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Bakhmaro / Georgien

Hier kann konkret nach einer bestimmten Tour gefragt werden, sofern diese noch nicht in der Datenbank vorhanden ist.

Moderator: Julian

Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Erik » 26 März 2018 22:42

Ich pack es mal hier rein ;)
Hab es schon an anderer Stelle gepostet, aber da werden die meisten von euch kaum unterwegs sein :mrgreen:

Ende letzten Jahres bekam ich von meinem Bergführer beim Bier eine Info, dass es im kleinen Kaukasus ein kleines Örtchen geben soll welches im Winter weder bewohnt noch frei zugänglich sein solle. Ich schaute mir im Netz an um was es da wohl ging. Ingo von Powderproject.ch hatte sich über die letzten Monate ein kleines Paradies in mitten des kleinen Kaukasus aufgebaut. Eines war klar, ich musste dahin!

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Die darauf folgenden Wochen verbrachte ich damit, sämtliche Videos von Whitehearts/Dirk und sonstige Berichte aufzusaugen. Die Vorfreude stieg immens.
So waren wir nun, eine Truppe von 14 Leuten, die sich in Memmingen am Flughafen trafen. Erste Amtshandlung, Bier für alle. So ging auch das gegenseitige Wiegen und einchecken relativ spaßig von der Hand;)
Flug, Landung, Ankunft war soweit alles chillig. Außer das wir die 0,33ltr Dosen im Flieger scho nach der halben Zeit leer gesoffen hatten und auf 0,2ltr Flaschen Wein umsteigen mussten. So betäubt bekam ich von der Landung auf einem anderen Sitzplatz auch nichts mehr mit. ^^

Wir landeten gegen 2.30 Uhr Ortszeit in Kurtaisi und wurden direkt von einem Locl mit Schild abgefangen. Leider gabs am Airport kein Bier mehr 

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Gepäcke und Menschen waren einfach in den Transit Bussen verladen, leider hatte sich eine Flasche Gebirgsenzian in der Reisetasche vom Kollegen spontan verabschiedet, was einen leckeren Duft auf dem Parkplatz inkl. Seiner Klamotten verbreitete. Macht aber nichts, hatten ja noch 4 weitere dabei ^^


Wir fuhren los, ich legte mich in den Gang zwischen den Sitzen, pennte ein und wurde direkt wieder geweckt. Wir hielten an einem Georgischen „FastFood“ Stand.

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Hinterm Tresen stand ne voll geschminkte und holte mit Käse gefüllte Teigtaschen und sonstiges warmes Zeug aus der ?Küche. Keine Ahnung was es genau alles war, es gab zum Glück wieder Bier. So halb angesoffen schläft es sich halt Kacke. Also zack 2 Halbe in den Schädel gepresst und weiter ging die Fahrt. Habe selbst davon wenig mitbekommen (ihr wisst warum). Als ich geweckt wurde, standen wir auf einmal im Schnee.

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Es schneite richtig fett und 2 Pistenraupen tackerten vor sich hin. Also wieder Gepäcke verladen, alles umsteigen und weiter gings. Ich hatte Glück und ergatterte, keine Ahnung wie, als einziger den Platz neben Tango im Bully als Beifahrer. Was soll ich sagen, keine 3 Minuten später und ich hab wieder gepennt.

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Gegen 7 wurde ich von Tango geweckt, wir waren da. Es schneite noch immer, aber alle waren irgendwie fertig von der Anreise. Außer ich, hatte ja wunderbar gepennt ;)

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Ingo begrüßte uns in der einfach Lodge mit seinem Team beim Frühstück. Er stellte uns alle vor, machte uns vertraut mit den Gegebenheiten und schickte uns erstmal für 2 Stunden ins Bett. Dann endlich sollte es losgehen. Das erste Mal Cat fahren, in dieser Umgebung, von der ich seit Monaten träumte.
Also Ski aufladen, alles einsteigen. Dirk (mein guter Freund und Bergführer) hatte sich in der Zwischenzeit einweisen lassen in das Gelände und so klappte die Verständigung mit Arlsan (dem 2. Von 3 BullyFahrern) ganz gut.
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Und so zogen wir die ersten Line´s in diesen fluffigen Powder. Eine Rinne nach der anderen wurde von 14 völlig aufgedrehten Ridern zershreddet!
Wir sicherten uns die ersten 3000hm an einem Nachmittag.
Der letzte Run des Tages endete direkt an der Lodge. Breite Grinsegesichter machten die Runde.
Am Abend wurden wir von der typisch georgischen Küche verwöhnt, Essen ohne Ende, ein Teller noch nicht leer, schon war der neue volle da. Dazu Bier (pro Flasche 2,5Ltr- genau nach meinem Geschmack) und georgischen Rotwein.
Am Montag beschlossen wir aufgrund des Wetter einen Tag mit der Pistenraupe einzulegen. Die Wolken hangen tief, auf den Gipfeln wehte eine gute Briese und verfrachtete den ganzen frischen Schnee in die Rinnen und Mulden. Perfekt für uns. Bis zum Mittagessen in der Lodge ballerten wir eine Rinne nach der anderen. Und was uns so erstaunte, selbst 14 Leute langten nicht aus um einen Hang komplett zu zerfahren. Wir starteten immer wieder vom gleichen Gipfel und es war einfach kein Ende zu sehen. Ich selbst bin immer als letzter gefahren, da Dirk und ich die Funken hatten und so die anderen koordinierten, aber selbst da fand ich immer eine Line die völlig frei war. Ein wahre Spielwiese, da paar kleine Bäume, da ein Wechte, da ein Absatz. Absolut Irre.

