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Unfälle am Berg

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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon EfBieEi » 28 Juni 2019 8:21

Nachdem er immer langsamer wurde, trennten sich die beiden und vereinbarten, dass der 26-Jährige nach dem Ausstieg ins Tal absteigt um Wasser zu holen.


Die beiden waren vielleicht zu geizig um mehr als 1 Liter Wasser mit zunehmen.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon möhrchen857 » 1 Juli 2019 15:50

Julian hat geschrieben:Hitzschlag ist natürlich eine naheliegende Erklärung - wobei das plötzliche Eintreten nicht ganz dazu passt. Normalerweise spürt man das kommen...aber kann natürlich sein, dass die junge Frau das alles auf die Anstrengung im Klettersteig geschoben hat.

In jedem Fall gilt mein Beileid den Angehörigen.

Am vergangenen Donnerstag sind wir (Elke, Tobi und ich) zum Talbach Klettersteig im Zillertal gegangen.
Nach der ersten Seilbrücke und dem Übungsklettersteig merkte ich am Einstieg vom eigentlichen Klettersteig ein Ansteigen der Druckes am rechten Auge.
Habe meinen Einstieg abgeblasen, ging in den Schatten und zog den Helm aus, der Druck ließ sehr schnell nach.
Elke und Tobi stiegen hitzetechnisch problemlos durch.
Ich ging dann den Normalweg in Ruhe hoch und empfing Beide am Ausstieg. Es ging mir dann auch ohne Helm dauerhaft gut.

Am Trinken kann es nicht gelegen haben, ich hatte beim losgehen und zwischendrinn ordentlich getrunken. Muss mir nun Gedanken machen ob mein alter Salewa-Helm auch ausreichend belüftet wird und dann mal der Idee von @carbonicim nachgehen und ein nasses Tuch einlegen.

Es ist auch überlegenswert ob man nicht generell bei solchen warmen Tagen ein Nackentuch und kaltes Wasser für den Notfall mitnimmt.
LG Walter
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon DannyBoy » 3 Juli 2019 21:45

Altschneefelder stellen immer noch eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Wie dieser tragische Unfall auf der Zugspitze* aktuell wieder zeigt. https://www.merkur.de/lokales/garmisch- ... 60735.html

Mein Beileid den Angehörigen!

*Es gab in den letzten Wochen aber auch einige Unfälle auf Altschneefeldern an niedrigeren Bergen.
Würden sämtliche Berge der ganzen Welt zusammengetragen und übereinander gestellt. Und wäre zu Füßen dieses Massivs ein riesiges Meer, ein breites und tiefs. Und stürzte dann unter donnern und blitzen der Berg in dieses Meer - Das würd spritzen.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Julian » 4 Juli 2019 7:39

Dass Schnee nicht nur etwas Lustiges ist, wissen wir wohl alle...vor allem zur Zeit, wo es nachts im hochalpinen Gelände durchaus kalt genug für Frost über einer Schneefläche werden kann...Verharschung ist da locker drin, und dann wird es halt sehr schnell, wenn man ausrutscht.

Mein Beileid gilt den Angehörigen. Ich finde die Entscheidung der Bergwacht, die Meldung verzögert abzugeben, richtig - und auch, dass die Bahn weiterfuhr. Man stelle sich vor, ein paar unausgerüstete Halbschuh-Touristen hätten dann den Abstieg versucht...
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon EfBieEi » 6 Juli 2019 9:17

https://www.berchtesgadener-anzeiger.de ... 01740.html

Skurillerweise glaube ich dass die Presse hier etwas verwechselt hat. Am Montag gab es tatsächlich einen Unfall an dieser Stelle, um diese Zeit und auch mit Verletzung am Bein allerdings war es keine Frau sondern ein Mann

Gegen 11.15 Uhr rutschte wie bereits schon am Samstagvormittag wieder eine Frau beim Watzmann-Südspitz-Abstieg in rund 2600 Metern Höhe am Ende der Gipfelschlucht im Übergang aufs erste Geröllfeld auf dem Schneefeld aus und stürzte ein gutes Stück ab. Dabei hatte sie sich schwerer am Bein verletzt.


