2010 wurde dort ein neuer Klettersteig errichtet...die Ferrata Spellini. Ich plante also für den Frühsommer 2011 diese Tour. Der kürzeste Zustieg von der Molveno Seite aus wäre über das Rifugio Pedrotti. Da ich aber, wenn möglich, gerne Rundtouren mache und nicht wieder auf dem Aufstiegsweg absteige, plante ich den Aufstieg durch das Val Perse und dann über den Sentiero Orsi zum Einstieg.
Zuhause bin ich schon sehr früh gestartet, da ich den Sonnenaufgang an einer bestimmten Stelle im Valle delle Seghe beobachten wollte. Also fuhr ich nach Andalo und von dort in Richtung Pradel bis zum neuen Parkplatz
bei etwa 1200m. Von dort noch in stochdunkler Nacht hinauf nach Pradel und auf dem Steig 340 in Richtung Rifugio Croz dell'Altissimo. Und dann war ich zum Glück auch früh genug an der sehr aussichtsreichen Stelle, wo ich schon 2006 zufällig den Sonnenaufgang bewundern konnte.
Im Bild die Cima Brenta Alta und der Campanile Basso (Guglia di Brenta). Das Foto enstand um 5:37 Uhr.
Dann ging es weiter zum Rifugio Croz dell'Altissimo (hier schliefen noch alle) und durch das einsame Val Perse hinauf. Zuerst noch schweisstreibend durch Latschen, dann unterhalb der gigantischen Felsen der Cima Roma schnell an Höhe gewinnend hinauf.
Hier im Bild die Cima Brenta. Über das schneebedeckte Band verläuft ein Teil des Sentiero delle Bocchette Alte. Rechts die Felsen der Cima Roma.
Wieder die Cima Brenta. Rechts der Einschnitt der Bocca del Tuckett. Ganz pben wieder das Band (Cengia Martini) des Sentiero delle Bocchette Alte. Unten die schneebedeckte Trasse des Sentiero Orsi.
Dann zog schon der berüchtigte Brentanebel auf. Aber um 8 Uhr früh ist das eigentlich gar nicht "normal" für den Brentanebel, denn dieser kommt normalerweise erst gegen Mittag. Ich verfluchteschon den Tag, aber der Nebel verzog sich gleich schnell wie er gekommen war.
Hier am Sentiero Orsi.
Dann suchte ich den Schnee nach Spuren ab, um erkennen zu können wo der Sentiero Orsi entlang führt. Da hatte ich dann starke Bedenken, ob diese Stelle im Bild ohne Steigeisen zu begehen ist. Es war ja noch früh am Morgen und der Schnee sehr hart. Als ich dann näher kam war die Passage in der Rinne zwar etwas heikel, aber durch die guten Tritte doch relativ sicher begehbar.
Am Sentiero Orsi (nur kuze Drahtseilsicherung) wandert man mit wenig Höhenunterschiede zuerst am Spallone dei Massodi vorbei in die Busa dei Armi. Dann absteigend unterhalb der Campanili dei Armi vorbei in die Busa dei Sfulmini. Hier zweigt dann der Zustieg zur Ferrata Spellin ab (ca.2350m). Von der Pedottihütte bis hier etwa 1/2 Stunde. Erst hier begegnete ich den ersten Menschen an diesem Tag
Im Bild links der Campanile Basso (Guglia di Brenta) Rechts kann man die schneebedeckte Bocca dei Armi erkennen, wo die Ferrata Spellini endet und der Sentiero delle Bocchette Centrali beginnt.
Während des Zustieges dominiert zur Linken der Campanile Basso. Lins davon die Cima Brenta Alta.
Nach etwa einer 3/4 Stunde hat man den Einstieg bei 2550m erreicht. Die letzten Meter über ein steiles Geröllfeldtreibt noch den letzten Schweiss aus den Poren.
Zuerst klettert man links hinauf (gesichert) auf einen Vorbau. Dann 5 Minuten Gehgelände zur ersten Leiternserie. 20 Meter gilt es senkrecht nach oben zu steigen.
Hier hat man dann einen guten Überblick über den weiteren Verlauf des Klettersteiges. Links die Bocca dei Armi.
Dann über leichte Felsen zur nächsten, kurzen Leiter.
Über steile Felsen und Bänder klettert man etwas schwieriger hinauf zu einem Felsband (auf Steinschlag acht geben). Hier kurze Querung im Fels nach links zur letzten, sogar leicht überhängenden Leiter (ca. 15m hoch).
Links oben kann man sogar schon das Band des Sentiero delle Bocchette Centrali erkennen.
Knapp oberhalb der 2700m Grenze steigt man von der Leiter auf ein Felsband über. Diesem folgt man unschwierig nach links in die Bocchetta dei Armi.
Hier ein Blick vom Sentiero delle Bocchette Centrali hinunter zur letzten Leiter der Ferrata Spellini.
Von der Bocca dei Armi könnte man zum Rifugio Alimonta absteigen.
Ich hingegen bin über einen der schönsten Brentasteige weiter gegangen...dem Sentiero delle Bocchette Centrali. (ich persönlich finde den Bocchette Alte noch schöner)
Hier das erstesehr ausgesetzte Felsband.
Ich denke über diesen Abschnitt der Tour muss man nicht viel schreiben. Nach dem ersten gesicherten Abschnitt wandert man gemütlich weiter und dann hat man endlich wieder diese faszinierende Felsnadel vor sich stehen.
Das kann man nicht beschreiben...da muss man schon selbst mal davor gestanden haben.
Einige schneegefüllte Rinnen verlangten zwar erhöhte Vorsicht, aber inzwischen war der Schnee weich und das Risiko sehr gering.
Dann ging es hinein in den fotogenen Felswinkel.
Panorama aus 7 Bildern.
Nur mit geringen Höhenunterschieden nähert man sich dem Campanile Basso. Von der Bocchetta del Campanile Alto sieht man im Westen die Cima Tosa stehen.
Von hier steil hinunter in die Bocchetta del Campanile Basso und in die schattige Nordseite der Cima Brenta Alta. Auch hier galt es mit großer Vorsicht die Hartschneepassagen zu queren. Steigeisen wären von Vorteil gewesen.
Kurz vor dem Ende des Klettersteiges kann man sich noch stärken.
Dann über die letzten Leitern hinunter zum Ausstieg. In wenigen Minuten steigt man zur nahen Bocca di Brenta auf. und auch das Rifugio Pedrotti ist bald darauf erreicht.
Von dort Abstieg zum Rifugio della Selvata, weiter zum Rifugio Croz dell'Altissmio, hinaus nach Pradel und hinunter zum Parkplatz.
Eine extrem lange, aber sehr schöne Rundtour. 2070 Höhenmeter im Auf- und Abstieg musste ich bewältigen. Die Heimfahrt schlauchte aber auch noch sehr.


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