Gerlinde Kaltenbrunner wieder am K2

  • Nachdem im vergangenen Jahr die Besteigung des K2 von Gerlinde Kaltenbrunner leider tragisch gescheitert ist - Ihr Partner Frederik Ericsson stürzte tödlich ab - unternimmt Gerlinde nun einen weiteren Versucht den K2 zu bezwingen.

    Gerlinde Kaltenbrunner wieder am K2    
    Der K2 (8611m) ist der letzte 8000er, der in der "Gipfelsammlung" von Gerlinde Kaltenbrunner fehlt. Nun ist Gerlinde wieder mit Ihrem Mann Ralf Dujmovits vor Ort und bereitet sich auf eine Besteigung vor. Der K2 gilt als der am schwierigsten zu besteigende 8000 er. Gerlinde berichtet von Ihrer bisherigen Anreise und dem momentanen Stand der Dinge vor Ort:

    "Seit unserer Landung in Bishkek hat sich viel ereignet.
    Darek trafen wir bereits bei unserem Zwischenstopp in Moskau, Maxut und Vassiliy dann in Bishkek beim Frühstück im Hotel, wo wir uns ein wenig frisch machen konnten. Nachdem die beiden ihr chinesisches Visum hatten konnten wir in Richtung chinesischer Grenze, zunächst nach Tash Rabat losfahren. Ein paar wenige Jurten einsam auf ca. 3000 Meter gelegen waren unsere Schlafstätten. Juri und seine Frau sind den Sommer über dort oben, um vorbeikommende Leute zu bewirten. Ein sehr nettes kirgisisches Ehepaar. Am nächsten Morgen probierten wir noch fermentierte Stutenmilch von der benachbarten kleinen Pferdefarm. Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Geschmack, soll aber angeblich sehr gesund sein!!

    Nach mehreren länger dauernden Grenzkontrollen erreichten wir Kashgar in der chinesischen Provinz Xinjiang. Für mich war diese Stadt nicht wieder zu erkennen. 1995 nach unserer Muztagh Ata Expedition kam mir die Stadt mit 200.000 Einwohnern noch überschaubar vor. Mittlerweile ist Kashgar eine 4 Mill. Einwohner Stadt!!
    Hier stießen Chip (Sandford Brown; er begleitet uns als Journalist für National Geographic bis ins Basislager) und Tommy dazu.
    Mit Keyoum, dem Inhaber unserer Agentur vor Ort hatten wir noch einiges zu besprechen und zu organisieren. Abends führte er uns in ein traditionelles uigurisches Restaurant. Wie die Uiguren starteten auch wir unser Essen mit einer Schale Joghurt und tranken dazu Safrantee.
    Bevor wir nach Yecheng in Richtung K2 aufbrachen besuchten wir noch den Sonntagsmarkt. Ein riesiger Markt an dem alles denkbare verkauft wird. Eine Backstube nach der anderen, wo superfrisches Fladenbrot angeboten wird, über Früchte, Gemüse und unzählige andere Lebensmittel.

    Ab Kashgar fuhren wir mit Jeeps weiter, worüber wir uns anfangs wunderten, weil die Strassen bis Yecheng in gutem Zustand sind.
    Gleich nach Yecheng aber wussten wir warum. Sandige Pisten, anfangs entlang der Taklamakan Wüste, führten uns über einen 3500 Meter hohen Pass zu einem ersten Kontrollposten. Von dort verlief eine steile holprige Schotterstrasse über einen 5000 Meter hohen Pass. Diese Route ist immer nur für 3 Tage im Monat offen, die übrige Zeit arbeiten unzählige Menschen unter sehr staubigen und harten Arbeitsbedingungen an einer Verbreiterung und Asphaltierung der Strasse. In Mazar mussten wir unverhofft übernachten, da wir durch insgesamt 3 Reifenpannen an unseren Fahrzeugen stark aufgehalten wurden. Zudem hatte der Lastwagen, der die ganze Ausrüstung und Verpflegung transportierte, größere Probleme mit dem Getriebe.
    So verbrachten wir den ganzen Tag in Mazar auf 3700m gelegen, was unserer Akklimatisierung ganz gut tat. Mit einem geliehenen Lastwagen setzten wir abends unseren Weg nach Illik fort. Bei dieser letzten, sehr langwierigen Millitärgrenzkontrolle wurde das gesamte Gepäck noch mal eingehend inspiziert.

