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Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Hier kann ein allgemeiner Austausch erfolgen.

Moderator: Erik

Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon harwin » 4 August 2021 7:56

@Oldie
ich glaube auch, dass eher nachhaltiges Denken (Verzicht) der Schlüssel zum Erfolg ist.

Dann wird das alte einfach repariert statt direkt was neues gekauft. Statt für einen einzigen Tag in die Alpen zu düsen macht man was zu Hause und fährt lieber für einen längeren Zeitraum die weite Strecke. Obwohl ich mittlerweile elektrisch pendle lasse ich für vieles einfach das Auto stehen und nehme das Rad.
Und natürlich könnte man sagen: wieso soll ich was für die Umwelt und gegen die Klimaerwärmung tun? Viele andere machen das doch auch nicht, fliegen 10 Mal im Jahr durch die Gegend, fahren dicke SUVs usw.
Aber irgendjemand sollte anfangen, und am ehesten können das die Länder denen es besser geht.
Gruß
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Julian » 4 August 2021 8:55

Ich glaube nicht, dass, solange uns von den Wirtschaftsbossen und von diesen gelenkten Politikern immer weiter eingetrichtert wird, dass wir nur durch Wirtschaftswachstum unseren Wohlstand halten können, und sei er auch auf Pump und damit den Schultern der nachfolgenden Generationen zu halten, sich irgendetwas ändern wird.

Was die Welt braucht, ist ein Systemwechsel. Und den wird es nicht geben, dazu ist der Mensch als Lebewesen nicht in der Lage. Wir haben schon mit Bändigung des Feuers angefangen, Raubbau an unserer Umwelt zu treiben - wenn eine Gegend "leergefressen" war, sind die Menschen weitergezogen. Nur war das damals aufgrund der niedrigen Zahl kein Problem! Bei über 8 Milliarden aber eben schon.

Leider alles eher düster, deswegen kann man es nur halten wie Harald und wenigstens als Privater versuchen, so wenig Dreck wie möglich zu hinterlassen.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 4 August 2021 9:47

Julian hat geschrieben:...wenigstens als Privater versuchen, so wenig Dreck wie möglich zu hinterlassen.

Das halt leider nur fürn eigenen Kopf gut und bringt der Umwelt gar nix messbares.
Aber es zeigt, dass ein Denkprozess angestossen wurde, der in die richtige Richtung führt.-
Nur halt nicht weit genug. Solange immer noch alle 4Jahre n neues Auto hermuss, anstatt 'das alte' weiterzufahren und ggf. zu reparieren (und die Hersteller Ersatzteile dafür überhaupt noch anbieten;- bereits da scheiterts ja schon (beabsichtigt?)), solange Blödzeitungen ein Grundrecht auf Billigtourismus per Flieger fordern und die Mehrheit Deutschlands eine Politik zu ihren Ungunsten und zugunsten der oberen 10000 wählt, wird das nicht zu flächengreifenden, spürbaren Änderungen führen, global schon gleich gar nicht.

Wenns der Menschheit das Hirn wegbrutzelt, iss ja auch nix gewoinnen, wenn wir Deutschen sagen können, ans uns hätte es nicht gelegen...
Das lässt halt die Natur nicht mit sich diskutieren oder sich nicht von super Boni und Renditen in der Autobranche beeindrucken, mit denen wir uns die Verfehlung irgendwelcher Klimaziele schönreden.

Und Ebikes: ich bin begeistert, dass die endlich 'aus' sind.
Sicherlich ne tolle Sache in der Hand einer Mutter, die damit und im Anhänger ihre Kinder ins Hort fährt und holt.
Nur ist das halt die Ausnahme, und an immer breiterer Front wird nicht ein Auto durch ein Ebike ersetzt, sondern ein Biobike.
Diese Kack-Elektroroller dito. Wenn jemals jemand die für den angeblichen und vorgeschobenen Zweck, den letzten Kilometer von Öfis zum Laden oder der Arbeit zurückzulegen;- gut, wenn dann jemand deshalb nimmer Auto fährt.
Schlecht halt, dass ich nicht den Eindruck hab, dass dies je der Fall war.
Stattdessen flacken die Dinger nu überall rum, haben ne beeindruckend kurze Lebensdauer im Verleih (9Monate hab ich neulich gelesen, unglaublich, dass irgendne Regierung so ein geradezu Einwegprodukt auch noch so fördert, aber bei unserm Scheuer haben wir ja noch ganz andere Dinger gesehn...) und in Köln (und wahrscheinlich nicht nur da) schmeissensesse reihenweise von der Brücke in den Rhein.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Oldie » 4 August 2021 12:37

