Textpassage aus Wikipedia
 |
Kronplatz: Südseite Der Kronplatz (lad.: Plan de Corones) ist ein 2275 Meter hoher Berg in Südtirol am Rande der Dolomiten. Er ist Hausberg von Bruneck (aber größtenteils zur Gemeinde Enneberg gehörig) und ein bekanntes Skigebiet. Der höchste Punkt ist das Spitzhörnle, bekannt auch durch seine Beschreibung durch Ludwig Steub[1]. Der Name stammt aus der Fanes-Sage: Am Kronplatz soll Dolasilla, die unverwundbare Prinzessin des Reiches der Fanes, gekrönt worden sein. Im Sommer, wenn kein Skibetrieb stattfindet, dienen die kargen Wiesen als Viehweiden. Die wenigen noch unberührten Teile des Berges weisen die für das Pustertal typische Bewaldung auf. Schon lange gab es den Wunsch, den Kronplatz den Bruneckern näher zu bringen. Erstmals konkret wurde bereits vor dem 1. Weltkrieg die Planung einer Seilbahn betrieben. Dieses Projekt konnte jedoch wegen des Krieges und der nachfolgenden schlechten Zeiten nicht verwirklicht werden. Am 19. Jänner 1938 war es abermals soweit. Bei der Sitzung des Verwaltungsrates der ?Funivia Dolomiti Monte Corona AG? wurde über deren Gründung und Eintragung bei Gericht berichtet. Das in Auftrag gegebene Projekt für den Bau einer Seilbahn scheiterte aufgrund Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Finanzierungskredites in Höhe von einer Million Lire. 1939 wurde bei einer Vollversammlung der Aktiengesellschaft, bei der es vor allem um die Auflösung der Gesellschaft ging, beschlossen, sie für mindestens ein Jahr weiterzuführen. Im November des gleichen Jahres wurde dann jedoch endgültig das Handtuch geworfen, und die Seilbahngesellschaft löste sich auf. Als dann in den 1950er Jahren Willy Kofler, damaliger Präsident des Brunecker Fremdenverkehrsamtes, die treibende Kraft für die Erschließung des Kronplatzes durch eine Seilbahn war, scheiterte es wiederum an der fehlenden Unterstützung jener Kreise, die über das notwendige Kapital verfügt hätten. Erfolg war erst dem Bestreben Ernst Lüfters und einer Gruppe von Brunecker Bürgern beschieden, die Ende der 50er Jahre den Seilbahnbau erneut aufgriffen und lancierten. 1960 wurde die ?Kronplatz Seilbahn Genossenschaft m. b. H.? gegründet. Das Genossenschaftskapital betrug 550.000 Lire. Bereits 1961 erfolgte die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft, mit der Benennung ?Kronplatz Seilbahn AG Bruneck?. Das Gesellschaftskapital betrug 1 Million Lire. Als am 27 September 1961 an die Baufirma ?Gebrüder Reichegger? aus Sand in Taufers eine erste Anzahlung für den Bau einer Materialseilbahn erging, gab es mit dem eigentlichen Seilbahnprojekt noch Probleme, da es 283 Millionen Lire gekostet hätte. Zudem erhielt das Vorhaben vom römischen Transportministerium aufgrund zu geringer Förderleistung kein grünes Licht. Man musste sich anderweitig umsehen. In Folge wurden mehrere Betriebe eingeladen, Offerte einzureichen. Schließlich erhielt die Firma Ceretti & Tanfani 1962 den Zuschlag, die für den Bau der Seilbahn 137 Millionen Lire verlangte. Am Beginn gab es große Schwierigkeiten, da vorerst lediglich 38 Prozent des gezeichneten Aktienkapitals (100 Millionen Lire) eingezahlt worden waren. Jedoch sicherte ?Mediocredit? von Trient ein Darlehen von 180 Millionen Lire zu. Zudem stellte die Sparkasse Bruneck einen Übergangskredit von 40 Millionen bereit. Im Frühsommer 1963 begann man mit dem Bau des ersten Skiliftes ?Belvedere?. Trotz verschiedener Schwierigkeiten konnte die Seilbahn und der Belvedere Skilift in der Weihnachtszeit 1963 in Betrieb genommen werden. Somit war der wichtigste erste Schritt abgeschlossen und die Erschließung des Brunecker Hausbergs für den Wintersport konkret eingeleitet. Es bedurfte aber einer steten Investitionspolitik und viel Durchhaltevermögen in wirtschaftlich kritischen Zeiten, bis der Kronplatz zu dem wurde, was er heute ist. Im ersten Skiwinter waren die Einnahmen enttäuschend. Den Verpflichtungen konnte man nur durch die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 125 Millionen Lire nachkommen. Als 1964 der finanzielle Zusammenbruch der AG förmlich in der Luft lag, wandte man sich nach Nordtirol und erhielt ein Darlehen von 5.000.000 ÖS. Das kompromisslose Einstehen für eine Idee hatte bei den Spitzenpolitikern in Nordtirol einen derart guten Eindruck hinterlassen, dass weitere Hilfe folgte. |
´