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So sammelten wir in 4 oder 5 Stunden weitere 3500hm
Am Nachmittag entschied sich ein Teil der Gruppe den ca 2500m hohen Hausberg zu besteigen. Ich ging es mit dem anderen Teil ruhiger an und wir machten eine kleinere Tour mit 150hm auf die Passstraße zu einem Aussichtspunkt. (leider hatte ich am Vormittag meine erste Fehlauslösung mit der Beast, Telemarkmodus, zack ausgehebelt und mit Kopf und Schulter zuerst eingestochen. Die nächsten Tage überlebte ich mit 3-3,5k Einheiten an verschiedensten Schmerzmittel)
Die Haushunde begleiteten uns die ganze Zeit über und saßen dann wie Susi und Stroch am Gipfelkreuz, in die Ferne schweifend. Herzzerreißend.

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Am Abend lief dann auch die Sauna. Geiles Konstrukt auf 2 20Fuss Container, die mit Glas und Holz verkleidet wurden. Ingo sagte uns noch, dass die Temperatur noch nie über 70Grad gegangen war, tja, nach 6 Gängen waren wir über 80 ;) nach 8 Gängen machte ich Schluss … So musste ich den Flüssigkeitshaushalt wieder kräftig auffüllen, zum Glück hat´s da ja 2,5 Ltr in der Flasche :D

Für Dienstag entschieden wir uns wegen dem Wetter für eine Tour zum höchsten Gipfel des Gebiets. Wir ließen uns von der Cat die ersten 500hm shutteln und zogen dann die Felle auf. Bei traumhaften Wetter, leichten Wind und zum ersten Mal die ausmaße des Gebiet´s erahnend ging es auf 2755m.
Blick auf den großen Kaukasus mit Elbrus und Co. waren die Belohnung.
Danach ging es in ein anderes Tal, ein Powderhang bei Sonnenschein nach dem anderen. Und so sammelten wir Tourenmeter um Tourenmeter. Selbst 3 Tage hätten in diesem Tal nicht ausgereicht um alles zu fahren.
Gegen Nachmittag machten wir uns Richtung Lodge auf, der Schnee wandelte sich von Powder zu Firn und bescherte uns eine Firnabfahrt über 500hm vom feinsten. Die Beine brannten, das Gesicht auch. Ich hatte schon wieder Durst. Das Grinsen war nicht mehr weg zu denken 
Wir beendeten den Tag, bei Sauna, Bier und einer abermals mehr als reichlich gedeckten Tafel feinster Leckerein.
Da die Temperaturen immer weiter ansteigen sollten am nächsten Tag, machten wir uns am Mittwoch wieder bei Sonnenschein sehr früh auf den Weg zum Touren. Heute nicht so viel hm, dafür nochmal Pulver gefunden und zum Mittag Firn. Ab dem Mittag war nicht mehr an fahren zu denken, der Schnee bremste nur noch. Wir beschlossen einen ruhigen einzulegen. Also ab in die Sauna mit Bier. ^^
Donnerstag und Freitag nutzen wir wieder die Cat, da die Sichtverhältnisse eher bescheiden waren. Freitag setzte dann am Mittag starker Schneefall ein und brachte uns am Samstag einen Abschluss der es in sich hatte. Sauna, Bier und Wein waren die Abende bestimmend ;)
Freitag abends ließen wir es nochmal krachen. Unser Koch Bacho zauberte was das Zeug hielt, eingelegtes Gemüse mit Wallnussfüllung, Fleischspieße, Teigtaschen usw wurden in Massen aufgefahren die keiner auch nur ansatzweise schaffen konnte. Das ist georgische Gastfreundschaft. Dazu gab es Rundenweise selbst gebrannten, ein Toast nach dem anderen, wir strahlten uns an. Es war einfach herrlich. Zum Abschluss brachte Bacho noch einen Kuchen. Wenn man bedenkt, dass sämtliche Sachen auf einem Holzofen gemacht wurden, kann man nur seinen Hut ziehen. Was das Team da auf die Beine gestellt hat für uns war einfach der Wahnsinn. Das kann man nicht beschreiben, das muss man erlebt haben.
Die Nacht war kurz, das Gepäck wurde direkt nach dem Frühstück verladen. Der Morgen versprach gutes, Bluebird, 15-25cm Neuer Pulver.
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Ab auf die Cat und los ging es. Wir konzentrierten uns auf einen Hang. Ca 1km breit und 700hm Abfahrt. Ein einziger Traum. Aber schaut euch die Bilder an.
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Nach dem letzten Run fuhren wir dann auf der Schneebedeckten Passstraße bis zu den Bussen ab. Umziehen, Goodbye sagen und ab Richtung Flughafen.

