Textpassage aus Wikipedia
: Hochkalter mit Blaueis von Norden Der Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen ist mit einer Höhe von 2.607 Metern[1] der höchste Gipfel des gleichnamigen Gebirgsstocks (auch: Hochkaltergebirge, Hochkalterstock, Hochkaltermassiv) und damit einer der höchsten Berge Deutschlands. Das Hochkaltermassiv befindet sich westlich des Watzmannmassivs und liegt wie dieses im Nationalpark Berchtesgaden. Das Hochkaltergebirge gliedert sich in die Untergruppen Hochkalter-Gruppe, Hocheis-Gruppe und Südliche Wimbachkette. Wichtigster Stützpunkt des Gebirgsstocks ist die Blaueishütte des Deutschen Alpenvereins auf 1.653 m Höhe im Blaueiskar unterhalb des Blaueises, des nördlichsten Gletschers der Alpen. Weitere Schutzhütten sind das Bergheim Hirschbichl für die Hocheisgruppe, die Wimbachgrieshütte für Anstiege in der Ostflanke des Massivs und das Ingolstädter Haus für die Südliche Wimbachkette. Das Hochkaltergebirge besteht wie die kompletten nördlichen Kalkalpen aus einer Mischung von Dolomit und Kalkstein. In der Hochkalter- und Hocheisgruppe liegt hauptsächlich der festere Dachsteinkalk vor, der auf Ablagerungen in der Tethys in der Jüngeren Trias (vor 220 Mio. Jahren) zurückgeht. Bei der Entstehung der Alpen wurden die gebankten Dachsteinkalkschichten durch die tektonische Plattenbewegung der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten nun in einen Winkel von 30° bis 40° gekippt, was am Hochkaltermassiv vor allem im Ofental gut erkennbar ist. Die Südliche Wimbachkette besteht zu großen Teilen aus brüchigem Ramsaudolomit, der maßgeblich zur Aufschotterung des Wimbachtales beigetragen hat. Am Hochkaltermassiv kam es immer wieder zu großen Bergstürzen. In prähistorischer Zeit ? vor rund 3.500 Jahren ? stürzten aus dem oberen Blaueiskar mehr als 15 Mio. m³ Gestein ins Tal. Durch diesen Bergsturz wurde auch der Hintersee aufgestaut. Noch heute zeugen die großen Findlinge im Zauberwald von diesem gewaltigen Ereignis. Aber auch in jüngster Zeit kam es immer wieder zu Felsabbrüchen in größerem Ausmaß: Überhaupt wird die Brüchigkeit des Gesteins im Wimbachtal besonders deutlich. Die Talsohle ist von fließendem Schutt in großer Mächtigkeit bedeckt. Diese großartige Landschaft kann jeder erleben, der von Ramsau (Parkplatz Wimbachbrücke) das Tal zunächst durch die Wimbachklamm und dann auf dem sich öffnenden Talboden erwandert (ca. eine Stunde bis Gasthaus Wimbachschloss, eine weitere Stunde bis zur Wimbachgrieshütte, 1.327 m). Der Hochkalter mit seinen Trabanten ist ein vielseitiges und lohnendes Gebiet für Touren aller Art. Dem Alpinisten stehen von einfachen Bergwanderungen über Kletterfahrten in allen Schwierigkeitsgraden bis hin zu Skitouren alle Möglichkeiten offen. Selbst mit einer anspruchsvollen Gletscherbegehung kann der Hochkalter aufwarten. Die Gipfelanstiege sind nur für erfahrene Bergsteiger geeignet. Die 1830 begangene Route der Erstbesteiger Bischof Fürst Schwarzenberg und seiner Führer Gemminger, Tatz und Wein durch die Hochkalter-Westflanke (durch den sog. Kaltergraben) wurde nie populär, da sie schwer zu finden ist und früher jagdliche Interessen einer Begehung entgegenstanden. Der Gipfel der Schärtenspitze ist von der Blaueishütte in rund 1¼ Stunden auf markiertem Steig zu erreichen. Das Gipfelpanorama wird vom Blaueisgletscher und seiner Umrahmung, der Watzmann-Westflanke und der Reiteralm geprägt. Wer nicht zur Blaueishütte zurück möchte, dem bietet die Abstiegsmöglichkeit über die Eisbodenscharte zur einsamen Hochalm (Schwierigkeitsgrad I) und weiter ins Wimbachtal eine lohnende Alternative. Sowohl im Aufstieg von der Hütte als auch im Abstieg von der Eisbodenscharte zur Hochalm sind einige Drahtseilversicherungen angebracht. Darüber hinaus ist die Schärtenspitze auch bei Kletterern schärferer Richtung ein beliebtes Ziel, wozu auch die kurzen Zustiege von der Blaueishütte beigetragen haben dürften. Durch die Nord- und Nordostwand führen gleich mehrere Routen in den höheren Schwierigkeitsgraden. |