Textpassage aus Wikipedia
: Die Marmolata vom Piz Boe aus gesehen Die Marmolata (italienisch: Marmolada, ladinisch: Marmoleda; der Name soll von der Ähnlichkeit des Felsens mit Marmor herrühren) ist der höchste Berg der Dolomiten. Die Marmolata ist ein westöstlich verlaufender Gratrücken, der von der Punta Penia (3.343 m s.l.m.) über die Punta Rocca (3.309 m s.l.m.) und die Punta Ombretta (3.230 m s.l.m.) zum Pizzo Serauta (3.035 m s.l.m.) und der Punta Serauta (3.069 m s.l.m.) führt. Dieser Gratrücken bricht nach Süden in einer geschlossenen, zwei Kilometer breiten und bis zu 800 Meter hohen Steilwand ins Ombrettatal ab. Die auf der Nordseite zum Passo Fedaia vergleichsweise sanft abfallende Flanke trägt den einzigen größeren Gletscher der Dolomiten (Ghiacciaio della Marmolada). Eine Südtiroler Sage erklärt (ätiologisch) den Ursprung des Marmolatagletschers so: Ursprünglich gab es auf der Marmolata kein Eis und Schnee, sondern fruchtbare Almen und Wiesen. Vor einem Marienfeiertag im August unterbrachen die Bauern wie üblich die Heuernte und gingen ins Tal, um in die Kirche zu gehen. Doch zweien war die gebotene Feiertagsruhe gleichgültig, sie arbeiteten den ganzen Feiertag durch, um ihr Heu noch trocken in die Heuschober zu bringen. Tatsächlich fing es auch gleich an zu schneien. Doch es schneite immer weiter und hörte gar nicht mehr auf, bis schließlich die ganze Marmolata von einem Gletscher bedeckt war. Eine andere Version berichtet von einer gottlosen Gräfin, welche die Bauern zur Heuarbeit gezwungen hatte. Während sich die Bauern retten konnten, wurde die Gräfin samt Gesinde von den Schneemassen begraben. Am 3. August 1802 erreichen drei Priester (Don Giovanni Costadedòi, Don Giuseppe Terza, Don Tommaso Pezzei), ein Chirurg (Hauser) und ein bischöflicher Richter (Peristi) vom Passo Fedaia aus den Höhenkamm bei der Punta di Rocca. Beim Abstieg verliert die Gruppe Don Giuseppe Terza vermutlich durch Spaltensturz. Es ist ein Unfall, der dem Aberglauben neue Nahrung gab, was dazu beigetragen haben mag, dass erst 50 Jahre später ein neuer Besteigungsversuch unternommen wurde. Diesmal waren es drei Priester aus dem Bereich Agordo (Don Pietro Munga, Don Alessio Marmolada, Don Lorenzo Nikolai) und der 17jährige Adelsspross Gian Antonio De Manzoni. Als Führer der Gruppe wird der bergerfahrene ?Führer? Pellegrino Pellegrini engagiert, der den Gämsjäger Gasparo de Pian mitnimmt. Diese Sechsergruppe steigt am 25. August 1856 vom Passo Fedaia, mit einfachen Steigeisen ausgerüstet, über den Gletscher zum Grat an und bezeichnet sich als Erstbesteiger, obwohl ihr Bericht keinen Nachweis enthält, dass man die Punta di Rocca tatsächlich bestiegen hat. 1860 bezeichnet sich John Ball (mit dem Führer Victor Tairraz und John Birkbeck) ebenfalls als Erstersteiger der Marmolata, was jedoch widerlegt wurde. Tatsächlich wurde die Punta Rocca erst im Juli 1862 vom Wiener Bergsteiger und Gründungsmitglied des Österreichischen Alpenvereins Paul Grohmann auf der Nordroute bestiegen. Er fand weder auf dem kurzen, schwierigen Gipfelgrat, noch auf dem Gipfel Besteigungsspuren. Die um 35 Meter höhere Punta di Penia wird am 28. September 1864 ebenfalls von Paul Grohmann gemeinsam mit den beiden Bergführern Angelo und Fulgenzio Dimai bestiegen. In den 1880er Jahren nimmt das Dolomitenbergsteigen einen gewaltigen Aufschwung, was zur Errichtung von Schutzhütten am Fedaiasattel (Alpenvereinssektion Bamberg) und beim Ombrettapass (Contrinhaus der Alpenvereinssektion Nürnberg) führt. Die Sektion Nürnberg bemühte sich auch um einen relativ einfach zu begehenden Weg auf die Punta di Penia und finanziert die Versicherung des Westgrates, der von Hans Seyffert, Eugen Dittmann mit Führer Luigi Rizzi am 21. Juli 1898 erstbestiegen wurde. Der sehr beliebte, exponierte Klettersteig wurde am 5. August 1903 eröffnet. Den ersten Weg durch die Südwand (Schwierigkeitsgrad II) fanden die Bergführer Cesare Tomè, Santo De Toni und ihr Begleiter Luigi Farenza am 21. August 1897 mit Hilfe einer Schlucht. Den Grat erreichten sie allerdings zwei Kilometer östlich des Hauptgipfels. Die erste Südwandroute auf die Punta di Penia, die heute als ?Via Classica? (IV) bekannt ist, wurde am 1. Juni 1901 von den Bergführern Michele Bettega, Bortolo Zagonel und der Britin Beatrice Tomasson eröffnet. |