Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Fragen zur richtigen Klettersteig-Ausrüstung, Handhabung sowie Knoten-Kunde

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Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 2 September 2016 19:29

Damen und Herren!
Seit Tagen hab ich nix anderes im Kopf als die Ausrüstung für meine bevorstehende 4-Tages-Klettersteig-Tour durch die Brenta.
Mitm Fahrrad denk ich nicht mehr drüber nach, was ich mitnehme, das hat sich für jede Tourdauer alles in Jahren entwickelt und ebenso lang bewährt, prinzipiell sind mir natürlich Klettersteige nicht fremd, aber bisher bin ich immer morgens los und war abends zurück, wo auch immer.
Ab hier hab ich ja mein Vorhaben mal umrissen und nachdem wir da mit den Ausrüstungsfragen etwas offtopic gegangen sind und ich denke, dass im Laufe der Zeit der eine oder die andre vor den gleichen Fragen steht wie ich, kam mir die Idee dieses Freds.
Ein weiterer Aspekt ist die Merkhilfe für mich und natürlich auch ein Erfahrungsaustausch.
Ich denke, das Thema Schuhe können wir getrost aussparen, dazu gibts in der Rubrik 'Ausrüstung' wahrlich genug Themen, in die man sich bei Bedarf einklinken kann.

So here we go:

Bild


Ich hoffe, das ganze Geraffel krieg ich überhaupt in meinen Rucksack rein, sollte wider Erwarten noch Luft sein, schreck ich nicht zurück davor, noch nen Kanten Brot und ne Ration Kaminwurzen einzustecken.

Im Folgenden geh ich das komplete Equipment mal durch, erläutere meine Gedanken dazu (die wir teilweise im oben verlinkten Faden bereits durchgekaut haben, wenngleich ich mich stellenweise nun doch wieder umentschieden hab wie z.B. beim Thema Hosen) und freue mich über Anregungen, Gedanken und Tips von euch.
Zuletzt geändert von ziller am 3 September 2016 1:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 2 September 2016 20:00

Ich beginne mal mit sicherem Terrain (für mich), das ist die Ecke rechts unten.
Smartphone (iPhone 5S), Netzteil und Lade-/Datenkabel dazu sowie ne Anker Powerbank, die je nach Nutzung für zwo bis drei Tage reicht.
Mit dem iPhone mach ich eigentlich alles: Navigation, Musik in trüben Stunden (oder wenns mitm Rad stumpfsinnig stundenlang bergauf geht), Bettlektüre, Kommunikation natürlich auch, sprich Telefonieren, Mails abrufen (sofern Internet verfügbar), iMessages usw.
Eine Funktion hab ich noch ausgespart: Fotografieren.
Mit dem Smartphone knipse ich wenn, mit ner speziellen App namens 'Pro Camera', wobei der Name durchaus Programm ist. Unfassbar, was das Ding alles kann bis hin zu Mehrfachbelichtungen alle x Minuten und Langzeitbelichtung in der Nacht, HDR und so weiter und so fort.
Das Einzige, was leider nicht geht, ist mein Fernauslöser dazu. Wenn ich den verwende, weil Zeitauslöser wegen Wegrennen oder so doof oder gar gefährlich ist, muss ich die originale Foto-App von Apple verwenden. Mei, gibt Schlimmeres...
Normalerweise fotografier ich aber eigentlich gar nicht mit dem iPhone sondern mit ner Canon Power Shot SX110 IS.
Die konnte aus naheliegenden Gründen nicht mit aufs Bild und ich hab die Leica hingelegt.
Der Clou bei der Canon ist, dass ich ne WiFi-SD-Karte drin hab, die die Pics direkt aufs iPhone sendet.
Bearbeiten macht auf dem 4"-Display absolut keinen Spass, aber rechts unten ist ja noch ne Mini-Tastatur zu sehen und wenn ihr Glück habt und ich Internetverfügbar, kanns euch drohen, dass ich das Forum mit ner Livecoverage penetriere.

Was die Navigation angeht, verwende ich wie an anderer Stelle schon erwähnt, maps3D, eine nur für iOS von Apple verfügbare App mit der Möglichkeit der 3D-Darstellung. Hier im Flachland kalter Kaffee, in den Bergen stellenweise sehr eindrucksvoll.
Die Karten lade ich passend dazu und kostenlos aufs Telefon, die Tracks und Trails stelle ich entweder bei GPSies.com selbst zusammen oder saug sie mir irgendwoher, meist von outdooractive.com wie auch im aktuellen Fall.