auch wenn es nur für das eigene Gewissen ist, wenn ich nicht anfange macht es kein anderer für mich. So einfach ist das. Mein letztes Auto hat 15 Jahre durchgehalten, dann waren die vom TÜV verordneten Maßnahmen deutlich teurer als der Zeitwert, mein jetziges Auto ist auch schon wieder 7 Jahre alt. Und konkrete Pläne zum Austausch habe ich immer noch nicht. Mein E-Bike lasse ich mir nicht schlechtreden, macht einfach Spaß und hat auch schon so manche Autofahrt, speziell zum Sport ersetzt. Und ganz ehrlich, das ist etwas anderes, als mit einem Bio(Muskel)Bike mühsam den Berg hoch zu trippeln. Bei diesen blöden Rollern bin ich voll bei dir, einfach nur Plage.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Julian » 4 August 2021 13:42

ziller hat geschrieben:
Julian hat geschrieben:...wenigstens als Privater versuchen, so wenig Dreck wie möglich zu hinterlassen.

Das halt leider nur fürn eigenen Kopf gut und bringt der Umwelt gar nix messbares.


Klasse! Das sehe ich als Freibrief an, mein 12 Jahre altes 1,2l Hubraum-Auto durch ein SUV mit 5-Liter-Hubraum zu ersetzen. :kuss:
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 4 August 2021 13:45

Oldie hat geschrieben:Mein E-Bike lasse ich mir nicht schlechtreden, macht einfach Spaß und hat auch schon so manche Autofahrt, speziell zum Sport ersetzt. Und ganz ehrlich, das ist etwas anderes, als mit einem Bio(Muskel)Bike mühsam den Berg hoch zu trippeln.



Ich meine das jetzt nicht persönlich, aber das ist eben der übliche Mechanismus im Kopfe vieler (ich schliesse auch mich da nicht aus).
'Ich tu zwar was, aber ich tu, was meine Lebensqualität einschränkt UND (im Idealfall) auch noch als klimafreundlich verkauft werden kann'.
Ich kenne ein paar Leute, die solche eScooter haben, von denen kommt, drauf angesprochen, dass sie damit halt auch nur Strecken fahren, die sie sonst zu Fuss gehen würden (einkaufen im Ort/der Stadt bzw. die paar Meter vom Firmenparkplatz wo sie ihr Auto abstellen zum Eingang des Firmengebäudes), auch ein 'ja aber...', mit dem sie sich die Lücke schönreden, die sie für sich ausnutzen.
Das ist genau der menschliche Faktor, wegen dem es nicht gelingen wird, den Klimawandel aufzuhalten, imho, denn was im kleinen privat passiert und funktioniert, tuts auch im grossen Stil wenn Lobbyisten am Werk sind.
Oder im ganz grossen Stil wie hier bei Tesla:
https://www.stern.de/wirtschaft/news/te ... 58900.html
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 4 August 2021 13:54

Julian hat geschrieben:Klasse! Das sehe ich als Freibrief an, mein 12 Jahre altes 1,2l Hubraum-Auto durch ein SUV mit 5-Liter-Hubraum zu ersetzen. :kuss:



Ja eben, so ist die Denke doch.
"Wieso soll ICH mir nicht so ne fette Schrankwand kaufen und auf alle runterschauen, wenns erstens andere auch tun und zweitens, wenns so umweltschädlich ist, wieso wirds dann nicht verboten? Also."
Es ist doch logisch, dass nix passieren wird, was Autobauer an die Kandarre nimmt und umweltschonendst zu handeln (in diesem Sinne auch, lange die Reparaturfähigkeit ihrer Karossen sicherzustellen) statt in erster Linie ztu schauen, dass die Zahlen am Jahresende stimmen.
Man kann das ja auch gut schönreden, weil, man macht ja nur, was der Verbraucher wünscht.
Wieso wurden denn die Freunde von Audi grad von hächster Stelle zurückgepfiffen, nachdem sie die unvorsichtige Äusserung, ab 2025 keine Verbrenner mehr zu bauen, getätigt hatten...?
Sollten andere/Mitbewerber denjenigen die Fregatten verkaufen, die gerne mehr als 300km am Stück fahren oder zwar ne schicke Grossstadtvilla, aber ohne eigenen Hof und Parkplatz, und damit halt auch ohne Lademöglichkeit, haben...?
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Julian » 5 August 2021 7:17

Oldie hat geschrieben:auch wenn es nur für das eigene Gewissen ist, wenn ich nicht anfange macht es kein anderer für mich. So einfach ist das. [...]


