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Bergsteigen nach Bandscheibenvorfall

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Moderator: Erik

Bergsteigen nach Bandscheibenvorfall

Beitragvon Stefan100578 » 21 Juni 2015 17:08

Hallo,

Ich hatte im August 2012 zwei Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule. Nach acht Monaten bin ich wieder problemlos Skitouren gegangen und habe im darauffolgenden Sommer zahlreiche Bergtouren gemacht.

Kurz eine Zusammenfassung, was ich nach meinem Bandscheibenvorfall gemacht habe:

- Ich bin zum Orthopäden gegangen.
- Ich habe mich einer Akuttherapie mit Infiltration und Schmerzmittel unterzogen.
- Nachdem die akuten Schmerzen vorbei waren habe ich die betroffene Region nicht übermäßig geschont, da Schonhaltung Verspannungen begünstigt.
- Eine individuelle Physiotherapie (manuelle Therapie, Dehnen und Kräftigungsübungen) hat mir letztendlich am meisten geholfen.

Ich wünsche jedem, dass einem sowas erspart bleibt!

Alles im Detail findet ihr unter: http://www.austrianmountainnews.at/berg ... envorfall/

Ich möchte mit dem Beitrag gerne anderen bei der Genesung etwas Mut geben.

Bild

Hier sind übrigens meine zwei Bandscheibenvorfälle im MRT!

LG, Stefan
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Beitragvon Kraxel-Tobi » 23 Juni 2015 16:50

Servus Stefan,

auch wenn ich persönlich - zum Glück - von diesem Thema nicht betroffen bin, muss ich loswerden:
Super Beitrag! :thumbup:
Ich hoffe, er macht wirklich anderen, denen es genauso geht, Mut.

Grüße
Tobias
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Beitragvon Stefan100578 » 23 Juni 2015 18:36

Vielen Dank!

LG, Stefan
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Beitragvon Apicius » 23 Juni 2015 20:40

Es kommt es immer darauf an wie stark die Verletzungen sind und jeder muss in letzter Konsequenz immer selbst entscheiden was machbar ist und was er sich zumuten möchte/kann.
Aber mit ein wenig Diziplin und gesundem Menschenverstand kann man wie hier beschrieben eine Menge ohne OP erreichen und vor allem auch, die Dinge, die einem Spaß machen weiter betreiben.

Die wesentlich Punkte hierbei sind ein guter Physiotherapeut und die Bereitschaft in Folge ( Muskelaufbau und Dehnen ) etwas für sich zu tun.
Sonst klappt es nicht.

Ich selbst war ein leidenschaftlicher Squasher und ein Achillensehenabriss den ich mir mit 50 zugezogen habe lies mich den Squaschschläger an den Negel hängen (trauere dem auch nur wenig nach).
Allerdings wurde mir das anschließende "nur noch rumgejogge " im Wald ( so 2 max 3 x die Woche 5-8 km) recht schnell zu langweilig, es muste etwas anderes her.
Nebenbei bemerkt, Knie und Rückenschmerzen waren seit einigen Jahren gewohnte Begleiter und nach körperlichen starken Anstrengungen (viel heben oder Graben ) eine abendliche Dyclo oder Voltaren um nicht in eine Schonhaltung zu gehen normal.
Aus langweile hab ich mit Kung FU (zu spät gibts nicht) angefangen und hier etwas für mich neues kenen gelernt, innerhalb des Trainings ca. 20 Minuten nur Dehnen...ich sehe Heute noch dabei recht bescheiden aus, außerdem Bauchmuskel und Kraftübungen neben dem Kampftraining.
Innnerhalb von etwa 3 Monaten stellte sich trotz, oder gerade weil ich so ein "steifer Bock" bin eine Veränderung ein, Knieschmerzen und Rückenschmerzen waren weg, Schmerzmittel nach körperlicher Beanspruchung kenne ich nicht mehr.