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Alles in Allem würde ich sagen war das einer der genialsten Trips für mich. Allein die Location, die Berge, der Schnee usw machten es einfach aus. An dieser Stelle vielen Dank an Ingo

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An alle die bis hier durchgehalten haben, ich hoffe es hat euch gefallen zu lesen, wenn noch Fragen sein sollten, immer her damit.

Edit: sobald ich die paar anderen Bilder vom Handy bekomme, häng ich die hier noch dran.

Grüße Erik
Lg Erik
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Julian » 27 März 2018 8:53

Was soll man sagen...

NEID!!!!

Super Bilder, allerdings haste vor lauter Euphorie vergessen, ein paar mehr Deiner lines zu fotografieren, oder waren zu viele Badewannen drin? :twisted:

Klingt alles in allem nach einem extrem hochkalorischen Urlaub, sowohl, was den Verbrauch als auch die Aufnahme angeht!

Und: 2,5 Literflaschen, das ist mal was...in der Ferne soll man ja bekanntlich kein Wasser trinken!!! :mrgreen:
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Ralf » 27 März 2018 9:18

sehr geniale Aktion und toller Bericht (y) - Danke hierfür !
irgendwie hab ich jetzt Durst auf ein Bier :P :lol:
Viele Grüße, Ralf

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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Erik » 27 März 2018 20:49

Bitte gerne ^^ ;) :P
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon DannyBoy » 30 März 2018 14:32

Klingt wie ein Ausflug der anonymen Alkoholiker. ;-)
Würden sämtliche Berge der ganzen Welt zusammengetragen und übereinander gestellt. Und wäre zu Füßen dieses Massivs ein riesiges Meer, ein breites und tiefs. Und stürzte dann unter donnern und blitzen der Berg in dieses Meer - Das würd spritzen.
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Julian » 30 März 2018 18:13

DannyBoy hat geschrieben:Klingt wie ein Ausflug der anonymen Alkoholiker. ;-)


Also da ist aber gar nix Anonymes dran - die trinken in der Öffentlichkeit! :lol: :lol: :lol:
Ich gönn dem Erik seine Bierchen. :bier:
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Reinhard » 30 März 2018 18:59

Julian hat geschrieben:Ich gönn dem Erik seine Bierchen. :bier:

Ich auch, Bier ist ein sehr gesundes Lebensmittel!
Viel besser als Cola, Spezi und das andere süße Zeug.
Gruß Reinhard
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon DannyBoy » 30 März 2018 23:18

Sei ihm auch gegönnt! Ich trinke ja auch ganz gerne meine zwei bis zwanzig Bierchen. ;-)
Würden sämtliche Berge der ganzen Welt zusammengetragen und übereinander gestellt. Und wäre zu Füßen dieses Massivs ein riesiges Meer, ein breites und tiefs. Und stürzte dann unter donnern und blitzen der Berg in dieses Meer - Das würd spritzen.
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon Julian » 31 März 2018 8:27

DannyBoy hat geschrieben:Sei ihm auch gegönnt! Ich trinke ja auch ganz gerne meine zwei bis zwanzig Bierchen. ;-)


:lol: :lol: :lol: :lol:

Erinnert mich an "Zwei außer Rand und Band", der legendäre Dialog zwischen Bud Spencer und Terence Hill:

Terence: "Du, ich glaub, die wolln uns knülle machen! Wieviel verträgst Du denn so?"
Bud: "Knurr. Hmm, die ersten 20 Bier gehn so rein, dann muss ich mal rülpsen. Und Du?"
Terence: "Machst Du Witze? Ich bin mit Whiskey groß gezogen worden!"
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Re: Bakhmaro / Georgien

Beitragvon ziller » 3 April 2018 15:54

Geiler Schice!
Irgendwann und irgendwo triffst auf jeden Fall mal den Sensenmann.
Und in dem Moment denkst ganz gewiss nedd "Oh, ich hätte viel öfter ins Büro gehn sollen!"
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