    Im 250 Einwohner zählenden Dorf Illik fuhren wir direkt zu einer kirgisischen Familie, wo der 5fache Familienvater Bürgermeisters und gleichzeitig Chef der Kameltreiber ist. Diese Familie nahm uns sehr gastfreundlich auf und bot uns sogar ihren Aufenthaltsraum zur Übernachtung an. Insgesamt sind die Menschen eher zurückhaltend, man spürt, dass hier nur wenige Touristen vorbei kommen.

    Illik ist ein Nomadendorf. Nur im Winter wohnen die Leute in ihren einfachen Lehmhäusern. Jede Familie besitzt einige Kamele, die sich am nächsten Morgen vor dem Haus des Bürgermeisters, sein Name ist Danier, versammelten.
    Das Einteilen der Lasten und Beladen der Kamele war eine längere für uns sehr spannende Prozedur. Mit 35 Kamelen und 8 Kameltreibern, die jeweils auf einem Esel voraus ritten, wanderten wir zu unserem ersten Lagerplatz auf 3450 Meter.
    Die Kamele schreiten stundelang sehr gleichmäßig und ruhig voran ohne auch nur einmal stehen zu bleiben. Die nächste Etappe ging bis unterhalb des 4800 m hohen Aghil Pass, wo wir bei Daniers Alm auf 4450m unsere Zelte aufschlugen. Daniers Frau war schon mit der gesamten Schafherde eine Woche vor uns dort oben und bat uns gleich eine Schale frischen Airan (Joghurt) an. Sie wird etwa 2 Monate auf der Alm verbringen, eine sehr nette Frau.
    Während der Nacht hatte es ein wenig geschneit, was für die Überquerung des Aghil Passes aber kein Problem war. Nach Stunden sehr sonnigem Abstiegs erreichten wir endlich das Shaksgam Tal, von dem Ralf und ich schon so lange geträumt hatten. Ein großartiger Tiefblick in das breite Flußbett, das zur Rechten von den Shaksgam Dolomiten gesäumt wird und zur Linken von sehr steilen Erosionswänden. Der Fluss mäandert sehr stark hin und her und einige Male brauchten wir die Hilfe der Kamele um diesen überhaupt überqueren zu können. Ralf, Darek und ich saßen zum ersten Mal auf einem Kamel. Man muss vollkommen dem Rhythmus der Tiere folgen. So funktioniert das Reiten auf den hohen Tiere ganz gut; obwohl wir zwischen den Flussdurchquerungen schon froh waren immer wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
    Diese 5 Tage Anmarsch in wunderschöner, sehr einsamer Natur waren für uns alle sehr kraftvoll. Wir sind die einzige Expedition die hier unterwegs ist, und auch das genießen und schätzen wir sehr.

    Erst am Tag unserer Ankunft im Basislager bekamen wir einen kurzen Blick auf die oberen 1000 Höhenmeter des K2, der sehr, sehr eindrucksvoll war. Hier vom Basislager aus können wir unseren Berg nicht sehen. Unwillkürlich stellte sich für uns die Frage, was uns diesmal erwarten wird. Von dieser Seite zeigt sich der Berg so anders, einfach neu.

    Unser Basislager kommt mir gar nicht wirklich vor wie ein Basislager. Auf einer grünen Wiese mit Eselmist gepfeffert, schlagen wir unsere Zelte auf. Direkt nebenan läuft glasklares Wasser vorbei und unser Blick reicht bis weit in das Shaksgam Tal hinaus.
    Hier werden wir uns nur kurz aufhalten. Gestern (Montag) stiegen Maxut, Vassiliy und ich mit den Kameltreibern und ihren Esel bis zum sogenannten “Italy Basecamp” auf um dort ein Zwischendepot einzurichten. Der Weg bis ins vorgeschobene Basislager ist weit entfernt und für die Esel wahrscheinlich nicht machbar. (Vom B.C. bis ins ABC ca. 20 Kilometer). Wir freuen uns über die Unterstützung der Kameltreiber. Heute morgen stiegen Ralf und Darek zum Italy B.C. (4650m) auf und werden ebenfalls abends wieder zurückkommen.