Ich hab dann für mich entschieden das Dehen (hauptverantwortlich für die Verbesserungen) noch zusätzlich auszuweiten und 1x die Woche Yoga zu machen mit Schwerpunkt auf dem Dehen und weniger dem meditativen Karackter.
Mal ganz abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt bringt einem das vor allem auch was fürs Freiklettern und Steige im E - Bereich, da man die "Haxen" wieder an Stellen bekommt die man 2 Jahre zuvor nicht mehr erreicht hätte Bild

Heute wünsche ich mir, vor allem das dehen schon 10, 20 oder 30 Jahre früher intensiver betrieben zu haben, aber lieber spät als nie.

Letztes Jahr im Mai gabs dann einen Dämpfer, Sportverletzung Meniskusriss mit massivem Bonebooost.
Diagnose nach dem MRT, der muß operiert werden.
Habe ich erst mal abgelehnt, da ich mich ohne unter Last zu geraten relativ normal bewegen konnte (allerding unter unkontrolierter oder schneller Bewegung ist das Bein weggeknickt und ich lag auf der Nase) und statt desen einen gute Physitherapeut genommen und zu ca 80% aus eigener Tasche bezahlt der (Sie) das Knie mobil macht und die Muskulatur entspannt sowie Aufbauübungen zeigt die die Muskultur um das Knie entsprechend aufbaut.

Im August hab ich diverse kleinere Klettersteige mit meinen Kindern gemacht ( Ottenalm Bergkameraden + Diretissima, Klammlsteig, Schuasta Gangl) im /September war das Knie bereits so gut (oder besser ich so unvernünftig) das ich damit zum Tabaretta aufgebrochen bin.
Beim hochdrücken habe ich an einer steilen Stelle sehr viel Druck mit dem verletzten Knie ausüben müssen, so das das mit Sicherheit ein Rückschritt für den Meniskussriss war (aber nicht garvierend), schlimmer hat es mich bezüglich des fast verheilten Boneboost erwischt, der fand es gar nicht lustig (aber Kopfmäsig war es genial) das ich im Eiltempo, es wurde Dunkel und aufgrund der Wetterlage konnte ich erst um 11.30 Uhr in Sulden starten, den Berg runter bin (ca. 1100 Hm).
Das war ein Rüchschritt und ich habe das ganze dann bis Mitte Oktober ausheilen lassen um mit den Kindern noch schnell den Stevio zu machen bevor er abgebaut wurde.
Danach das Knie wieder mehr belastet und über die gesamte Zeit Physio mit mobilisation und Muskelaufbau für Knie gemacht,Yoga sowieso, sowie eigeschränkt Kung Fu und ab März wieder Kampfsport (Boxen) betrieben.
Seit Dezember ging auch wieder joggen (anfangs 2Km jetz 5 km), derzeit nach etwas über einem Jahr funktioniert alles wieder normal bis auf Sprinten und Springen, da hab ich noch ein ungutes Gefühl.

Ob das für einen anderen der richtig Weg ist, muss jeder selbst entscheiden.

Es geht auch nicht darum die Schulmedizin schlecht zu machen, die hat einen festen und wichtigen Platz, aber teilweise ist sie auch versucht zu schnell zum Skalpell zu greifen und manchmal zu früh Schritte einzuleiten die zwar helfen aber auch zu erheblichen dauerhaften Einschränkungen führen können.

Nicht immer, aber doch häufig genug, können Ostheopaten und Physiotherapeuten mehr erreichen als ein Messer und das schlimmste was man verliert sind ein paar Wochen Zeit.
Leider sind es häufig noch die Krankenkassen die einem den Versuch erst einmal diesen Weg zu beschreiten verbauen (sofern man nicht über genügend private Mittel verfügt), wobei auch hier ein Umdenken einsetzt.

Von daher finde ich Berichte wie den vom Themenstarter oder wie meinen mit dem Meniskusriss schon wichtig um zu zeigen es gibt häufig auch einen Weg neben der OP.

Man muss es ja nicht ganz so unvernünftig wie ich gestallten (Tabaretta), wobei zuviel Vernunft mag zwar gesünder sein aber auch schrecklich langweilig Bild

Bild aber der Anblick und das was man ich mir dabei mental gut getan hab, war den Rückschritt im September wert.Bild
Apicius ist die freundliche Art Fressag zu sagen
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