Kurt Albert ist tot

  • Nachdem es gestern vor allem im Internet unterschiedliche Meldungen über den Zustand von Kurt Albert nach seinem Absturz am Höhenglücksteig gab, ist es nun traurige Gewissheit: Kurt Albert ist tot.

    Kurt Albert ist tot    
    Wie wir bereits hier berichteten, ist Kurt Albert am vergangenen Sonntag mittag als einer von drei Führern mit einer 17-köpfigen Teilnehmergruppe am Klettersteig Höhenglücksteig im Frankenjura unterwegs gewesen und dabei 18 Meter abgestürzt.

    Das Unglück passierte in der 1. Sektion des Höhenglücksteig vermutlich im Bereich "Im Winkl" (in einem Bericht heißt es 100m hinter der Passage "Scharfes Eck"). In diesem Bereich ist der Höhenglücksteig durchgehend mit Drahtseilen gesichert - die Unfallursache wie es daher zu dem fatalen Absturz der kletter Ikone kommen konnte, muss noch geklärt werden. Aktuell herrscht weiterhin Rätselraten um Absturzursache.

    Nachdem diverse Fachportale im Internet - u.a. frankenjura.com, klettern.de, bergleben.de - gestern vormittag bereits den Tod von Kurt Albert verkündet hatten, wurde dies am Dienstag von Norbert Sandner, einem engen Freund von Kurt Albert, dementiert und es erfolgte im Internet ein Widerruf der bisherigen Todesmeldung. Auch namhafte Medien wie der Spiegel hatten fälschlicherweise bereits vom Tod berichtet.

    Um 20.45 Uhr am 28.09.2010 dann die traurige Gewissheit, dass Kurt Albert den Kampf gegen die schweren Verletzungen verloren hat und in der Universitätsklinik Erlangen gestorben ist. Dies veröffentlichte das Polizeipräsidium Oberpfalz auf seiner Website.

    Wir - und die gesamte Kletter-Szene - trauern um ein Idol des Klettersports. Kurt Albert hat das Klettern wie kaum ein anderer geprägt und war Wegbereiter des sogenannten Rotpunkt Begehungsstil beim Klettern (Rotpunktbegehung) *.

    Kurt Albert, wir werden dich nie vergessen! Rest in Peace, Kurt! Wir klettern für dich weiter! Der Rotpunkt lebt wie nie zuvor!

    * Definition Rotpunkt Klettern: Bei der Rotpunktbegehung ist das Ziel die sturzfreie Durchsteigung einer Route oder Seillänge „in einem Zug“ mit eigener Kraft, im Sinne des Freikletterns. Die Zwischensicherungen und das Seil dürfen zu keinem Zeitpunkt der Begehung belastet werden (z.B. zum Ausruhen inmitten einer Route). Als klassische Rotpunktbegehung zählt nur die Bewältigung einer Route im Vorstieg, mit dem Einhängen aller Zwischensicherungen aus der Kletterposition. (Quelle: wikipedia.de)

    Quellen: polizei.bayern.de, kurt-albert.de, frankenjura.com

    Video: Interview mit Kurt Albert (Salewa Rockshow)

    Links: Salewa News Kurt Albert tödlich verunglückt, Porträt Kurt Albert Klettern

    Kurt Albert (Archiv www.kurt-albert.de)
    Hinzugefügt von:Ralf
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    Sektion 1 - Höhenglücksteig - in diesem Teilbereich ist es wahrscheinlich zum Absturz gekommen
    Hinzugefügt von:Ralf
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    Passage 1.Sektion Höhenglücksteig
    Hinzugefügt von:Ralf
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    Hinweisschilder zur Sicherung auf dem Höhenglücksteig
    Hinzugefügt von:Ralf
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    Textpassage aus Wikipedia

    Kurt Albert (* 28. Januar 1954 in Nürnberg; ? 28. September 2010 in Erlangen) war ein deutscher Kletterer, Bergsteiger, Fotograf und Lehrer.

    Mit 14 Jahren kam Kurt Albert über eine katholische Jugendgruppe und eine Sektion des Alpenvereins zum Klettern. Diese Zeit war die Blütezeit des technischen Kletterns, d. h. es wurden Haken und Trittleitern zur Fortbewegung in der Wand benutzt. Alberts erste große Ziele waren die klassischen Wände der Alpen. So gelang ihm bereits im Alter von 17 Jahren der Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses und ein Jahr später die Eiger-Nordwand.

