So, jetzt aber:
Hier nun mein Bericht über die Erstbegehung des Schwärzenkamm-Klettersteigs bei Obergurgl für die via-ferrata – und dann auch noch solo, rotpunkt und on sight
Ein wunderschöner Urgesteins-Klettersteig mit sehr vielen Tritt- und Griffbügeln und -hilfen; ohne die wär’s auch gleich mdst. ne ganze Stufe schwieriger; und sehr genussvoll zu klettern. Trotz der vielen Trittbügel bei Regen oder Nässe ein absolutes No-go!! (Urgestein mit Flechten). Allein die ganze Szenerie mit den Gurgler Gletschern und den unzähligen Dreitausendern ist klasse. Vom Ausstieg bzw. beim Abstieg hat man einen herrlichen Blick runter auf den Gurgler Ferner.
Abschreckend ist vielleicht der lange Zustieg von Obergurgl; allein 2 bis 2,5 Std. bis zur Langtalereckhütte. Aber den unter die Füße zu nehmen, lohnt sich auf jeden Fall. Deutlich entspannter wäre eine Begehung mit Übernachtung auf der Hütte – sehr urig, sehr gemütlich, und sehr freundliche Wirtsleute!!!
Von der Hütte geht es ca. 20 Minuten Richtung Hochwildehaus, dann zweigt nach links der Zustieg zum Einsteig ab – mit Hinweisschild markiert und nicht zu verfehlen. Der erste Steilaufschwung nach dem Einstieg gibt die Marke vor – ein satter C, und m.E. die schwierigste Einzelstelle im Steig. Danach geht es in sehr ausgewogenem Charakter weiter; kraftige Steilaufschwünge wechseln sich ab mit ruhigeren Erholungsphasen. Der Abstand der Seilanker ist immer optimal, kurz in den steileren Stellen, weiter in den Querungen. Man hat immer guten Stand zum Umhängen und Umklinken. Es gibt zwei Notausstiege zum Weg zum Hochwildehaus; aber der zweite ist fast schon ganz am Ende des KS, danach folgt nicht mehr viel; allerdings sind die 60, 80 Hm um den zweiten Notausstieg herum anhaltend steil und mühsam, aber nie schwerer als B/C bis C. Da das gegen Ende des Steigs ist, wird hier schon Kondition gefordert.
Ich war ca. zwischen 11 und 12:30 im Steig und hatte immer frontal die Sonne gegen mich; so war der weitere Steigverlauf manchmal schwierig zu erkennen. Das mag im Juni, wenn die Sonne höher steht, und zu anderer Tageszeit besser sein (früh am Morgen ist Schatten im Steig, und nachm hat man die Sonne von der Seite). Von der Hütte bis zum Ausstieg hab ich gut anderthalb Std. gebraucht, mit zwei kurzen Trinkpausen, und weil ich ne Jacke brauchte – auf 2800 m weht schonmal ein kühler Wind. Aber ich war auch ganz allein unterwegs und ganz allein im Steig. Bei höherer Frequenz oder in Gruppe wird man schon die eindreiviertel Std. einplanen müssen. Wen es interessiert, wie lang es noch dauert: der Steig ist in 12 Sektionen eingeteilt.
Eine Berichtigung zur Beschreibung im Netz: Der Abstieg vom Ausstieg auf den Hochwildehaus-Steig kommt nicht am Abzweig zum Ramolhaus aus – der befindet sich ca. 5-10 Min. tiefer im Abstieg zurück zur Langtalereckhütte.
Insgesamt ein absolut lohnendes Unternehmen; Wiederholung ist fest eingeplant; und auch fürs Forum/die Comm. ein sinnvolles und schönes Ziel!!!
Fotos gibt’s leider keine – hab mal wieder den Apparat vergessen
Gruß
Uli
Zuletzt bearbeitet von UD am 3 September 2011 13:03, insgesamt ein Mal bearbeitet