Als Backup und zwecks Übersicht gibts noch ne Papierkarte mit 1:25.000er Massstab.

Hüttenschlafsack, n paar federleichte Puschen für abends und Erste Hilfeset bedürfen wohl keiner weiteren Erwähnung, dann liegen noch zwo (wiederverschliessbare!) Geltütchen für 'Notfälle' dabei sowie meine derzeitigen Lieblingsriegel von "Hafervoll". Die werden nicht gepresst sondern gebacken, kein Kunstzucker drin sondern nur Honig, dennoch nicht zu süss, alles Bio, keine künstlichen Zusatzstoffe und vorallem nicht so gehaltvoll.
Die haben bei mir die eigentlich auch sehr coolen Clifbar abgelöst, die mir aber einfach zu üppig waren.

Zu Sitzgurt, Klettersteigset, Helm mit Unterziehmütze, Versperbandl und Handschuhen steht im Internet sicher genug geschrieben, da geh ich nicht weiter drauf ein.
Ich guck vor jeder Benutzung des Klettersteigsets, obs mittlerweile nen Rückruf gibt;- das ist ja irgendwie so ne Krankheit.
Wenn man sich so n Ding neu kauft, muss man schon arg schnell nach Hause fahren, damit man vorm ersten Rückruf daheim ist... :mrgreen:

Stirnleuchte ist (kann) einerseits als Blinkleuchte für Notfälle gut (sein)(wenn man die Signale kennt oder sie im Rucksack stehen hat), andererseits natürlich für finstre Hüttennächte, wenn man nicht die komplette Mannschaft aufwecken will, weil nachts die Blase drückt und der Lichtschalter das komplette Zimmer erleuchtet.

Die Übernachtung ist ein gutes Stichwort: im 'Kulturtascherl' sind ein paar wesentliche Utensilien für die erholsame Hüttenübernachtung zu erahnen: Ohrstöpsel eh, aber auch ne kleine Dose Tigerbalsam. Davon nen Klecks unter die Nase gerieben und es macht nix mehr aus, wenn der Matratzennachbar nicht kalt duschen (oder sich waschen) wollte, 23Leute im Saal ihre stinkenden Klamotten zum Auslüften bei geschlossenem Fenster ausgebreitet haben oder es Kohl zum Abendessen gab.
Nicht zu sehn: DentTabs. Das sind Zahnputzpastillen, die wiegen nix und regelmässig verwendet (ok, im normalen Leben bin ich mittlerweile wieder weg davon) polieren die die Rackelchen so glatt, dass jeglicher Zahnbelag und sonstiges Ungemach keine Basis mehr findet.
Sagense. Bei mir funktioniert das scheinbar nicht, daher bin ich wie erwähnt wieder weg davon, aber unterwegs kommt gewichtsmässig nix auch nur in die Nähe der abgezählten Ration davon.
Tante Edith hat grad quergelesen und gemeint, ich solle noch ein Handtuch mitnehmen. Punkt für sie!

Sonnencreme ist eh klar, unterhalb der Tube liegt noch mein Biwaksack. Der ist nicht für Dauerbenutzung (ich hab ihn zum Glück noch nie gebraucht, angeblich soll man ihn, pfleglich verwendet, auch zwei- oder dreimal nehmen können, keine Ahnung, obs stimmt, wenn ich draussen übernachten will, nehm ich anderes Equipment mit.

Zum Rest äussere ich mich später soferns was zu sagen gibt, nu muss ich erstmal was futtern und nochmal ne Runde weg.
Zuletzt geändert von ziller am 3 September 2016 1:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 3 September 2016 1:13

Nächste Runde, ehe ich mein müdes Haupt bette.

