Unfälle am Berg

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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Erik » 28 August 2017 8:58

im Normalfall kannst wenn einer rutscht ihn zu zweit halten. Gerade bei Spaltenstürzen hast mit einer Seilschaft mehr vor als Nachteile. Zumal ein Spaltensturz nicht so abrupt kommt, als wie wenn einer plötzlich an dir vorbei schlittert.
Genauso macht eine Seilschaft an einem Grat auch Sinn. Musst halt nur schnell genug reagieren und auf die andere Seite springen können ^^

Das gehen am kurzen Seil ist nunmal immer noch Hauptbestandteil der Bergführer und unerlässlich. Dass es eben auch beschissen ausgehen kann wenn das sofortige richtige handeln nicht trainiert und automatisiert ist, sieht man in diesen Fällen.
Lg Erik
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Fattel » 28 August 2017 9:35

Wieder gesund aus dem Urlaub zurück kann ich folgendes zum Thema beisteuern:

Bin mit Bergführer am Donnerstag durchs Höllental auf die Zugspitze - also über den Gletscher. Wir waren insgesamt fünf Hansels. Bergführer hat uns alle schön angeseilt, dann einige "Probeschritte" mit den Steigeisen machen lassen (hat vorher penibel den Sitz kontrolliert) und uns eingebläut (!!!), dass das Seil zwischen uns immer möglichst straff sein muss. Schlappseil sei absolut tabu. Nur so könnten wir - wenn einer der Hintermänner ins Rutschen kommt - die Seilschaft einigermaßen sicher halten weil die Energie auf dem kurzen Weg nicht reicht um die anderen mitzureißen. Hat alles bestens geklappt und richtig Spaß gemacht.

Ganz sicher stimmt was Eric geschrieben hat:

"Dass es eben auch beschissen ausgehen kann wenn das sofortige richtige handeln nicht trainiert und automatisiert ist, ".

Die Männer mögen so etwas früher schon einmal gemacht haben. Aber selbst wenn das (theoretische) Wissen und sogar eine gewisse Erfahrung vorhanden sind, mit 70 reagiert man nun mal nicht mehr wie mit dreißig. Ich stehe kurz vor den 60 und merke immer wieder was alles nicht mehr geht :cry:

Deshalb bestärkt mich dieser schwere Unfall wieder einmal mehr in meiner Überzeugung, dass man als "Flachlandtiroler" der im Jahr zwei oder drei Mal in alpinem Gelände unterwegs ist, bei bestimmten Vorhaben (also abseits durchgängiger Klettersteige) nicht an der falschen Stelle geizen sollte und jemand bezahlt der davon Ahnung hat. Wie sagte Messner einmal im Interview: Das Können ist des Dürfens Maß. Und da muss ich mir (man sich) auch mal ehrlich eingestehen, dass dies oder jenes außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegt, besonders dann wenn es nicht planmäßig läuft.

Trotz alledem - mein aufrichtiges Beileid den Hinterbliebenen.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Stroty » 28 August 2017 10:14

klingt natürlich plausibel. die meldungen, wann sich ein seilschaftsverband mal wirklich bezahlt gemacht hat, kommen ja wahrscheinlich nicht. ich werde in 4 wochen auch in einer seilschaft gehen, hoffentlich brauchen wir uns gegenseitig nicht
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon carbonicim » 28 August 2017 14:33

Alles, alles sehr schrecklich, traurig und unfassbar!!! Ich würde mich jedoch nie in eine 6-er Seilschaft einbinden lassen!!
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Erik » 28 August 2017 14:37

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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon thomas224 » 28 August 2017 21:23

zu den tragischen Unfall vielleicht auch noch ein interessanter älterer Artikel (mag sein das er eh schon mal gepostet wurde) der das Gehen in Seilschaft und insbesondere das von Bergführern praktizierte gehen am kurzem Seil kritisch hinterleuchtet:

"Verbunden bis in Tod"

http://www.nortind.no/images/stories/No ... i-dden.pdf
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon ziller » 28 August 2017 23:04

thomas224 hat geschrieben:"Verbunden bis in Tod"

http://www.nortind.no/images/stories/No ... i-dden.pdf


Danke.
Den Artikel hab ich mir vor einiger Zeit auch mal wieder durchgelesen. Bissl ernüchternd teilweise...
Irgendwann und irgendwo triffst auf jeden Fall mal den Sensenmann.
Und in dem Moment denkst ganz gewiss nedd "Oh, ich hätte viel öfter ins Büro gehn sollen!"
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon wolf » 29 August 2017 7:34

Viele Grüße,
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Julian » 5 September 2017 10:53

Bei Verwesungsgeruch: Nicht immer ist es ein Tier... :(
Mein Beileid den Angehörigen.

https://www.gmx.net/magazine/panorama/absturz-bayerischen-alpen-getoeteter-bergsteiger-wochen-gefunden-32513268
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Erik » 5 September 2017 12:42

Fund durch Geruch oder beim ausapern, manche Dinge lösen sich von selbst.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Fattel » 5 September 2017 19:05

Man muss nicht in die Berge fahren um abzustürzen:

http://www.stimme.de/deutschland-welt/p ... 95,3907105

https://www.svz.de/regionales/mecklenbu ... 61886.html

M.E. fast noch tragischer (für Hinterbliebene) als "richtige" Bergunfälle weil man beim Inselurlaub am Meer ja gerade nicht mit so etwas rechnet.
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon wolf » 6 September 2017 6:17

Stroty hat geschrieben:ich werde in 4 wochen auch in einer seilschaft gehen, hoffentlich brauchen wir uns gegenseitig nicht


ach...jetzt wird ein schuh draus.....du gehst aufn tobleroneberg? 8)
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Stroty » 6 September 2017 8:44

ne @wolf, das ist mir eine nummer zu heftig. da habe ich keine erfahrung für - weder klettern noch sonst alles. ich muss erst einmal erfahrungen mit steigeisen sammeln. dafür reichen andere gipfel
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon Julian » 6 September 2017 8:47

Fattel hat geschrieben: [...]
M.E. fast noch tragischer (für Hinterbliebene) als "richtige" Bergunfälle weil man beim Inselurlaub am Meer ja gerade nicht mit so etwas rechnet.


60 Meter sind 60 Meter sind 60 Meter...auch außerhalb der Berge...

Das Folgende ist meine Meinung, kein Angriff auf Dich:

Trauer kann man meiner Meinung nach nicht vergleichen. Es ist immer tragisch für die Hinterbliebenen, da gibt es kein "der Tod meines Angehörigen ist aber tragischer gewesen als der des Deinen". Auch der Spruch "aber die Oma war ja auch schon alt" ist irgendwo zweifelhaft; nur, weil jemand alt war, soll man nicht traurig sein, wenn er geht? Sicher hat derjenige dann hoffentlich ein erfülltes Leben gehabt, und das kann als Trost vielleicht helfen...aber traurig ist man doch trotzdem?!
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Re: Unfälle am Berg

Beitragvon wolf » 6 September 2017 11:01

Fattel hat geschrieben:
M.E. fast noch tragischer (für Hinterbliebene) als "richtige" Bergunfälle weil man beim Inselurlaub am Meer ja gerade nicht mit so etwas rechnet.


wenn man Warnschilder ignoriert und sich dadurch unnötigerweise in Gefahr begibt sollte man durchaus damit rechnen abzustürzen. :nixwissen:
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