Ausrüstung braucht man. Jede Menge. Steigeisen, Pickel, Stöcke, Stirnlampe und Klettergurt waren im Einsatz. fast 3 Liter Zitroneneistee hab ich beim Aufstieg durchgegurgelt. Dazu 3 dicke Müsliriegel
Biwaksack, Seil, ein paar Bandschlingen, Opferreepschnur, zwei Tiblocs und eine Eisschraube war für den Notfall auch dabei. Natürlich auch das 1. Hilfe Set sowie jede Menge warme Klamotten bis hin zur dicken Dreiloch-Sturmhaube und Regenjacke.
Wenn wir das mal vorher gelesen hätten ...
Sie haben geschrieben 'ABZURATEN' nicht 'UNMÖGLICH'.
Also muss es möglich sein
(Das Bild ist um 05:20 Uhr am Eingang zur Höllentalklamm entstanden. Um die Uhrzeit ist die noch kostenlos.)
Um kurz nach 6 Uhr waren wir bei der Höllentalangerhütte.
Der Wirt hatte seinen Gästen wohl von der Zugspitz-Tour dringend abgeraten und so ist an diesem Tag außer uns, und einem Alleingänger den wir überholt hatten, niemand auf die Zugspitze hoch !
Kurz vor der berühmten Leiter (mittlerweile war es kurz vor 7 Uhr) haben wir den Alleingänger überholt.
Auf meinen Kommentar "hey, du bist derjenige der hier für uns zum spuren eingeteilt worden ist ?" hat er nur müde gelächelt und gemeint dass er den schwereren Rucksack hat, und deshalb wir spuren dürfen... mist
(Zur Beruhigung: Wir haben ihn später unten im Tal wieder getroffen. Er muss ca. eine Stunde nach uns wohlbehalten am Gipfel angekommen sein !)
Nach der Leiter, der Blick zurück. Die Hütte ist nun fast eine Stunde, 270 Höhenmeter und 1,3 Kilometer entfernt, trotzdem sieht sie noch so nah aus !
Kurz vor dem (ebenso berühmten !) Brett lässt der Blick nach vorne erahnen was vor uns liegt.
Der Gipfel der am morgen noch klar zu sehen war, lag mittlerweile in trüben Wolken !
Wie angekündigt, das Brett. Schön einfach und luftig.
Weiter zum Gletscher, der erste Schnee liegt schon im Weg !
Der Blick zurück (für ca. 20 Minuten gab es doch tatsächlich mal Sonne, bevor sie uns für immer verlies) ist schon wirklich fesselnd !
Das wären die Spalten gewesen, aber wie man an unserer (zum Glück schon vorhanden gewesenen !) Spur sieht, gehen wir weit außenrum.
Trotzdem bricht immer mal wieder ein vermeidlich fester Tritt im Schnee durch, und man darf die volle Schneehöhe genießen.
Noch ein paar Spältchen, diesmal näher ...
Der Einstieg zum Klettersteig, das Ende des Gletschers und somit die Randkluft.
Da wir genügend Schnee hatten (*g*) war zumindest die Randkluft kein Problem.
Unsere gute Spur (die ein paar Tage vorher von einem Bundeswehrtrupp gelegt worden ist) endet kurz nach Beginn es Klettersteigs.
Zum Glück muss am Tag vorher (wo ja laut Bericht der Höllentalangerhütte von Bild 1 alle umgedreht sein sollen) ein einziger den Weg gegangen sein - in seinen Fußstapfen konnten wir also weitergehen !
Der Einstieg des Klettersteigs ist übrigens schon recht kräftig. Man muss sich nur an einem Kletterseil dass da baumelt hochziehen.
Wers aber kann kann natürlich mit Bandschlingenknoten (oder Tiblocs) direkt am Seil aufsteigen. Somit also nur noch eine Technikfrage...
Tatsächlich mal ein Bild von mir. Hier mit Steigeisen und Stöcken.
Im Klettersteig konnte man die Steigeisen zum Glück ausziehen, dafür war der Eispickel die Rettung !
Blick zurück über den Gletscher. Unser Alleingänger ist ein Stückchen rechts des Bildes (aber nicht mehr drauf zu sehen !).
Und los geht der Schneespaß !
Kurz noch mal umgedreht...
Und weitergestiefelt. Wie die alten Männer auf die Eispickel gestützt
Im weiteren Verlauf: Viel Schnee, viel Nebel
Hier hätte es irgendwo einen Geocache gegeben. Wir haben ihn nur nicht gefunden ... warum wohl
Langsam wurde nicht nur der Schnee harschig (eisig) sondern auch die Wände waren mit erstem Eis überzogen.
Endlich kann man mal den Pickel einschlagen !
Das obligatorische Gipfelfoto am Gipfelkreuz. Wegen viel Eis auf der Terasse, Temperaturen um 0 Grad und bis zu 40 km/h Wind war das Gipfelkreuz für Japaner und Touristen heute gesperrt. Die haben uns (mit ihren Gore-Tex Spezialjacken) sowieso sehr komisch angesehen, wie wir da mit T-Shirt und Pulli rumlaufen können ... tja, irgendwie war uns warm
Alpine Gefahren ? Verdammt, warum hat uns das UNTEN keiner gesagt ???
Und gesperrt ists auch noch
Ein Gipfelfoto innerhalb der Zugspitz-Station. Mit echtem Fels und guter Sicht
Track und Zeiten:
Zusammenfassend:
Was eine geile Tour !
Ich denke 2011 wird der Spaß nochmal stattfinden. Und vielleicht ja der Jubiläumsgrat ...
Track und Wegpunkte
PS: Insgesamt haben wir also
06 Stunden
57 Minuten
53 Sekunden
gebraucht. Wir haben aber bis auf die 'Zwangspausen' (Steigeisen anziehen, Stirnlampen einpacken, Klettergurt anziehen, Foto schießen...) keinerlei Pausen gemacht. Ich hab das dann auch mit einigen Beinkrämpfen während des oberen Klettersteigs bezahlt...
Thomas


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