Regenklamotten sind an sich auch klar. Für mich machen die beim Nasswerden keinen Unterschied, egal wie teuer sie waren oder wie hipp grad die verbaute Membrane ist. Mit Regenzeug wird man halt von innen nass, ohne vom Regen von aussen.
Ich sehe durchaus bevorzugenswerte Teile, aber das spielt sich aufm Rad am Arbeitsweg um die 20km ab oder wenns nach ner Stunde wieder aufhört.
Wenn man den kompletten Tag in der Sosse sitzt, ists am Abend wurscht ob feinstes Membränchen oder billiges, verschweisstes Plastikgehäut.
Die Joppe ist aus dieser Perspektive overdressed (sic!), das ginge kleiner und leichter (oder besser auch mit nem Poncho, der zudem ne Regenhülle fürn Rucksack ersparte, aber halt nicht aufm Klettersteig)(oder wenn der Wind richtig geht), die Hose entspricht genau dieser Philosophie.
Beides hält Wind und Regen draussen und Schweiss drinnen, die Jacke zudem noch ein bisschen warm, daher gönne ich mir die paar Gramm extra.
Ob ich das Wams ggf. gegen ne Softshelljoppe mit gleichem Packmass tausche: mit der Entscheidung bin ich noch nicht ganz durch. Werde berichten...

Was Warmhalten anbelangt, bin ich konservativ, wieso auch nicht: Zwiebelprinzip. Merinounterhemd, Funktionsshirt, dünner Skirolli, Fleecepullover. Bringt natürlich nix, wenn der Wind durchpfeift, daher notfalls Jacke drüber.

Bezüglich Hose hab ich ja im Bochette-Fred angedeutet, dass ich auf Kurz steh. Keine Frage der Temperatur, auch keine vom Schutz. Isso, schon immer. Im Sommer kurz, Punkt.
Keine Regel ohne Ausnahme;- ich will mich ja nicht umbringen.
An sich hab ich ne Buchs mit abnehmbaren Beinen favorisiert, wie 'drüben' gepostet.
Bis ich die
a) gewogen hab und mir
b) eingefallen ist, dass, wenn die nass ist, die lange und die kurze Hose nass wären.

Lange Nase, kurzer Sinn: eine lange Hose an Bord jetzt, eine kurze, und eine Lauftight, die ich unter beide anziehen kann. Und alles zusammen genauso schwer wie die ZipOff-Pants, aber wesentlich flexibler.


Der blaue Beutel in der Bildmitte ist die Trinkblase fürn Rucksack.
Würde mir aufm Rad nie einfallen, das auch noch am Rücken zu haben, 2l Wasser sind ja mal eben 2kg, aber diesmal hab ich halt keine andere Möglichkeit, Flüssigkeit mitzuschleppen und Flaschen gehn eh nicht, weil der Platz am Rucksack dafür von den Stöcken belegt ist.


Was jene angeht: bisher ab und an mal welche ausgeliehen, aber so gut wie nie benutzt. Tagestouren, und ich bin jetzt weissgott nicht der grosse Wanderer, gingen bisher auch immer ohne.
Diesmal ist die Situation anders und vorallem die angesagten Abstiegsmeter erfüllen mich mit Ehrfurcht.
Daher gabs ne Eigenanschaffung und damit (hoffentlich) den Antrieb, die Dinger nu auch zu nutzen ehe mir die Knie am Ende die Freundschaft kündigen.
Sub 300gr., Carbon, zudem der Geldbeutel deutlich leichter;- wenn das als Motivation nicht reicht, die zu benutzen?

Die Treteimer rechts davon standen nie zur Diskussion. Haben mir irgendwann mal gefallen weilse wie klassische Wanderstiefel aussehn. Ich fühl mich wohl drin und kann lang drin laufen.


Davor die Grödel. 330gr., damit kann ich leben. Passen gut an die aktuellen Schuhe wie an die, die ich davor hatte und vielleicht brauch ich sie ja gar nicht.


Rucksack: Deuter Trans Alpine 30. An sich ein Fahrradrucksack, daher geht auch der Helm gut dran, seitlich Netztaschen die zusammen mit Kompressionsbändern die Stöcke gut halten.
Mit 1160gr. so schwer wie sein Vorgänger, nur noch ne Kartentasche, die seitlich erreichbar ist, mehr. Es gibt leichtere, aber aufm MTB komm ich mit 5-6kg für ne Woche hin, immer so ein wenig abhängig davon, wieviel Futter ich mitnehme und wo ich Werkzeug, Ersatzschlauch etc. hinpacke.
Kommts in den Rucksack, spar ich das Satteltäschchen, drückt halt wieder mehr aufn Hintern.
Unterm Strich ist am Rad für die Höhenmeter immer das Gesamtsystem relevant, für mich das Gewicht am Buckel.
Wo ich nu mit all meinem Zeugs landen werde, will ich eigentlich fast gar nicht wissen, aber wie auch immer: diesmal nimmt mir kein Rad ein Teil der Last ab.