Zum Grünstein Klettersteig weiss ich nichts aber der Verletzte am Schneefeld war vermutlich ein Sachse. Jedenfalls hat sein Freund mit mir in diesem Dialekt gesprochen
Sachse sitzt im Grünstein-Klettersteig fest
Gegen 11.45 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ in den Grünstein-Klettersteig ausrücken, wo ganz oben am Grat ein 51-jähriger Sachse bei hochsommerlichen Temperaturen erschöpft und intern erkrankt nicht mehr weiterkam. Der Pilot setzte einen Bergretter im Schwebeflug am Grat ab, der den Mann dann versorgte und für den Abtransport im Rettungssitz vorbereitete.


Einmal mit Profis aber Respekt für den harten Job den die Bergwacht leistet.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon vercingetorix » 9 Juli 2019 20:57

Zum Grünstein Klettersteig weiss ich nichts aber der Verletzte am Schneefeld war vermutlich ein Sachse. Jedenfalls hat sein Freund mit mir in diesem Dialekt gesprochen

Sachse sitzt im Grünstein-Klettersteig fest
Gegen 11.45 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ in den Grünstein-Klettersteig ausrücken, wo ganz oben am Grat ein 51-jähriger Sachse bei hochsommerlichen Temperaturen erschöpft und intern erkrankt nicht mehr weiterkam. Der Pilot setzte einen Bergretter im Schwebeflug am Grat ab, der den Mann dann versorgte und für den Abtransport im Rettungssitz vorbereitete.



Einmal mit Profis aber Respekt für den harten Job den die Bergwacht leistet.


Moin, ich bin neu hier, kann aber was zu den Bedingungen sagen. Ich bin am Sonntag, den 30.06. und am folgenden Donnerstag den Steig gegangen.

Auf dem Grat oben sind alle Varianten deckungsgleich und kein bisschen schattig. Die Wand vorher liegt um die Zeit normalerweise noch nicht in der Sonne und die Temperaturen waren am Montag auch eher niedriger, es kam aber gegen 15 Uhr Gewitter auf. Unsere Gruppe war an der Stelle zum Teil ziemlich auf dem Zahnfleisch gegangen und brauchte einiges an Flüssigkeit. Je nach vorhandener Kondition kann ich mir gut vorstellen, dass man da erschöpft bzw komplett abbaut. Technisch schwierig wird an der Stelle bis zum Gipfel nichts mehr, das ist eher ein anstrengender Wanderweg ab dem Grat.

Ohne den Bergführer (mein allererster Klettersteig, daher lieber mit einem Kundigen, der Anfängerfehler korrigiert), der unseren Zustand abschätzend nichts gegen den Durchgang hatte, hätte man vielleicht im Steig Panik durch Erschöpfung bekommen und dann folgend eine komplette Erschöpfung. Das kann ich mir zumindest gut vorstellen.

Per Heli ist die Stelle hervorragend erreichbar. Ich konnte länger mit einem Polizisten der Bergwacht reden und möchte Deinem bekundeten Respekt beipflichten.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon gambl3r » 11 Juli 2019 14:56

der Zustieg über die Schneefelder ist nicht ohne.
https://www.blo24.at/nachrichten/8608-a ... r-verletzt
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon harwin » 11 Juli 2019 15:11

gambl3r hat geschrieben:der Zustieg über die Schneefelder ist nicht ohne.
https://www.blo24.at/nachrichten/8608-a ... r-verletzt

wie war das noch gleich, wenn die Mitreißgefahr größer ist als die Spaltensturzgefahr, dann ohne Seil oder sichern.
Gruß
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon ziller » 11 Juli 2019 15:24

harwin hat geschrieben:wie war das noch gleich, wenn die Mitreißgefahr größer ist als die Spaltensturzgefahr, dann ohne Seil oder sichern.



https://www.bergundsteigen.blog/gehen-a ... XqH2OCjGI8
Irgendwann und irgendwo triffst auf jeden Fall mal den Sensenmann.
Und in dem Moment denkst ganz gewiss nedd "Oh, ich hätte viel öfter ins Büro gehn sollen!"
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon EfBieEi » 11 Juli 2019 20:27

Wären Grödel für ein Schneefeld nicht die effizientere Wahl? Ein Eispickel verhindert ja nicht das ausrutschen.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon harwin » 12 Juli 2019 6:36

ziller hat geschrieben:
harwin hat geschrieben:wie war das noch gleich, wenn die Mitreißgefahr größer ist als die Spaltensturzgefahr, dann ohne Seil oder sichern.

https://www.bergundsteigen.blog/gehen-a ... XqH2OCjGI8


das Dokument kenne ich. Gehen am kurzen Seil wäre für mich eh keine Alternative. So schnell könnte ich gar nicht reagieren.