Danke, Volker. Ganz genau so ist es. Es muss sich erstmal jeder an die eigene Nase fassen. Auch wenn das an den Zahlen weltweit nichts ändert. Denn das ist ja gerade der Punkt, alle großen Player schauen sich gegenseitig an, wer zuerst zuckt, und am Ende verlieren alle...ist ja jetzt schon so. Wäre vor 30, 40 Jahren ordentlich in Klimaschutz investiert worden, wäre das vermutlich VIEL billiger gewesen, und wir wären längst viel weiter. Aber der Mensch reagiert immer erst, wenn es zu spät ist, um dann umso lauter zu jammern. Oder wie in Deutschland üblich: Sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben, nach dem Motto, wir wollten ja, aber mit der Konstellation gings ja nicht, unser Koalitionspartner wollte nicht, die Autoindustrie wollte nicht etc.
Zweite Ausbaustufe ist dann, es wird endlich was getan, und dann wird daran nur rumgekrittelt, aber kein eigener besserer Vorschlag gebracht.
Die Roller sind nur blöde, total sinnlos. Bei Ebikes sehe ich das ganz anders, wenn ich sehe, wie viele von denen mich auf dem Weg zur Arbeit überholen. Ich bin ziemlich sicher, dass einige hier bei uns dafür das Auto stehen lassen, und in meinem Wohnort ist die Zahl der Lastenfahrräder vorm Supermarkt deutlich gestiegen in den letzten beiden Jahren. Alles kurze Wege unter 5-10km, die nicht mehr mit dem Verbrenner gefahren werden.
Wenn jetzt noch mehr Menschen Photovoltaik aufs Dach packen, weil sich das rentiert (auch jetzt schon, und die Strompreise werden nicht fallen die kommenden Jahre), dann ist das sicher ein Beitrag zum Klimaschutz, jedenfalls besser, als nur rumzumeckern und keine bessere Idee zu haben.
Zu Musk sag ich nix.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Oldie » 5 August 2021 8:02

Gerade die von dir angesprochene Photovoltaik zeigt doch, wie viel falsch läuft. Es wäre doch ein leichtes, hier eine Verpflichtung zu schaffen, dass bei Neubauten PV aufs Dach muss. Und Zisternen zur Regenwassernutzung, selbst wenn das nur für die Toilettenspülung und die Bewässerung des Gartens ist. Hier bei uns in Ba-Wü ist ja gerade große Diskussion um die privaten Bahndämme, genannt Schottergärten. Faktisch eigentlich seit den 1990ern verboten, wurden die trotzdem munter angelegt, jetzt das Verbot nochmal gefestigt, riesige Diskussion um Bestandschutz. Auf alle öffentlichen Gebäude gehört eine Photovoltaik Anlage, und Dienstfahrzeuge dürften eigentlich nur noch BEVs sein, da müssten die Damen/Herren Politiker dann mal mit gutem Beispiel voran gehen. Aber auch in dem Bereich gibt es sehr viel bessere potenzielle Technologien. Gumpert hat eine Brennstoffzelle auf Methanolbasis am Start. Absolut überzeugend und die Infrastruktur flüssige Kraftstoffe zu tanken ist nunmal schon vorhanden. https://www.rolandgumpert.com/ Wird aber von der Politik am langen Arm verhungern lassen, einfach nur traurig. Windkraft genauso ein Thema, die ganzen Gegenwind Initiativen.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Oldie » 5 August 2021 8:34

Noch etwas zum Hochwasser im Ahrtal. Ich kenne Menschen (Polizei, Feuerwehr), die in offizieller Mission dort waren. Was man im Fernsehen sieht, sind die harmlosen Bilder, weil die wirklich schlimmen Ecken sind immer noch nicht erreichbar, zumindest nicht für Fernsehleute. Kurz zusammengefasst wurden auf 50 km Strecke 31 Orte verwüstet, 71 Brücken weggeschwemmt und 14 Schulen komplett zerstört. Das heißt hunderte von Schülern wissen nicht, wo und wie sie nach den Ferien unterrichtet werden. Und die Katastrophenfuzzis von "Report" hauen dann auch noch dick drauf, weil nicht schon am ersten Tag nach dem Hochwasser alles reibungslos koordiniert wurde. Da sind so viele (private) Helfer vor Ort (toll!), die sich aber vermutlich nirgendwo registriert haben und daher auch nicht wirklich koordiniert werden können. Sicher könnte da manches besser laufen, aber ich finde es trotzdem beeindruckend, dass hier auch so viel private Initiative stattfindet.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 5 August 2021 9:23

Julian hat geschrieben:Wäre vor 30, 40 Jahren ordentlich in Klimaschutz investiert worden, ...




