auch noch an.
Viele Grüße,
Alex
-
Dan wrote:Ich will ja keine Haare spalten, aber ihr habt das Dach der Alpen bestiegen… –>
–>moin und herzlichen glueckwunsch zur tollen und erfolgreichen tour.
@dan: kommt drauf an wie man den grenzverlauf europa-asien ansieht und so evtl. den elbrus als hoechsten europ. berg sieht.
diese diskussion wird wohl eine “neverending story” sein…. –>
–> -
@ Dan & Wolf: Stimmt da war ja noch was
Um die Dächersammlung voll zu machen , die dieser Kontinent (alle Grenzverläufe unberücksichtigt) an Höchsten so zu bieten hat, hatten wir lustigerweise auch gerade beschlossen im nächsten Jahr den Elbrus in Angriff zu nehmen. Von mir aus könnte es auch schon wieder gleich morgen losgehen
@ Alex: Ohne Reservierung auf der Gouter Hütte ist eine Überschreitung ganz schön hart finde ich. War über den relativ “kurzen” Aufstieg schon recht froh. Man ist auch noch nicht ganz so in den Mesnchenmassen drin…
In dem Tourbericht sind auch Tipps und Nummern zur Reservierung.
Ruf beim nächsten Mal einfach 2 Tage vor der Übernachtung morgens um acht auf der Hütte an. Es ist einfacher kurzfristig einen Platz zu bekommen als lange zeit im Voraus. Häufig fallen doch noch größerer Kontingente, die wohl Bergführern der Region vorbehalten sind weg..
Komfortabler als die Gouter Hütte ist auch die Tete Rousse.
Das biste ist meiner Meinung nach sowieso biwakieren. Neben beiden Hütten ist das möglich. Vielleicht machen wir das beim nächsten Mal. Ist aber gar keine Frage auch eine Sache des Gewichts. In der dünnen Höhenluft spürt man auch jedes ncoh so leichte Zeltgramm…
Fand es aber von der Stimmung in den Lagern irgendwie sehr nett und hat schon was sich sein Essen dort auch selber zu kochen.. Etwas Bergsteigerromantik
Viele Grüße!!
-
Super Bilder. Echt beeindruckend. Vor allem die Nachtbilder. Die Eindrücke die ihr hattet entschädigen sicher für die Mühen die ihr auf euch nehmen mußtet um dieses Tour durchzustehen.
Respekt
Gruß Uwe
-
chaosfrau wrote:@ Dan & Wolf: Stimmt da war ja noch was
Um die Dächersammlung voll zu machen , die dieser Kontinent (alle Grenzverläufe unberücksichtigt) an Höchsten so zu bieten hat, hatten wir lustigerweise auch gerade beschlossen im nächsten Jahr den Elbrus in Angriff zu nehmen. Von mir aus könnte es auch schon wieder gleich morgen losgehen
Cool! Ich freue mich schon auf den Bericht!
Wir planen dieses Jahr noch ein wenig weiter östlich zu gehen…Nepal. Ist aber noch unsicher.
@ Alex: Ohne Reservierung auf der Gouter Hütte ist eine Überschreitung ganz schön hart finde ich. War über den relativ “kurzen” Aufstieg schon recht froh. Man ist auch noch nicht ganz so in den Mesnchenmassen drin…
In dem Tourbericht sind auch Tipps und Nummern zur Reservierung.
Ruf beim nächsten Mal einfach 2 Tage vor der Übernachtung morgens um acht auf der Hütte an. Es ist einfacher kurzfristig einen Platz zu bekommen als lange zeit im Voraus. Häufig fallen doch noch größerer Kontingente, die wohl Bergführern der Region vorbehalten sind weg..
Bei uns kam das eher aus tragischen Gründen: Als wir dort waren sind doch 6 oder 8 Bergsteiger durch einen Seracbruch und Lawine am Mont Blanc du Tacul gestorben. Als Folge davon haben viele Leute ihre Tourenplanung verändert und als Folge dieses Chaoses haben wir plötzlich keine Hütten-Reservierung mehr gehabt
Aber mir wäre der Aufstieg von der obersten Hütte auch lieber gewesen. 2400 HM an einem Tag war auch für mich ne Premiere. Danach war ich pladd wie ne Flunder.
