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...sollte man das so sehen ?

Hier kann ein allgemeiner Austausch erfolgen.

Moderator: Erik

...sollte man das so sehen ?

Beitragvon Apicius » 16 Oktober 2014 13:22

Wieder ein Unglück im Himalaya Benutzer-Profile anzeigen Stroty » 16 Oktober 2014 10:47
...und die leute werden nicht dazu gewzungen, in diese risikogebiete zu gehen. Rolling Eyes



ich wollte darauf im Threat nicht antworten, ich wollte es aber auch so nicht unkomentiert stehen lassen.

Klar ist das eine zu akzeptierende Meinung (man muss sie ja nicht teilen), aber stimmt die so ? Wo fängt ein Risikogebiet an, muss man dafür in den Himalaya fahren und wandern gehen oder sind die Alpen jehnseits der breiten Wanderwege auch schon als Risikogebiet zu sehen.
Wer geht überhaupt wann ein höheres Risiko ein und ab wann kann oder will ich das verurteilen ?
Der der 3 Tage eine steile Nordwand mit allen Wetterrisiken durchklettert oder eher der, der besehlt von der Tourismusswerbung einen b/c Klettersteig macht mit nichts im Gepäck als Pudding in den Muskeln, Kurzatmigkeit und einem zu hohen Kolesterinspiegel ?

Wo setzt man die Grenze.

Ich denke das es gut tut wenn man aus dem Alltag und der Vernunft ab und an Ausbricht und Grenzen kennen lernen möchte. Das das halt je nach Fähigkeiten mehr oder weniger spektakulär aussieht spielt eigendlich kaum eine Rolle sondern wichtiger ist eher was bei der Aktion im betroffenen im Körper freigesetzt wird.
Ich finde es viel wichtiger das jeder für sich seine Zufriedenheit findet, seine Risikogrenze festlegt und auch akzeptiert, dass andere wieder andere Grenzen haben und diese erkunden wollen.

Ich denke auch, dass diese Ventile wichtig sind und mehr zu Gewichten als die tragischen Unfälle die damit einhergehen.

Natürlich sollte man, für das was man so treibt, auch entsprechend trainiert und ausgerüstet sein. Ich spreche auch nicht davon das Hirn zuhaus zu lassen, aber wenn man im Oktober eine Himalaya Route geht, körperlich dazu in der Lage ist und die entsprechede Ausrüstung hat... warum nicht.

Das ist für viele betimmt ein lang ersehntes emotionales High -Light auf das sie hin gearbeitet haben und dessen Risiken sie sich bewust sind.

Gerade als Kletersteigeher ist man innerhalb der Alpinen Gemeinde in einer Gruppierung die ein recht hohes Risiko fährt, was zum einen mit den direkten Folgen eines Sturzes zu tun hat aber auch immer häufiger mit einer extremen Überschätzung der Klettersteiggeher was Ihre physichen und technischen Fähigkeiten betrifft.

Wer ist jetz besser, schlechter, mehr oder weniger zu verurteilen ?

Ich denke am besten man fängt mit Tolleranz an gegnüber dem was anders ist bevor man anfängt zu werten.
Apicius ist die freundliche Art Fressag zu sagen
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Re: ...sollte man das so sehen ?

Beitragvon wolf » 16 Oktober 2014 13:42

Apicius hat geschrieben:
Wieder ein Unglück im Himalaya Benutzer-Profile anzeigen Stroty » 16 Oktober 2014 10:47
...und die leute werden nicht dazu gewzungen, in diese risikogebiete zu gehen. Rolling Eyes


das kann man so sehen, ich tus nicht und finde den beitrag von stroty dazu auch unpassend.

es waren wanderer/trekker und einheimische die von einer ploetzlichen, unerwarteten schlechtwetterfront heimgesucht wurden und keine 'extremos' die bei unguenstigen bedingungen z.b. durch den khumbu-eisfall wollten.

nur als beispiel: eine fiktive familie die in den sommerurlaub ueber die A5 gen sueden faehrt wird auch nicht gezwungen das risikogebiet A5 aufzusuchen, sie tut es auch freiwillig. wird sie aber auf dem weg in den urlaub durch einen unfall unter nem 40 tonner zerquetscht kommt keiner auf die idee zu sagen: ja waeren sie mal besser zuhause geblieben und haetten sich nicht in dieses risikogebiet gewagt, oder? :?
Viele Grüße,
Wolf