Angeseilt ohne Sicherung hochzusteigen war hier sicher nicht die beste Wahl.

Um auf die Frage von @EfBieEi zurück zu kommen. Ich weiß nicht wie der Schnee beschaffen war. Bei weichem Schnee braucht es nicht zwingend Steigeisen oder Grödel. Die machen aber bei harten Verhältnissen Sinn wo man mit Bergschuhen keinen Halt findet.

Bei weniger steilem Gelände, so dass man im Vierfüßlerstand oder mit dem Pickel schnell genug zum Stillstand kommt, wäre seilfrei ne Lösung gewesen, mit Trittstufen im Schnee. Bei steilerem Gelände kann man auch mit Rammpickeltechnik hoch. Weniger geübte oder ohne Pickel könnten von oben (entweder über Fixpunkt am Fels, im Eis oder T-Anker) mit Seil gesichert werden.
Gruß
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Julian » 12 Juli 2019 8:07

Also ich schließe mich Harwin an. Das wäre ohne Seil besser gewesen. Ohne Kenntnis der Schneebeschaffenheit ist das aber alles nur Spekulation.
Der Notruf ging kurz vor Elf Uhr ab. Keiner weiß, wie viel Zeit dazwischen war. Wir wissen nicht, wie die Nacht davor war, und auch nicht, wieviel Strahlung durch den Nebel schon gekommen ist...

Aber geht man von Harsch aus (der Einstieg liegt immerhin auf knapp 2200 Hm), dann wären womöglich Grödel oder Eisen die bessere Wahl gewesen...Die muss man halt dann den ganzen Zustieg und den nachfolgenden Klettersteig tragen, und das wegen eines kurzen Stücks Schnee? Machen wahrscheinlich die wenigsten am Johann...

Edit: Und die Scheefelder dort sind ja nicht grade flach...
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Stroty » 12 Juli 2019 8:15

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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon EfBieEi » 12 Juli 2019 9:17

harwin hat geschrieben:Um auf die Frage von @EfBieEi zurück zu kommen. Ich weiß nicht wie der Schnee beschaffen war. Bei weichem Schnee braucht es nicht zwingend Steigeisen oder Grödel. Die machen aber bei harten Verhältnissen Sinn wo man mit Bergschuhen keinen Halt findet.


Okay mein Gedanke war eben dass man sich das Gewicht des Seils sparen könnte und lieber Grödel einpackt um erst gar nicht auszurutschen.

Außerdem stimmt das dass Anseilen erst mit steigender Gruppengröße sicherer wird? Ich meine je mehr miteinander verbunden sind desto niedriger ist die Chance dass alle mitgerissen werden. Wobei je nachdem wie Steil der Hang ist kann es trotzdem passieren :gruebel:
korrigiert mich wenn ich falsch liege ^^
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon harwin » 12 Juli 2019 9:32

EfBieEi hat geschrieben:
harwin hat geschrieben:Außerdem stimmt das dass Anseilen erst mit steigender Gruppengröße sicherer wird? Ich meine je mehr miteinander verbunden sind desto niedriger ist die Chance dass alle mitgerissen werden. Wobei je nachdem wie Steil der Hang ist kann es trotzdem passieren :gruebel:
korrigiert mich wenn ich falsch liege ^^

das ist nicht richtig. Ich erinnere mich da an einen tödlich verlaufenen Mitreissunfall am Lagginhorn. Wenn der erste den zweiten mitreisst wird der Fangstoß durch das große Gewicht so groß, dass es die anderen auch mitziehen wird.
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