    Nach einem Besuch 1973 in der Sächsischen Schweiz, wo bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts frei geklettert wurde, erkannte Kurt Albert, dass das technische Klettern in eine Sackgasse führt. Daraufhin versuchte er, bis dahin technisch gekletterte Routen im Nördlichen Frankenjura ohne Hakenhilfe zu klettern. Ab 1975 markierte er Touren, die er frei begangen hatte, mit einem roten Punkt. Damit gilt er als Begründer des Rotpunkt- und Rotkreiskletterns. Seine Definition des Rotpunktkletterns ? der sturz- und ruhefreie Vorstieg einer Route nur an natürlichen Griffen und Tritten ? revolutionierte das Klettern und ist bis heute der weltweit anerkannte Stil im Freiklettern.

    Durch systematisches Training konnte er die Kletterschwierigkeiten von ?VI+? (UIAA) im Jahr 1974 in der Route ?Sarg? bis auf ?IX? im Jahr 1982 in der Route ?Magnet? steigern.

    Schon 1981 gelang es ihm mit Wolfgang Güllich das Sportklettern in die Alpen zu übertragen, als er die Route ?Locker vom Hocker? VIII (UIAA) kletterte. Im Jahr 1987 durchstieg er zusammen mit Gerold Sprachmann erstmals Rotpunkt die Direttissima der Große Zinne-Nordwand (VIII+).

    Die Routen von Kurt Albert stellten zum großen Teil auch die schwierigsten Routen Deutschlands dar und gelten heute als Extremklassiker. Zu nennen sind hier die Routen ?Goldenes Dach? (VIII+), ?Entsafter? (VIII+), ?Erazerhead? (VIII+), ?Sautanz? (IX-), ?Humbug? (IX-), ?Luftballondach? (IX) oder ?Magnet? (IX); alle Routen sind mit ihrer UIAA-Schwierigkeit angegeben. Eine weitere Schwierigkeitssteigerung bei Erstbegehungen blieb ihm versagt, da seine Finger die größeren Belastungen in diesem Grad nicht mehr aushielten. Es gelangen ihm aber einige Wiederholungen von Wegen im zehnten Grad.

    Kurt Albert erhielt im Jahr 1985 neben Wolfgang Güllich und Sepp Gschwendtner das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

    Schlüsselwörter: Tod, Absturz, Rotpunkt, Begehungsstil, Klettern, Rotpunktbegehung, Kurt-Albert, Beerdigung, tot, streitberg, muschelgrotte
    Datum: 29.09.2010 09:50
    Urheberhinweis: via-ferrata.de, frankenjura.com, Bild: kurt-albert.de

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Kurt Albert ist tot

- Kommentare zum Thema
  • Autor: Kommentar:
    Martin(Gast)


    Gast
    Rotpunkt
    Auch wenn Kurt Albert seinen Verletzungen erlegen ist und gestorben ist... In jedem Rotpunkt und in all seinen Routen rund um den Globus lebt er weiter! Danke für die Inspration, Kurt mach´s gut!
    01.10.2010 11:46   Sie müssen eingelogged sein, um diesen Service nutzen zu können.
    Olli(Gast)


    Gast
    R.I.P. Kurt!
    Mein lieber Kurt, du bist viel zu früh von uns gegangen. Mögest du in frieden ruhen und dich mit deinem Kumpanen Wolfgang vereinen.
    R.I.P.
    01.10.2010 09:44   Sie müssen eingelogged sein, um diesen Service nutzen zu können.
    Ralf


    Administrator

    Registriert seit: 13.03.2002
    Kommentare: 82
    wahrscheinlich nicht gesichert gewesen
    gemäß einer Meldung von nordbayern.de war Kurt Albert nicht ins Drahtseil eingehängt, wodurch er dann auch abstürzen konnte:

    Zu Gerüchten, Albert sei ohne ein sogenanntes Klettersteigset, bei dem der Alpinist mindestens durch einen von insgesamt zwei Karabinern gesichert ist, unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz: „Er hat auf jeden Fall das Equipment dabeigehabt.“ Aber: „Eingehängt war er sicherlich nicht.“ Sonst hätte das Set, das die Kletterer mit dem im Felsen verankerten Stahlseil verbindet, Albert vor dem Absturz bewahrt. (nordbayern.de)
    29.09.2010 17:23 Offline Ralf ralf.stute at gmail.com 91833431 Sie müssen eingelogged sein, um diesen Service nutzen zu können.

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