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Beitragvon Stroty » 16 Oktober 2014 14:09

OK, wenn dazu eine Diskussion ausgelöst wird, dann soll`s so sein. Warum auch nicht.
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Beitragvon Julian » 16 Oktober 2014 15:05

Ich hab den Stein ins Rollen gebracht, also geb ich meinen Senf dazu:

Ich denke, man kann in keinem Fall den Himalaya mit den Alpen vergleichen - es herrschen einfach zu gewaltige Unterschiede in Infrastruktur, Ausdehnung des Gebiets, Geographie, Möglichkeit der Kommunikation mit den Einheimischen, Höhenlage, vorhandene Hubschrauber...

Der Millionentourismus in den Alpen ist über Jahrzehnte gewachsen, entsprechend sind Infrastruktur und auch Hilfsleistungsinfrastruktur mitgewachsen. Man stelle sich einen Wettersturz in den Alpen vor, bei dem 30 oder mehr Menschen sterben...das passiert hier einfach nicht! Wenn, dann braucht es eine Riesenlawine a la Galtür.
Insofern, ja, hat Stroty ein wenig Recht, wenn er sagt, dass das ein Risikogebiet ist (im Vergleich zu einer Staffelbergumrundung eh).

Auf der anderen Seite suchen die Tausenden, die in Nepal oder sonst wo im Himalaya trekken gehen, genau diese Abgeschiedenheit von der westlichen Zivilisation, ohne Teerstraße in jedem Tal, Gondelbahn auf jedem zweiten Hügel und Hubschraubern alle 50km. Sie nehmen also bewußt in Kauf, dass die logistischen Möglichkeiten, größere Menschenmengen aus Notsituationen zu retten, nicht in gleichem Maße vorhanden sind. Ein Hubschrauber kann im Schneesturm eh nicht fliegen, das ist in den Alpen nicht anders - aber fast immer kann ein Fahrzeug eine größere Menge an Rettern recht nah an die in Not geratenen heranbringen. Ein Schneesturm bricht auch in den Alpen in der Regel nicht unvorhergesehen aus - manchmal wird sich vielleicht in der Intensität und Dauer getäuscht.

Alles in allem: Die Trekker im Himalaya kennen das Risiko! Wenn nicht, hat die Reisevorbereitung versagt.

Auf der anderen Seite stimme ich Wolf aus vollem Herzen und eigenen Erleben zu, wenn er sagt, dass eine Fahrt über deutsche Autobahnen ebenfalls dem Besuch eines Risikogebietes gleicht.

Von daher: Mir tun die Menschen und vor allem deren Angehörige Leid, weil sie Schaden oder nicht wiederbringliche Verluste erlitten haben. Für meinen Teil fahre ich aber auch beim nächsten Mal lieber ins Vinschgau statt in den Himalaya. Nix für ungut.
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Beitragvon wolf » 16 Oktober 2014 18:57

Stroty hat geschrieben:OK, wenn dazu eine Diskussion ausgelöst wird, dann soll`s so sein. Warum auch nicht.


ich bin mir sicher du hast deine aussage so nicht gemeint wie du es geschrieben hast.
ich kenn dich jetzt schon ein weilchen laenger und hatte nicht den eindruck dass du unsachlich urteilen wuerdest oder kaltherzig waerst.
lass uns doch bitte (mehr als in einem einzigen geposteten satz) teilhaben an deiner meinung zu der sache und deiner haltung dazu.
gerade deshalb: DANKE fuer eine mutige, kontraere meinung.....aber: wir wollen mehr wissen!
Viele Grüße,
Wolf

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Beitragvon Stroty » 17 Oktober 2014 9:33

ok ok. ich muss mich da den ersten ausführungen von julian anschließen und so war es auch von mir gemeint. der himalaya ist sicherlich mehr risikogebiet als die alpen - größer, höher, unberechenbarer. und im pfälzerwald wird mir vermutlich auch weniger passieren bei einer umrundung der kalmit als bei einer überschreitung des ortler...daher muss man hier - im himalaya - nun, so denke ich, eher mit störfaktoren rechnen und sich im klaren sein, was passieren kann.
wolf, dein beispiel mit der autobahn...ok, kann man prinzipiell so sehen.
so, vielleicht war es von mir etwas drastisch formuliert, gebe ich zu. :gruebel:
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