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Arlberger Winterklettersteig

BeitragVerfasst: 13 März 2016 18:16
von harwin
Ein Klettersteig in Kombination mit einer Tourenabfahrt. Ein alpines Abenteuer vom Feinsten.

Samstag den 27.02.2016 zog es uns spontan und ganz in der früh nach Tirol. Der Südföhn versprach stabiles Wetter für die Gegend um Sankt Anton. Bach leichter Stauverspätung parkten wir in Pettneu und fuhren mit dem kostenlosen Skibus nach Sankt Anton zum Terminal 2. Dort lösten wir ein sogenanntes Tourenticket und fuhren zuerst mit der Rendlbahn und dann weiter mit der Riffelbahn I und II bis hoch zur Riffelscharte. Dort pfiff der kühle Wind ein wenig stärker. Aber dafür hatten wir blauen Himmel und allerbeste Fernsicht.

Zwischen dem Lifthäuschen und einem Felsen gab es Platz zum Anziehen der Klettersteigausrüstung und Befestigen der Ski auf dem Rucksack. Holla die Waldfee war der Rucksack plötzlich schwer.

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Und dann ging es in den Steig, mit den Tourenskischuhen und dem Gewicht auf dem Rücken eine neue Erfahrung.

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Immer wieder hieß es Seitenwechsel, meist über das Stahlseil, manchmal auch untendurch. Das Seil hing öfters mal höher als Schritthöhe, da waren auch mal akrobatische Fähigkeiten gefragt. Und einmal war das Seil fast außer Reichweite über uns. Da lag wohl nicht genügend Schnee. An einigen Stellen war das Seil aber auch unter Schnee vergraben. Mit dem Blick in die Tiefe war hier Trittsicherheit gefragt. Aber der Steigverlauf ging wunderschön immer am Grat entlang.

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Und dann waren wir nach 2 Stunden gemütlicher Kletterei (ich musste ja auch Fotos machen) auch schon am Ende des Steigs angelangt. Vor uns lagen nun 1.500 HM Tourenabfahrt durchs Malfontal bis zurück nach Pettneu. Klettersteigausrüstung wegpacken, Ski vom Rucksack nehmen, noch etwas essen und trinken. Skistiefel zumachen, Ski an und los ging es. Im oberen Bereich hatten wir noch Pulverschnee, der sich weiter unten auch schon mal mit der ein oder einer verharschten Fläche abwechselte.

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Bis das Tal dann flacher wurde und wir stellenweise sogar etwas schieben mussten. Aber wir hatten Zeit und konnten die schöne Landschaft genießen.

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Und dann wurde das Tal sehr schmal und steil, und es zeigte sich, dass man diese Abfahrt nur bei guten Lawinenverhältnissen machen darf. Diese hier waren glücklicherweise schon vor einigen Tagen abgegangen.

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Die letzten Höhenmeter ging es teils über Ziehwege, teils über kurze Hänge mit hartem Schnee, und da lag auch schon Betuen vor uns.

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Vom Ende der Abfahrt bis zum Parkplatz in Pettneu waren es nur ein paar Minuten zu gehen. 3 1/2 Stunden Spaß lagen hinter uns, und mit den Erlebnissen und den tollen Aussichten und Panorama im Gepäck fuhren wir zu unserer Unterkunft. Dort konnten wir am nächsten Tag auch noch ein kleines Skitoürchen machen mit 1.100 Höhenmeter und sogar an der ein oder anderen Stelle noch Pulverschnee in der Abfahrt. Ein gelungenes Wochenende.

BeitragVerfasst: 13 März 2016 18:42
von Erik
Wunderbar Harald, Bockstark. :thumbup:

BeitragVerfasst: 13 März 2016 21:11
von harwin
Erik hat geschrieben:Wunderbar Harald, Bockstark. :thumbup:

Danke Dir, ich hätte diese Tour sehr gerne mit Dir gemacht. :wink:

BeitragVerfasst: 13 März 2016 21:13
von Ralf
Vielen Dank für die tollen Bilder und Eindrücke, Harald!! :thumbup:

Schwierigkeit= C/D?

BeitragVerfasst: 14 März 2016 7:49
von harwin
Ralf hat geschrieben:Vielen Dank für die tollen Bilder und Eindrücke, Harald!! :thumbup:

Schwierigkeit= C/D?

ich bin mir bei den zwei Schlüsselstellen nicht so ganz sicher. Mit dem Schnee und den Tourenskistiefeln schwanke ich zwischen D und C/D. Du kannst ihn auch auf D einstufen. Dann sind wir auf der sicheren Seite.

