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Nachdem es gestern vor allem im Internet unterschiedliche Meldungen über den Zustand von Kurt Albert nach seinem Absturz am Höhenglücksteig gab, ist es nun traurige Gewissheit: Kurt Albert ist tot. Das Unglück passierte in der 1. Sektion des Höhenglücksteig vermutlich im Bereich "Im Winkl" (in einem Bericht heißt es 100m hinter der Passage "Scharfes Eck"). In diesem Bereich ist der Höhenglücksteig durchgehend mit Drahtseilen gesichert - die Unfallursache wie es daher zu dem fatalen Absturz der kletter Ikone kommen konnte, muss noch geklärt werden. Aktuell herrscht weiterhin Rätselraten um Absturzursache. Nachdem diverse Fachportale im Internet - u.a. frankenjura.com, klettern.de, bergleben.de - gestern vormittag bereits den Tod von Kurt Albert verkündet hatten, wurde dies am Dienstag von Norbert Sandner, einem engen Freund von Kurt Albert, dementiert und es erfolgte im Internet ein Widerruf der bisherigen Todesmeldung. Auch namhafte Medien wie der Spiegel hatten fälschlicherweise bereits vom Tod berichtet. Um 20.45 Uhr am 28.09.2010 dann die traurige Gewissheit, dass Kurt Albert den Kampf gegen die schweren Verletzungen verloren hat und in der Universitätsklinik Erlangen gestorben ist. Dies veröffentlichte das Polizeipräsidium Oberpfalz auf seiner Website. Wir - und die gesamte Kletter-Szene - trauern um ein Idol des Klettersports. Kurt Albert hat das Klettern wie kaum ein anderer geprägt und war Wegbereiter des sogenannten Rotpunkt Begehungsstil beim Klettern (Rotpunktbegehung) *. Kurt Albert, wir werden dich nie vergessen! Rest in Peace, Kurt! Wir klettern für dich weiter! Der Rotpunkt lebt wie nie zuvor! * Definition Rotpunkt Klettern: Bei der Rotpunktbegehung ist das Ziel die sturzfreie Durchsteigung einer Route oder Seillänge „in einem Zug“ mit eigener Kraft, im Sinne des Freikletterns. Die Zwischensicherungen und das Seil dürfen zu keinem Zeitpunkt der Begehung belastet werden (z.B. zum Ausruhen inmitten einer Route). Als klassische Rotpunktbegehung zählt nur die Bewältigung einer Route im Vorstieg, mit dem Einhängen aller Zwischensicherungen aus der Kletterposition. (Quelle: wikipedia.de) Quellen: polizei.bayern.de, kurt-albert.de, frankenjura.com Video: Interview mit Kurt Albert (Salewa Rockshow) Links: Salewa News Kurt Albert tödlich verunglückt, Porträt Kurt Albert Klettern |
Textpassage aus Wikipedia![]() |
Kurt Albert (* 28. Januar 1954 in Nürnberg; ? 28. September 2010 in Erlangen) war ein deutscher Kletterer, Bergsteiger, Fotograf und Lehrer. Mit 14 Jahren kam Kurt Albert über eine katholische Jugendgruppe und eine Sektion des Alpenvereins zum Klettern. Diese Zeit war die Blütezeit des technischen Kletterns, d. h. es wurden Haken und Trittleitern zur Fortbewegung in der Wand benutzt. Alberts erste große Ziele waren die klassischen Wände der Alpen. So gelang ihm bereits im Alter von 17 Jahren der Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses und ein Jahr später die Eiger-Nordwand. Nach einem Besuch 1973 in der Sächsischen Schweiz, wo bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts frei geklettert wurde, erkannte Kurt Albert, dass das technische Klettern in eine Sackgasse führt. Daraufhin versuchte er, bis dahin technisch gekletterte Routen im Nördlichen Frankenjura ohne Hakenhilfe zu klettern. Ab 1975 markierte er Touren, die er frei begangen hatte, mit einem roten Punkt. Damit gilt er als Begründer des Rotpunkt- und Rotkreiskletterns. Seine Definition des Rotpunktkletterns ? der sturz- und ruhefreie Vorstieg einer Route nur an natürlichen Griffen und Tritten ? revolutionierte das Klettern und ist bis heute der weltweit anerkannte Stil im Freiklettern. Durch systematisches Training konnte er die Kletterschwierigkeiten von ?VI+? (UIAA) im Jahr 1974 in der Route ?Sarg? bis auf ?IX? im Jahr 1982 in der Route ?Magnet? steigern. Schon 1981 gelang es ihm mit Wolfgang Güllich das Sportklettern in die Alpen zu übertragen, als er die Route ?Locker vom Hocker? VIII (UIAA) kletterte. Im Jahr 1987 durchstieg er zusammen mit Gerold Sprachmann erstmals Rotpunkt die Direttissima der Große Zinne-Nordwand (VIII+). Die Routen von Kurt Albert stellten zum großen Teil auch die schwierigsten Routen Deutschlands dar und gelten heute als Extremklassiker. Zu nennen sind hier die Routen ?Goldenes Dach? (VIII+), ?Entsafter? (VIII+), ?Erazerhead? (VIII+), ?Sautanz? (IX-), ?Humbug? (IX-), ?Luftballondach? (IX) oder ?Magnet? (IX); alle Routen sind mit ihrer UIAA-Schwierigkeit angegeben. Eine weitere Schwierigkeitssteigerung bei Erstbegehungen blieb ihm versagt, da seine Finger die größeren Belastungen in diesem Grad nicht mehr aushielten. Es gelangen ihm aber einige Wiederholungen von Wegen im zehnten Grad. Kurt Albert erhielt im Jahr 1985 neben Wolfgang Güllich und Sepp Gschwendtner das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. |
| Schlüsselwörter: | Tod, Absturz, Rotpunkt, Begehungsstil, Klettern, Rotpunktbegehung, Kurt-Albert, Beerdigung, tot, streitberg, muschelgrotte |
| Datum: | 29.09.2010 09:50 |
| Urheberhinweis: | via-ferrata.de, frankenjura.com, Bild: kurt-albert.de |
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