Ne Frage, die ich an dieser Stelle in den Raum werfen will: Brustgurt?
Ich hab mir den Verzicht bisher immer schöngeredet, aber seit ich neulich in der Halle mal kopfüber (und ohne Rucksack, geschweige denn noch mit 7kg beladen) in 8m Höhe hing und dort zappelte wie ein Käfer, ohne mich auch nur ansatzweise wieder aufrichten zu können, ist die Diskussion wieder ergebnisoffen.
Natürlich wollen wir nicht fallen, aber wenn das immer zuverlässig so klappen würde, könnten wir ja auch Gurt und Klettersteigset daheimlassen...
Ich wär fast für mitnehmen, oder?
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon Apicius » 3 September 2016 11:43

Schaut so weit doch ganz gut aus, Sherpa währe nicht schlecht. :mrgreen:
Brustgurt ist letztendlich etwas was man nicht diskutieren sollte, da auf keinen Fall sinnnfrei und wenn du dich damit wohler fühlst einfach mitnehmen.
Ich konnte jetzt dein 1.Hilfe-Set nicht genau erkennen, ich u.a. hab immmer Leukoplast/Leukosilk dabei um tapen zu können im Falle einer Blase und Fenestil für Mückenstiche und ein kleines Fläschen Desinfektinsmittel.Neben diversen Energieriegeln hab ich auch immer ein Päckchen Dextros dabei um schnell Zucker/Energie zuführen zu können.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 3 September 2016 12:20

Danke für die Tips, dachte schon, hier sind alle sprachlos... :mrgreen:

Zeckenzange, Mückenabwehr und Linderung für nach nem Stich sind eh immer im Rucksack (sowie ein Opinel und ein Feuerzeug).

Für Blasen (wo ich allerdings nicht weiss, wann jemals ich die letzte hatte) nehm ich Nadel und Faden mit. Einfach Faden mithilfe der Nadel durch die Blase ziehn, hängen lassen, weiter gehts.
Sagen sie.
Ich mussts noch nie probieren, habs nun aber bereits von mehreren Leuten unabhängig voneinander gehört.
Für den Fall der Fälle ist aber noch Leukoplast in Erste Hilfe Kit dabei und eben das übliche: Verbandszeug von einfachem Pflaster bis zu Verbandspäckchen mit Wundauflage, Rettungsdecke, Dreiecktuch.
Zum Glück alles noch nie selbst benötigt, hoffe, das bleibt auch so, dafür schon einige mal andere Leute, die nix dabeihatten(!!!) zusammengeflickt.
So läuft das Zeug dann auch nicht ab... :?

Statt Dextro/Traubenzucker hab ich die Gels, die erfüllen letztlich den gleichen Zweck und liegen sonst sinnlos daheim rum und laufen ab. Und es ist auch noch Koffein drin... :D


Nachdem ich vorige Woche wieder in ner Absteige gelandet bin, wo die Messer stumpf waren wie die Nacht, hab ich jetzt noch einFrühstücksmesser eingepackt und dafür das Opinel raus.

Auch nicht aufm Bild: Trillerpfeife (keine Ahnung, wieso Deuter als wahrscheinlich einziger Anbieter sowas nicht in irgendne Rucksackschnalle integriert) und die Sicherungsleine fürs Smartphone.
Das steckt ja in nem Lifeproof-Case und ich hab mir aus ner Ventileinstellschraube vom Motorrad mit passendem Gewinde ne Öse gebaut, die in die Verschraubung vom Kopfhöreranschluss* passt.