BeitragVerfasst: 14 März 2016 10:42
von UD
Oh schön - mein "Wohnzimmer" seit 45 Jahren... :wink:
Ginge der Steig auch im Sommer? - da fährt zumindest die Rendlbahn an 2-3 Tagen in der Woche.
Alternativ wäre euch doch auch eine Abfahrt ins Moostal möglich gewesen, oder?

BeitragVerfasst: 14 März 2016 11:29
von harwin
UD hat geschrieben:Oh schön - mein "Wohnzimmer" seit 45 Jahren... :wink:
Ginge der Steig auch im Sommer? - da fährt zumindest die Rendlbahn an 2-3 Tagen in der Woche.
Alternativ wäre euch doch auch eine Abfahrt ins Moostal möglich gewesen, oder?

das müsste dann die westliche Abfahrt sein oder?

Ob der Steig im Sommer machbar ist weiß ich nicht, könnte aber gehen. Er dürfte dann auf jeden Fall nicht so schwierig sein, mit normalem Gepäck und normalem Schuhwerk. Es geht immer am Grat entlang. An einigen Stellen wird das Seil wohl etwas zu hoch hängen. Trittsicherheit ist auf jeden Fall notwendig. An anderen Stellen passt die Seilhöhe wahrscheinlich ganz gut.

BeitragVerfasst: 14 März 2016 16:08
von Julian
Ich bin unkundig in der Gegend abseits des Skigebiets (das kenne ich ziemlich gut) - was ist denn das Ziel des Steigs? Die Riffelspitze? Oder die Hintere Rendlspitze? Und wie steil waren die ersten Hänge?

Bezüglich der Lawinengefahr ward ihr ja sicher bestens informiert?

BeitragVerfasst: 14 März 2016 16:32
von harwin
Julian hat geschrieben:Ich bin unkundig in der Gegend abseits des Skigebiets (das kenne ich ziemlich gut) - was ist denn das Ziel des Steigs? Die Riffelspitze? Oder die Hintere Rendlspitze? Und wie steil waren die ersten Hänge?

Bezüglich der Lawinengefahr ward ihr ja sicher bestens informiert?

Die Vordere Rendlspitze bzw. danach die Mitterkarspitze. Von dort sind wir kurz abgefahren bis zur Rossfallscharte und dann links hinunter ins Malfontal. Mehr als 30° würde ich im oberen Bereich nicht schätzen vlt. stellenweise 35°. Aber das wäre dann schon das höchste der Gefühle. Ich bin auch kein Extremskifahrer sondern Genuafahrer. :wink:

Und klar hatten wir uns informiert. Ich hab sogar im Skiführerbüro angerufen und hatte einen dran der tags zuvor dort mit der Gruppe unterwegs war und mir die Machbarkeit bestätigt hatte. :thumbup: Im unteren, sehr engen, Bereich des Tals waren die Lawinen schon abgegangen.

BeitragVerfasst: 14 März 2016 16:57
von Julian
harwin hat geschrieben:
Julian hat geschrieben:Ich bin unkundig in der Gegend abseits des Skigebiets (das kenne ich ziemlich gut) - was ist denn das Ziel des Steigs? Die Riffelspitze? Oder die Hintere Rendlspitze? Und wie steil waren die ersten Hänge?

Bezüglich der Lawinengefahr ward ihr ja sicher bestens informiert?

Die Vordere Rendlspitze bzw. danach die Mitterkarspitze. Von dort sind wir kurz abgefahren bis zur Rossfallscharte und dann links hinunter ins Malfontal. Mehr als 30° würde ich im oberen Bereich nicht schätzen vlt. stellenweise 35°. Aber das wäre dann schon das höchste der Gefühle. Ich bin auch kein Extremskifahrer sondern Genuafahrer. :wink:

Und klar hatten wir uns informiert. Ich hab sogar im Skiführerbüro angerufen und hatte einen dran der tags zuvor dort mit der Gruppe unterwegs war und mir die Machbarkeit bestätigt hatte. :thumbup: Im unteren, sehr engen, Bereich des Tals waren die Lawinen schon abgegangen.
:thumbup:

Nichts anderes hatte ich erwartet - so wird es gemacht! :dafuer:

Vielen Dank für die Infos, schaut toll aus, die Tour!

BeitragVerfasst: 14 März 2016 19:59
von UD
harwin hat geschrieben: das müsste dann die westliche Abfahrt sein oder?

Jap, nach Westen geht's ins Moostal. Das Tal ist der Sommerszustiegsweg zur Darmstädter Hütte.
Das Malfontal ist schon klasse. Was mir noch fehlt, ist der (Sommer-)Aufstieg bis zum Talschluss, aber dann nicht rechts zu den Rendlspitzen, sondern "geradeaus" über Lattejoch oder Schwarzsee zur Niederelbehütte (Kieler Weg kann ja jeder :wink: ).

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