Moment, moment, zu deiner These, dass jede/r einzelne was tun kann muss ich an der Stelle anmerken, dass ich seit 30, 40Jahren bereits danach trachte mein Dasein möglichst umweltfreundlich zu gestalten.
Ich kanns an einer Hand abzählen, wie oft ich geflogen bin, war einer der ersten, der bleifreies Benzin getankt hat (crazy, damals kam der Tankwart noch rausgerannt um zu warnen, wenn man den Bleifreirüssel zückte, hahaha,... :lol: ), und, und, und...
Wenn ich mir heute die Herren mit den Autos mit dem selbstbewussten Auftritt anschaue, die nur für ihr Ego zweieinhalb Tonnen durch die Gegen schieben, im sich alleine von A nach B zu bringen (im Idealfall alleine im Auto ins Fitnessstudio, um dort auf nem stationären Laufband oder Bike zu trainieren... :mrgreen: ), fühle ich mich umso mehr betrogen für den Aufwand und die Einschränkungen, den bzw. die ich mir auferlegt hab.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 5 August 2021 9:36

Oldie hat geschrieben:...Photovoltaik...flüssige Kraftstoffe...Windkraft...



Alles nicht so einfach. Stichworte beispielsweise 'ökologischer Fertigungsaufwand' (wir kommen immerhin allmählich so halbwegs in den Bereich, wo so n PV-Paneel mehr Energie im Laufe seines Lebens abgibt, als die Produktion verschlungen hat, Gewinnung der Rohstoffe und Verbringung an den Fertigungsort mal aussen vor, hierzu dann auch wieder wieder Thema Fertigung in wenig umweltsensiblen Ländern mit autokratischer Regierung, miesen Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und Kinderarbeit), Lobbyismus (es gäb durchaus Chancen, einfach unser vorhandenes Fahrzeugpotential mit eFuels zu nutzen, aber unsre Regierung hat sich halt dagegen entschieden und dafür, der Autoindustrie den Gefallen zu tun, die batterieelektrische Motorisierungsversion zu unterstützen und voranzutreiben) oder Flächenversiegelung (Windkraftanlagen werden ja eher nie in eh bereits erschlossene Gebiete gebaut, sondern es wird hektarweise Wald abgeholzt dafür, es werden Strassen und Wege gebaut, damit die ganzen Schwertransporte und -lastkrane in die Botanik fahren können usw...)
Da spielt einfach unheimlich viel mit rein und unterm Strich gehts ja nicht darum, nun einfach irgendwas anders zu machen, sondern es klimafreundlicher zu machen, nur stellt sich bei näherem Hinsehen häufig heraus, dass es das langfristig und/oder global betrachtet entweder gar nicht ist oder nur unter so vielen positiv abzuhakenden Bedingungen irgendwann mal sein könnte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiver Effekt eintreten wird, recht gering ist.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon Oldie » 5 August 2021 10:16

Ein fröhliches "Weiter so" kann es aber auch nicht geben. Und die emissionsfreien Atomkraftwerke will auch niemand wirklich, also müssen wir zusehen, dass wir aus Wasser, Wind und Sonne etwas gangbares auf den Weg bekommen.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon ziller » 5 August 2021 10:57

Oldie hat geschrieben:...Atomkraftwerke...

Hm, das ist so ne Sache. Ich hab vorhin in meinem Post den Part mit diesem bösen A-Wort gelöscht, aber ich überlege, obs nicht mit heutiger Technik und globaler Vernetzung Fortschritte hinsichtlich Sicherheit oder Entsorgung geben könnte, zudem obs nicht vielleicht möglich wäre, solcherart Anlagen dezentral in menschenleeren Gebieten anzusiedeln.
Sicherlich wärs günstig, wenn wir uns nicht mehr solcher 'Patzer' wie in Fukushima oder Tschernobyl leisteten, aber ich denke auch hier könnte sich hinsichtlich der Sicherheitstechnik n bissl was getan haben und man zudem menschliches Versagen mit intelligenter Technik ausschliessen.
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Re: Wie geht ihr mit den Gefahren der Klimaerwärmung um?

Beitragvon EfBieEi » 6 August 2021 8:26

Ich finde es ganz schlecht dass so ein Katastrophenfall fast nur von Freiwilligen und Ehramtlichen gestemmt werden muss.
Nichts gegen die freiwilligen Helfer wenn ich Urlaub haben könnte wäre ich selbst versucht ins Ahrtal zu fahren aber es sollte da definitiv nachgerüstet werden um mehr bezahlte und ausgebildete Kräfte zu haben.

ich hoffe wenigstens finanziell bleibt der Bund nicht untätig.

Bzgl. Gebäudeenergie

Schaut mal in die USA
Häuser in schnellbauweise aus dünnen Holzwänden mit 0 Isolierung. Im Sommer läuft rund um die Uhr die Klimaanlage und im Winter die Heizung, je nach Bundesstaat natürlich.

Liegt unter anderen daran dass die Energie in den USA lange Zeit extrem billig war. Ändert sich soweit ich weiß so "langsam" aber trotzdem kostet das wohnen in den USA extrem viel Energie.
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