    Morgen möchten wir dann oben übernachten um die Ausrüstung weiter ins ABC zu transportieren, was ein weiterer Anstieg von ca. 5 Stunden sein wird.
    Wenn wir im ABC angekommen und eingerichtet sind, werden wir uns wieder bei euch melden.

    Für heute einen sehr herzlichen Gruß!
    Gerlinde mit Ralf"

    Quelle: gerlinde-kaltenbrunner.at



    Textpassage aus Wikipedia

    Der K2 von Süden

    Die Nordseite des K2, von China aus gesehen

    Virtueller Flug um den K2, DLRbdep2

    pd3pd5

    Der 8611 Meter hohe K2 oder Lambha Pahar (in China offiziell: Qogir, auf Chinesisch: ????, in Pinyin: Qiáog?l? F?ng; auch Chogori, Mount Godwin-Austen oder Dapsang), auf der Grenze zwischen Pakistan und China gelegen, ist der höchste Berg im Karakorum. Er gehört zum Gebirgsmassiv Baltoro Muztagh. Er ist der zweithöchste Berg der Erde und gilt unter Bergsteigern als weit anspruchsvoller als der Mount Everest, wenn nicht sogar als der schwierigste aller vierzehn Achttausender. Mit ihm als zweithöchstem Berg der Welt ist der Karakorum nach dem Himalaya mit dem Mt. Everest auch das zweithöchste Gebirge der Erde. Außerdem erreichen unmittelbar südlich des K2 drei Berge der Gasherbrum-Gruppe ebenfalls eine Höhe von über 8000 m, sodass es nirgendwo so viele Achttausender auf so geringer Fläche wie im Zentralen Karakorum gibt. Als zweithöchster Berg Asiens zählt der K2 zu den Seven Second Summits.

    Seinen Namen erhielt der Berg von dem britischen Vermessungsingenieur Thomas George Montgomerie, der 1856 die Gipfel im Karakorum aus größerer Entfernung kartierte und dabei der Reihe nach durchnummerierte (das K steht dabei für Karakorum). Dabei wurden die markanten Gipfel von Westen aus durchnummeriert. Der Masherbrum war der von Westen aus gesehen erste hohe markante Gipfel (?K1?), der K2 dann entsprechend der nächste usw. Die Nummern haben keinen Bezug auf die absoluten Höhen.

    K2 (Urdu ??? ??? ? Ke Tu) ist der offizielle pakistanische Name des Berges. Lambha Pahar ist ein Name in der pakistanischen Amtssprache Urdu und bedeutet ?hoher/großer Berg?. Wie der offizielle chinesische Name Qogir leitet er sich ab von Chogori, dem Namen des Berges in der Sprache der Balti, dem Volk, das die bewohnbaren Täler westlich des K2 besiedelt. Dieser Name stammt jedoch von westlichen Forschern, die ihn zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfanden, indem sie ihn aus den Wörtern chhogo (groß) und ri (Berg) zusammensetzten. Unter der einheimischen Bevölkerung fand er keine Akzeptanz. Der amerikanische Linguist und Bergsteiger H. Adams Carter empfahl 1983 im American Alpine Journal, von der Verwendung dieses Namens abzusehen.[1] Abgeleitet vom englisch ausgesprochenen K2 nennen die Balti den Berg Ketu oder Kechu. Carter beobachtete, dass die Einheimischen das Wort Ketu inzwischen auch als Lehnwort zur Bezeichnung anderer sehr hoher Berge gebrauchen. Gelegentlich wird der Berg auch als Mount Godwin-Austen bezeichnet, benannt nach Henry Haversham Godwin-Austen, dem Leiter einer Expedition im Jahre 1856. Laut Carter wurde mit dem Namen Godwin Austen aber lediglich der Gletscher auf der Südostseite des Berges bezeichnet; fälschlicherweise wurde dieser Name dann in einigen Karten auch zur Bezeichnung des Berges verwendet.[2] Die Bezeichnung Dapsang findet sich als Name ebenfalls, dies ist aber auf einen Fehler zurückzuführen. Dapsang ist ein Plateau in etwa 150 km Entfernung.

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    Datum: 30.06.2011 16:36
    Urheberhinweis: gerlinde-kaltenbrunner.at

Gerlinde Kaltenbrunner wieder am K2

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