*) beim Lifeproofgehäuse wird ein Klinkenadapter eingeschraubt, der wasserfest abdichtet
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 3 September 2016 22:56

Ein Blick auf die Waage offenbart Unerfeuliches: 7,8kg.
Kein Tropfen Wasser in der Trinkblase, ein Satz Klamotten sowie die Schuhe nicht mitgewogen (immerhin jedoch Helm, Sitzgurt, Klettersteigset).
Ebenfalls nicht dabei: Brustgurt sowie jegliche Utensilien, den mit einzubinden.
Alter Verwalter! Ready to rumble läuft das locker auf 11kg raus!
Wenns reicht.
Vielleicht sollt ich die Show knicken und nen Pub Crawl in England buchen?
Da reicht Durst, ne gute Unterlage und die Scheckkarte...
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon msOXYD » 4 September 2016 9:38

Öhm- wozu brauchst Du da oben eine Tastatur? :roll:
Und den Akkupack lass ich auch zu Hause- eine ordentliche Karte hast Du ja schon eingepackt.

Bei der Karte mach ich mir zuvor die Tagesetappen auf A3 und spare mir noch ein paar Gramm sowie das ausfalten im Regen und Wind.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 4 September 2016 10:37

msOXYD hat geschrieben:Öhm- wozu brauchst Du da oben eine Tastatur? :roll:


Äääh, zum Tippen?
Das Ding wiegt 100gr., tippt sich deutlich geschmeidiger als aufm Display und die Tastenshortcuts funktionieren.
Steht jetzt aber tatsächlich auf der Kippe, ob ichs mitnehme.
Erstens war ich vom Rucksackgewicht schockiert, zweitens hat das Teil seinen Platz im Rucksack dort, wo nun auch die Trinkblase hingehört (und -muss) und drittens denk ich, dass ich diesmal ohne viel Schriftverkehr hinkomme.


Und den Akkupack lass ich auch zu Hause- eine ordentliche Karte hast Du ja schon eingepackt.


Puh, ich sags nicht gern, aber das Ding unds Smartphone stehn eigentlich nicht zur Diskussion.
Ich will nicht behaupten, dass ich nicht auch ohne auskommen würde, aber ich steh auf die Konzentration vieler Aufgaben und Möglichkeiten in einem Gerät.
Das hab ich am MTB im Laufe der letzten drei Jahre (länger nutze ich Smartphones auch noch nicht) optimiert, will fast sagen perfektioniert, dabei bin ich aber in Sachen Stromversorgung durch Nabendynamo, Pufferakku und Spannungswandler autark.

Grösster Vorteil in unwegsamem Gelände ist, dass man auch bei miesem Wetter und schlechter Sicht 1:1 auf der Kartendarstellung sieht, wo man ist. Konkret: man kriegts innerhalb von 50m mit, wenn man falsch abgebogen ist (gilt natürlich auch für klassische GPS-Geräte).
Ich weiss das umso mehr zu schätzen, seit ich vor einiger Zeit jemanden kennengelernt hab, der nen Horrorsturz bei ner Hochtour nur mit sehr viel Glück überlebt hat, nachdem ihn der Tourleiter auf ne (falsche) Alternativroute geschickt hat.
Wär auf nem Navi sofort aufgefallen.

Ich will das aber gar nicht breittreten. Bis vor 3 Jahren war ich auch harter Verfechter klassischer Methoden (ich bin quasi so n Klon eines Ewiggestrigen mit Faible für Technikspielereien), hatte bestenfalls ein herkömmliches Händi (ausgeschaltet) dabei und kann astrein mit Karte und Kompass navigieren.
Als ich wie ne Jungfrau zum Kind zu nem iPhone kam, fragte ich mich bereits nach 10 Minuten wie blöd ich bin, das nicht schon viel früher ausprobiert zu haben... :shock:
Wie auch immer, die Karte ist als Backup im Handgepäck, vollgekritzelt mit Notizen und Hinweisen, aber meine (berechtigten) Hoffnungen ruhen auf der elektronischen Gerätschaft.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon Apicius » 4 September 2016 11:02

Vielleicht sollt ich die Show knicken und nen Pub Crawl in England buchen?


... das ist eine der wesentlichen Fragen die man sich immer stellen mussBild

...letztendlich läuft das immer auf "ein Mann muss tun was ein Mann tun muss " herrausBild

blöd nur...letztendlich weis keiner wirklich was ein Mann tun mussBild

...wobei ist doch eigendlich ganz einfach...es muss nur eine passende Gratwanderung zwischen Spaß , Abenteuer und einer großen Portion Unsinn seinBild

Eine runde Pub in England hat da durchaus PotenzialBild

... bin mal kurzentschlossen nach Cornwall gefahren ein Auto kaufen um aus dem Alltag auszubrechenBild

Das gute ist, ich hab ein Alter erreicht, wo ich mir den Vorzug gönne auf Askese zu verzichten und Abenteuer grundsätzlich mit gutem Essen und Trinken zu kombinieren Bild Bild...ach ja, ein gutes Buch hab ich auch immer dabei wenn ich alleine unterwegs bin.

