für alle die diesen Steig noch nicht begangen haben, aber auch für alle die ihn kennen, möchte ich Euch hier gerne den Hindelanger Klettersteig etwas näher bringen mit ein paar kurzen Worten und ein paar netten Bildern.
Wir Wahnsinnigen hatten uns tatsächlich bei angekündigtem Traumwetter das lange Wochenende für einen Klettersteig ausgesucht. Nun, wir waren nicht alleine, weder auf den Straßen, noch in der Bergbahn oder im Klettersteig. Aber von Anfang an...
Nachdem wir Sonntag Nachmittag eine angenehme Anreise über weitgehend freie Straßen bis Oberstdorf hatten, einen gemütlichen Abend bei gutem Essen und eine ruhige Nacht verbrachten, standen wir am Montag früh um 8:15 Uhr an der Talstation der Nebelhornbahn. Die fuhr wohlgemerkt das erste Mal um 8:30 Uhr. Wir sollten nicht die erste Bahn bekommen. Vor uns warteten nämlich schon einige Leute mit dem gleichen Ziel: Hoch auf den Berg. Wir schafften die zweite Bahn.
Die Bahn fährt in 3 Sektionen hoch zum Gipfel. Dort gesellten wir uns zu all den anderen, die ebenfalls zum Hindelanger Klettersteig wollten und auf der Sonnenterasse ihre Ausrüstung anzogen.
Komplett angezogen machten wir uns auf den Weg zum Einstieg. Der Zustieg dauerte nicht allzu lang, und schon bald standen wir vor dem Schild "Hindelanger Klettersteig"
Die Aussicht war an diesem Tag gigantisch und nach relativ kurzer Zeit durften wir bereits am ersten Gipfelkreuz stehen
Wir hielten uns aber nicht allzu lange auf. Es wurde nämlich zusehends voller und die Klettersteiggeher reihten sich mittlerweile wie an einer Perlenschnur auf. Vor uns und hinter uns.
Aber der Steig lohnte sich, zu jeder Zeit. Kaum Eisen, viel Kletterei und immer schön am Grat entlang ging es mal hoch und mal runter. Und die Strecke die wir dabei zurück legten wurde mit jedem Blick nach hinten beeindruckender.
Sehr abwechslungsreich ist er, der Hindelanger und macht jede Menge Spaß, auch wenn er nicht so sportlich ist wie ein D oder E Klettersteig. Die Mischung aus Gratwanderung, Freikletterei, mal eine Leiter, usw. macht es einfach aus.
Hier ging es beispielsweise oberhalb einer Platte entlang, diesmal ergänzt um ein paar Eisenstifte. Stellenweise war der Fels nämlich ganz schön glatt.
Wir waren nun schon fast am Ende angekommen was die nächsten beiden Bilder eindrucksvoll zeigen.
Und auch wenn dieser Steig recht anstrengend ist, machte er meiner Frau doch richtig Spaß.
Das Pendant zum anfangs gezeigten Einstiegsschild zeigt, dass man den Steig genauso gut auch vom Breitenberg aus in umgekehrter Richtung gehen kann, was aber an diesem Tag durch den starken Gegenverkehr mehr als schwierig gewesen sein dürfte.
Den unterhalb gelegenen Bergsee nutzten einige nach dem Klettersteig als erfrischende Abkühlung.
Auch der Weg zurück ist nicht einfach nur Spazieren gehen sondern erfordert an der ein oder anderen Stelle trotzdem Trittsicherheit und festes Schuhwerk sonst hat man sich schnell die Bänder gedehnt.
Und damit Ihr nicht denkt ich war gar nicht dabei noch ein Bild von mir, natürlich nach dem Steig und mit bereits verpackter Ausrüstung. Aber das ist eben das Los des Fotografen.
Was ich nun nicht mehr fotografiert hatte war eine endlos lange Schlange an der Mittelstation Höfatsblick, an der man nach dem Rückweg ankommt. Außer uns wollten natürlich all die anderen Besucher die an diesem Tag hochgefahren sind auch wieder runter ins Tal. Geduld war angesagt, und so dauerte es ungefähr eine Stunde bis wir uns in der Bahn auf dem Weg nach unten befanden. Dort angekommen, gingen wir ans Auto, zogen uns um und machten uns dann auf einen langen, langen Heimweg. Dauerte die Hinfahrt nur 2 3/4 Stunden wurden es auf dem Heimweg dann 4,5 Stunden. Wie gesagt, wir waren an diesem Wochenende zu keiner Zeit allein.
Trotzdem will ich dieses schöne Erlebnis am Hindelanger Klettersteig nicht missen.


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