Das bedeutet ich suche mir ein oder mehrere zentrale Punkte von wo aus ich Tagestouren starte, somit habe ich mir das Gepäckproblem weitestgehend vom Hals geschafft, wobei ich zugeben muss, dass natürlich auch Mehrtagestouren Ihren Reiz haben der aber meine "Genusssucht" derzeit nicht mehr überstimmtBild

Diese Jahr stand ich auch vor dem Problem, was tun ? Wie die letzten Jahre eine Klettertour, oder, da bin ich dann fast bei dir gelandet, nach Schottland und 1-2 Whiskybrennerein besuchen...gelandet bin ich dann am Islemeer und hab mich mit Kitesurfen vergnügt Bild
..du siehst deine Gedankengänge sind zumindest auch anderen nicht fremd Bild


Um dem ganzen Offtopic jetzt vieleicht doch noch den ein oder andern sinnvollen Gedanken beizutragen. Als Klettergurt habe ich einen sehr leichten Gurt von Arcterix der hat eigendlich nur einen geringen Nachteil das er nur 2 wie ich finde auch nicht optimal sitzende Materialschlaufen hat (braucht man beim Klettersteig aber eh nicht mehr). Dafür ist ein ein Traum beim anlegen da die Beinschlaufen (sind nicht einstellbar) kaum verwursteln.
Das meiste Gewichtspotezial bieten häufig Rucksäcke die im 40l bereich gerne mal von um die 400 gramm bis 1,8 KG wiegen können.
So lassen sich je nach dem was du hast mal schnell 1-1,5 KG gut machen.
Was ich auch nicht gesehen habe bei deinem Packmaterial war ein Rastschlinge und vieleicht noch eine Exe.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon Apicius » 4 September 2016 11:32

Tante Edit sagt Rastschlinge hab ich entdeckt, im Gegensatzt zu vielen hier ist bei mir der Karabiener nicht eingebunden und auch kein Schraubkarabier (ist aber kein großer Gewichtsvorteil).
Ich nehme aber die Rastschlinge auch nie als alleinige Sicherung, von daher ist das Argument das man den Karabiener aufziehen kann mit der Schlinge kein sicherheitsrelavantes Argumment und für mich überwiegen die Vorteile in der Handhabung.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 4 September 2016 11:34

Apicius hat geschrieben:Was ich auch nicht gesehen habe bei deinem Packmaterial war ein Rastschlinge und vieleicht noch eine Exe.


Doch, ist dabei: Vesperbandl liegt aufgerollt unten links zwischen den Handschuhen und den Puschen.
Exe(n) nehm ich nicht zusätzlich mit, hab ich bisher nie vermisst und hoffe das sich das in den nächsten 4Tagen auch nicht ändert.

...wobei ist doch eigendlich ganz einfach...es muss nur eine passende Gratwanderung zwischen Spaß , Abenteuer und einer großen Portion Unsinn sein


Jou, so sehe ich das auch.

Ich achte sehr genau drauf, dass meine Work-Life-Balance nicht aus den Fugen gerät.
Momentan ist das hart an der Grenze. Das liegt weniger an meinem Job, eher daran, dass ich früher in zwo Stunden in die Alpen fahren konnte, jetzt sinds mindestens deutlich über 400km und das taugt mir null.

Ein langes Wochenende mitm MTB in Chiemgau, Karwendel, Wetterstein (you name it...) aufm Rückweg irgendnen Klettersteig mitgenommen, in irgendnen See gesprungen, gut gegessen;- so mies konnts in der Folgewoche im Laden gar nicht laufen.
Natürlich kann ich hier im (Vor-)Spessart auch gut radeln und MTBen, hab ne tolle Kletterhalle in der Nähe und einige Spots, draussen zu klettern, bin schnell in der Fränkischen, aber Mittelgebirge ist halt erstens was anderes und zweitens noch unter der Baumgrenze.

Ich werde versuchen, mich mittelfristig in meinem derzeitigen Job so umzustrukturieren, dass ich den mitm Laptop _irgendwo_ erledigen kann.
Derzeit schmeiss ich die Produktion (Elektronikgedöns), da ist das halt schwierig und es klappt noch nicht zuverlässig, den Nachschub aus der Ferne zu organisieren. Zumal ein kleiner Fehler fatale Folgen haben kann, weil viele Bauteile irre Lieferzeiten haben.
Ich bin aber dabei, das erstens in den Griff zu kriegen und mir zweitens ein anderes Betätigungsfeld untern Nagel zu reissen, dann steht Polen offen (und nicht nur...:mrgreen: ).



Anyway Leute, nu bin ich erstmal n paar Tage weg... :thumbup:
Danke an alle, die hier und in den andern Freds mit Tips und Ratschlägen weitergeholfen haben.
Ich werde berichten...

Vielleicht macht ihr hier derweil schonmal nen "Die schönsten Bilder vom September"-Fred hier auf, für alle Fälle... :wink:
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon ziller » 4 September 2016 11:38

Apicius hat geschrieben:Tante Edit sagt Rastschlinge hab ich entdeckt, im Gegensatzt zu vielen hier ist bei mir der Karabiener nicht eingebunden und auch kein Schraubkarabier (ist aber kein großer Gewichtsvorteil).


Eingebunden hab ich ihn auch nicht. Hab einfach ein paar kleine O-Ringe über die Bandschlinge geschoben, Karabiner rein, O-Ringe zum Karabiner hin geschoben, soweits geht. So ist der fixiert und ich hab keinen dicken Knoten.

Ich nehme aber die Rastschlinge auch nie als alleinige Sicherung, ..


Naja, die Zweige vom Klettersteigset lass ich schon immer auch eingehakt, klar. Wär ja doof, auf die (und die dadurch zusätzliche Sicherheit) zu verzichten... :idea:
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon Apicius » 4 September 2016 11:40

...hab Spaß Bild
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon lisa2103 » 4 September 2016 11:44

also ich finde das gewicht jetzt gar nicht so schlecht.. ich habe schon viele hüttentouren gemacht, auch mit klettersteigen, und viel weniger kann man einfach nicht mitnehmen.. das größte problem bei einem schweren rucksack ist, wenn die klettersteige unterwegs schwer sind, weil dann stört der echt total. aber das sollte in der brenta kein problem sein mit dem gewicht.
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Re: Der grossartige "Was ich so alles mitschleppe"-Thread

Beitragvon Steeler » 4 September 2016 20:25

Da ich mit Hüttenübernachtungen etwas auf Kriegsfuß stehe, stellt sich für mich das Problem nicht. Ich möchte ab 12.9. entweder Tajakante, Mindelheimer oder Watzmann machen. Jede Tour sollte idealerweise mit ner Hüttennächtigung angegangen werden um es nicht zu einer Gewalttour werden zu lassen (bin ja schließlich Genußsportler und kein Wettkampfathlet) :wink:
Selbst davor graust mir schon wenn ich drüber nachdenke was ich alles mitschleppen muss/soll. Einerseits soll der Rucksack nicht zu schwer sein, andererseits brauch ich auch immer Zeug was eigentlich eher zu ner Frau passen würde. (Duschgel, Deo und all den Scheiß) :roll:
Ich habe für mich beschlossen, sollte ich/wir die Watzmanntour machen, nur zwei T Shirts, Jacke und vielleicht ein zweites Paar Socken einzupacken und bevor es auf den Rückweg geht noch einen Besuch in der Watzmanntherme nur zum duschen :lol:
Uli, du weißt was auf dich zukommt 8)
Eine Nacht bzw. zwei Tage würde ich schon überleben aber keinen Tag mehr ohne Klamotten zu wechseln oder zu duschen.
Ich als bekennender Warmduscher habe vor Jahren aus lauter Verzeiflung nach zwei Tagen Steinernes Meer, im Kärlingerhaus kalt geduscht. Wenn das jemand gefilmt hätte, hätte er damit jede Menge "Clicks" auf YouTube bekommen.

Ja, ich geb's zu - ich bin ein komplettes Weichei :mrgreen:
February 10th 2014, i survived
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